{"id":15134,"date":"2004-06-09T03:48:30","date_gmt":"2004-06-09T03:48:30","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/06\/das-bierbeben-no-future-no-past\/"},"modified":"2022-06-26T03:05:34","modified_gmt":"2022-06-26T01:05:34","slug":"das-bierbeben-no-future-no-past","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/06\/das-bierbeben-no-future-no-past\/","title":{"rendered":"Das Bierbeben: No future no past"},"content":{"rendered":"\n<p>Was ist das blo\u00df? Ger\u00fcchteweise (und Ger\u00fcchte scheinen ein Teil dieses etwas heimlichtuerischen Projektes zu sein) gestartet als bierseliges Politparolen-Punkprojekt auf Jan M\u00fcllers (Tocotronic) kleinem Punkarsch-Label, hatte die bunte Sammlung einzelner amtierender und ehemaliger Mitglieder bekannter und unbekannterer Berliner und Hamburger Punk-Intellektuellen-Diskursrock-Sonstwas-Kombos die Idee, den Primitiv-Punk durch minimalistischen tanzbaren Techno zu ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Herausgekommen ist nach 2 EPs ein seltsames Album voller Saufproll-Anspielungen in den K\u00fcnstlernamen, Dancefloor-Sounds und simplen st\u00e4ndig wiederholten Parolen (ist das die Stella-S\u00e4ngerin?).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bierbeben nimmt sich im Presseinfo selbst nicht richtig ernst (\u201eAgenda zeitloser Weisweinheiten\u201c, \u201eAlle Songs sind sowohl betrunken in der \u00d6ffentlichkeit tanzbar als auch astrein f\u00fcr heimlich zuhause\u201c), will aber mit dem System abrechnen und visiert selbstironisch die Revolution mit \u201eder werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-J\u00e4hrigen\u201c an.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommunikationsguerilla? Ein wenig. N\u00e4mlich \u201edie Abrechnung des Spiegelbilds mit dem Original\u201c insofern, als das simple des Punks als auch das zwanghafte pseudosubversiver Parolenklopperei in linker Szene- und Mainstreammusik praktisch karikiert wird. Dann wirken viele Parolen aber doch wieder recht ernst gemeint, z.B. \u201eWenn Deutschlands Mauern fallen, m\u00f6chte ich dabei sein\u201c, das sich inzwischen auf hippen Antifa-Demos einen festen Platz erspielt haben soll, oder \u201eIhr seid R\u00e4der im Getriebe der Maschine die euch plattwalzt\u201c. \u201eMach Deinen Fernseher kaputt\u201c wirkt als Songparole etwas ewig-gestrig, allenfalls interessant dadurch gebrochen, dass die Musik h\u00f6chst modern produziert ist und so gar nicht zu der antimodernen oder romantischen Parole passt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Video-Bonustrack spielt das Thema dann aber noch auf eine weitere Ebene, in dem die S\u00e4ngerin (wer immer es jetzt auch ist) im Spitzennachthemd singt und tanzt, sich selbst als laszive sexy T\u00e4nzerin inszeniert und zu manchen Kamerazooms auf Augen oder Lippen nur noch das \u201eRuf mich an! 0190&#8230;\u201c fehlt. Der Zuschauer soll \u00fcber Bildsprache an das Video gefesselt werden, dem artikulierten Inhalt nach aber das Tr\u00e4germedium kaputtschlagen. Lustige Irritation. Ein Logo der Band, ein krickelig durchkreuzter Bundesadler blitzt zwischendurch kurz auf, als wolle er die anerotisierte Szenerie nutzen, um sich unbemerkt im Unbewussten des Betrachters festzusetzen. Witziger Trash.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Album irritiert und das will es auch. Tanzbar und h\u00f6rbar ist es auf jeden Fall, aber empfehlenswert? Schlag Deine Stereoanlage kaputt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Das Bierbeben<br \/>No future no past<br \/>shitkatapult strike47<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist das blo\u00df? 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