{"id":14787,"date":"1999-11-21T11:11:00","date_gmt":"1999-11-21T10:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=14787"},"modified":"2022-06-01T16:43:38","modified_gmt":"2022-06-01T14:43:38","slug":"rainer-eisfeld-als-teenager-traeumten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/11\/rainer-eisfeld-als-teenager-traeumten\/","title":{"rendered":"Rainer Eisfeld &#8211; Als Teenager tr\u00e4umten"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Rainer-Eisfeld-Als-Teenager-traeumten.-Die-magischen-50er-Jahre.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Rainer-Eisfeld-Als-Teenager-traeumten.-Die-magischen-50er-Jahre.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14795\" width=\"175\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Rainer-Eisfeld-Als-Teenager-traeumten.-Die-magischen-50er-Jahre.jpg 200w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Rainer-Eisfeld-Als-Teenager-traeumten.-Die-magischen-50er-Jahre-92x150.jpg 92w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Was sie schon immer \u00fcber die 50er Jahre wu\u00dften und eigentlich nicht auch noch lesen m\u00fcssen: hier steht es! &#8222;Die 50er Jahre f\u00fcr Anf\u00e4nger&#8220; gewisserma\u00dfen. Denn dass die Fifties in Deutschland keine bleierne Zeit waren, zumindest was die Jugendkultur angeht (so die These des Autors) &#8211; wer wollte es bestreiten? Die Politik, okay. Mief und Muff, Altnazis, Kommunistenparanoia und Wirtschaftswunder. Aber dass sich bei den Unter-30-j\u00e4hrigen \u00b4was tat, hat sich mittlerweile rumgesprochen. Offene T\u00fcren zum Einrennen also allenthalben, und daf\u00fcr auch noch Geld zu verlangen &#8211; wow!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;Ja, aber -&#8220; wird Herr Eisfeld jetzt sagen, &#8222;ich hab doch noch ein paar Schwarzwei\u00dffotos dazugepackt, und f\u00fcr einen Sozialwissenschaftler, der ich bin an der Uni in Osnabr\u00fcck, auf deren Briefpapier ich auch meine Promo-Korrespondenz schreibe, dr\u00fcck ich mich doch echt verst\u00e4ndlich aus.&#8220; Jaja sicher. Peace, Mann. Das Buch ist in der Tat der vom Verlag versprochene &#8222;Spaziergang&#8220; durch politische Kultur und Popkultur der fr\u00fchen Bundesrepublik. Immer im lauwarm pl\u00e4tschernden Plauderton, manchmal sogar leicht sarkastisch. Und was richtig Falsches steht auch nicht drin. Der Hinweis, dass es schon in den 50ern die ersten Osterm\u00e4rsche gab, man also eigentlich von den 58ern statt von den 68ern sprechen m\u00fc\u00dfte, hat sogar wirklich \u00b4was f\u00fcr sich. Der Film &#8222;Bonjour tristesse&#8220; war tats\u00e4chlich mal einer eingehenderen Betrachtung w\u00fcrdig. Und \u00fcber die Science Fiction-Literatur der Sputnik-Jahre k\u00f6nnte man ein eigenes Buch schreiben (wenn es das nicht l\u00e4ngst g\u00e4be, doch sowas d\u00fcrfte Eisfeld kaum schrecken). Aber dass Bill Haley optisch ziemlich uncool und Peter Kraus einfach eine Witzfigur war, dass James Dean im Kino ein neues Rollenfach aus der Taufe hob und Brigitte Bardot der feuchte Traum kleiner Jungs war, ist schlicht kalter Kaffee.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer wider Erwarten noch nie was von den 50ern in Deutschland geh\u00f6rt hat &#8211; also vielleicht Einwanderer vom Mars oder Leute, die nach 60 Jahren gerade aus dem Koma erwachen &#8211; der soll sich das Buch ruhig kaufen. F\u00fcr alle anderen gibt\u00b4s hier die Top Drei der lesenswerten Stellen:<\/p>\n\n\n\n<p>3) So lange sich der Radio-Moderator Chris Howland in der deutschen Sprache nicht zuhause f\u00fchlte, \u00fcberlegte er sich seine Ansagen sorgf\u00e4ltig. Der erste spontane Satz, zu dem er sich schlie\u00dflich in einer sommerlichen Sendung hinrei\u00dfen lie\u00df, lautete: &#8222;Ich habe das Studiofenster aufgemacht, vielleicht k\u00f6nnen Sie das V\u00f6geln h\u00f6ren, hoffentlich st\u00f6rt\u00b4s nicht.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>2) 1953 kam der Film &#8222;Casablanca&#8220; erstmals in die deutschen Kinos &#8211; allerdings um 20 Minuten gek\u00fcrzt und um alles, was die Deutschen als Nazis zeigt. Major Strasser flog g\u00e4nzlich raus (konnte also auch nicht im Finale von Humphrey Bogart erschossen werden!), und aus dem Widerstandsk\u00e4mpfer Lazlo wurde ein Wissenschaftler, der irgendwelche utopischen Delta-Strahlen erfunden hatte. Erst 1975 lief der Film in der Originalfassung im ARD-Programm.<\/p>\n\n\n\n<p>1) Ein Pferd kommt zum Zahnarzt, setzt sich in den Patientenstuhl und verlangt: &#8222;Ziehen Sie mir bitte s\u00e4mtliche Z\u00e4hne.&#8220; Der Zahnarzt z\u00f6gert erst, willigt nach l\u00e4ngerem Hin und Her schlie\u00dflich ein. Danach steht das Pferd auf, guckt in den Spiegel und sagt zufrieden: &#8222;So, jetzt soll noch einer behaupten, ich s\u00e4he aus wie Peter Kraus, den trete ich in den Hintern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>(bg)<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Rainer Eisfeld<br \/>Als Teenager tr\u00e4umten. Die magischen 50er Jahre<br \/>172 Seiten (1999)<br \/>Nomos Verlagsgesellschaft DM 29.80<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was sie schon immer \u00fcber die 50er Jahre wu\u00dften und eigentlich nicht auch noch lesen m\u00fcssen: hier steht es! &#8222;Die 50er Jahre f\u00fcr Anf\u00e4nger&#8220; gewisserma\u00dfen. 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