{"id":14892,"date":"1997-04-23T11:11:28","date_gmt":"1997-04-23T09:11:28","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/?p=14892"},"modified":"2022-07-03T22:36:37","modified_gmt":"2022-07-03T20:36:37","slug":"william-gibson-idoru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1997\/04\/william-gibson-idoru\/","title":{"rendered":"William Gibson &#8211; Idoru"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/William-Gibson-Idoru.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/William-Gibson-Idoru.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14893\" width=\"175\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/William-Gibson-Idoru.jpg 184w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/William-Gibson-Idoru-101x150.jpg 101w\" sizes=\"(max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>William Gibson, laut Spiegel, &#8222;wohl der einzige Science-Fiction-Autor der Welt, dessen Werke eine unmittelbare Wirkung auf die Gegenwart haben&#8220;. William Gibson, der mit seiner Neuromancer-Trilogie den Begriff des &#8222;Cyberspace&#8220; kreierte, hat jetzt mit IDORU seinen neuen Roman abgeliefert, sehns\u00fcchtig erwartet von einer treuen Leserschar, sicherlich aber auch von den Verlegern &#8211; zwecks S\u00e4ckelf\u00fcllen. Wie sonst ist das geradezu parallele Erscheinen in den USA und in Deutschland zu erkl\u00e4ren &#8211; beim Plattwalzen von Mia Farrows Seelenleben, John Hewitts Liebesleben, etc gang und g\u00e4be, bei einem SF-Roman bisher wohl nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zur Story: Der amerikanische Rockstar Rez verliebt sich in eine japanische Kollegin, Rei Toei. Das w\u00e4re sicherlich auch nichts ungew\u00f6hnliches, w\u00e4re Rei Toei nicht eine Idoru, eine virtuelle Realit\u00e4t, also keine Person aus Fleisch und Blut, sondern eine vom Computer erzeugte. Und dieser, ich m\u00f6chte es mal Tatbestand nennen, ist Aufh\u00e4nger f\u00fcr zwei d\u00fcnne Geschichtchen mit je einem Protagonisten: einmal Laney, der mal als Internet-Klatschreporter gearbeitet hat und jetzt versucht, sich als Datenschn\u00fcffler in Tokio \u00fcber Wasser zu halten. Zum anderen die 14j\u00e4hrige Chia Pet McKenzie, die vom Seattle-Rez-Fanclub nach Tokio geschickt wird, um die Liebesgeschichte ihres angehimmelten Rez zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Geschichten kommen nie so richtig in Fahrt und werden am Ende des Buches auch nur leidlich zusammengef\u00fchrt. Die Frage, die man sich als erstes stellt, wenn man den Klappentext liest: &#8222;Wie l\u00e4uft das Liebesleben zwischen einem Kohlenstoff-basierten und einem Bit-basierten Lebewesen ?&#8220; bleibt quasi v\u00f6llig unbeantwortet, so wie Rez und Rei Toei zwar in aller Munde sind, aber im Roman \u00fcber Nebenrollen nicht hinaus finden. Die Faszination, die von Neuromancer ausgegangen ist, hier sucht man sie vergebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwie erinnert mich das Ganze an Machwerke wie Michael Crichtons &#8222;Dino Park&#8220;, es w\u00fcrde mich also nicht wundern, wenn&#8217;s auch schon ein Drehbuch g\u00e4be.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn IDORU dazu gedacht war, Gibsons Platz auf dem Thron der Cyberspace-Autoren zu festigen, nun, dann ist ihm das gr\u00fcndlich mi\u00dflungen, wahrscheinlich hat er aber andere Ziele verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">William Gibson\nIdoru\nRogner &amp; Bernhard\/Zweitausendeins<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>William Gibson, laut Spiegel, &#8222;wohl der einzige Science-Fiction-Autor der Welt, dessen Werke eine unmittelbare Wirkung auf die Gegenwart haben&#8220;. 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