{"id":15790,"date":"2011-05-11T08:49:16","date_gmt":"2011-05-11T08:49:16","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2011\/05\/andrej-longo-sarahs-moerder\/"},"modified":"2022-06-17T00:55:30","modified_gmt":"2022-06-16T22:55:30","slug":"andrej-longo-sarahs-moerder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2011\/05\/andrej-longo-sarahs-moerder\/","title":{"rendered":"Andrej Longo: Sarahs M\u00f6rder"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"180\" height=\"316\" class=\"mt-image-left\" style=\"float: left; margin: 0 20px 20px 0;\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2011\/cover\/longo.jpg\" alt=\"longo.jpg\"\/> Dass es in <em>Sarahs M\u00f6rder<\/em> nur am Rande um Sarahs M\u00f6rder geht, d\u00e4mmert einem schnell. Auch Neapel, dieser korrupte, stinkende Moloch, bildet keineswegs das Zentrum des schmalen Romans, mag es uns der Verlag noch so dringend nahe legen. <em>Sarahs M\u00f6rder<\/em> handelt ganz einfach von einem Jungen, der das Leben kennenlernt, auf die harte Tour zwar, aber dennoch sensibel, von einer Katastrophe in die kleinen Nervenzellen des eigenen Lebens abgeleitet.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Er hei\u00dft Acanfora und ist Polizist. Nicht besser, nicht schlechter als die anderen, aber das beginnt sich zu \u00e4ndern, als er die Leiche der jungen Sarah entdeckt, die erschlagen im Hof ihres Elternhauses in einem besseren Wohnviertel liegt. Jetzt entwickelt Acanfora Ehrgeiz. Er m\u00f6chte den M\u00f6rder entlarven, der zust\u00e4ndige Kommissar \u2013 Exalkoholiker, traumatisiert, aber wohltuend dezent antiskandinavisch skizziert \u2013 mag den Nachwuchskollegen und bindet ihn in die Ermittlungen ein. Die verlaufen so, wie man es von einem ordentlichen Kriminalroman erwartet. Zeugenbefragungen, eine Reihe skurriler und generell am Schicksal ihrer Mitmenschen desinteressierter Zeitgenossen (\u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2011\/04\/didier-decoin-der-tod-der-kitty-genovese.php\">Kitty Genovese<\/a> winkt im Hintergrund), Verd\u00e4chtige und Verhaftungen, Spuren, die im Sand verlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind keine gro\u00dfen Umw\u00e4lzungen, die Acanforas Leben ver\u00e4ndern und auch Sarahs Tod dient nur als Anlass, die Sinnlosigkeit einer Existenz zu erkennen, die pl\u00f6tzlich die Sinnlosigkeit der eigenen ist. Acanfora wird seine Mutter verlassen, die ihn, ganz italienische Mama, liebevoll bekocht und bevormundet, er achtet mehr auf seine Umwelt (am Ende wirft er gar seinen M\u00fcll in den Abfallkorb) und seine Mitmenschen. Kurz: Acanfora lernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist diese Behutsamkeit, die den Text st\u00e4rkt, der sorglose Tonfall des Ich-Erz\u00e4hlers, dessen Mannwerdung sich so unspektakul\u00e4r gestaltet wie sich schlie\u00dflich alles aufkl\u00e4rt. H\u00fcbscher kleiner Roman.<\/p>\n\n\n\n<p>dpr<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Andrej Longo: Sarahs M\u00f6rder. <br \/>Eichborn 2011 <br \/>(Chi ha ucciso Sarah? 2009. Deutsch von Constanze Neumann). <br \/>191 Seiten. 17,95 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass es in Sarahs M\u00f6rder nur am Rande um Sarahs M\u00f6rder geht, d\u00e4mmert einem schnell. Auch Neapel, dieser korrupte, stinkende Moloch, bildet keineswegs das Zentrum des schmalen Romans, mag es uns der Verlag noch so dringend nahe legen. Sarahs M\u00f6rder handelt ganz einfach von einem Jungen, der das Leben kennenlernt, auf die harte Tour zwar, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-15790","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15790\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}