{"id":15885,"date":"2005-08-08T11:47:47","date_gmt":"2005-08-08T09:47:47","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/08\/ende-der-eitelkeit-2\/"},"modified":"2022-08-09T02:14:13","modified_gmt":"2022-08-09T00:14:13","slug":"ende-der-eitelkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/08\/ende-der-eitelkeit\/","title":{"rendered":"Ende der Eitelkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Lesenswert ist \u2192<a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/2005\/08\/08\/fe\/articleCTX8I.html\">ein Artikel<\/a> in der heutigen Ausgabe der &#8222;Neuen Z\u00fcrcher Zeitung&#8220;, der sich der in Gro\u00dfbritannien um sich greifenden Praxis des Selbstverlegens widmet. Ein kurzer Auszug:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><em>&#8222;Besonders aufschlussreich waren die Aussagen der Schriftstellerin Joanne Harris. Von einem Verlag, sagte Harris, sei sie entlassen worden, weil sie nach ihrem Erfolg mit einem Vampir-Roman kein zweites solches Buch habe schreiben wollen; und noch ein Verleger habe ihr den Laufpass gegeben, weil sie diesem nach einem Thriller etwas ganz anderes vorgeschlagen habe.&#8220; <\/em><br \/>&#8222;Vanity publishing&#8220; nennt man naser\u00fcmpfend diesen Weg zum eigenen Buch, und es gibt Verlage, die die Eitelkeit einer von den etablierten H\u00e4usern ignorierten Kundschaft in h\u00fcbschen Profit f\u00fcr sich selbst umm\u00fcnzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist es sicher richtig, dass das Gros der via Selbstverlag (book on demand vor allem) in die Lesewelt geworfenen Texte nichts weiter ist als die Frucht einer beinahe ins L\u00e4cherliche gesteigerten Hybris. Andererseits: Wer sich ein wenig im Gesch\u00e4ft der Verlage und Literaturagenten auskennt, wei\u00df, wie fernab von Qualit\u00e4tsgedanken dort Entscheidungen getroffen werden. Nicht \u00fcberall, nat\u00fcrlich nicht, aber die Suche nach dem Leichtg\u00e4ngigen, dem risikolos auf die Novit\u00e4tentische der Buchhandlungen zu werfenden Buch hat inzwischen Z\u00fcge angenommen, die nicht mehr allein mit dem legitimen Interesse der Produzenten an schwarzen Zahlen zu rechtfertigen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00e4ngige Praxis von Literaturagenten ist es beispielsweise, Science Fiction generell und von vornherein abzulehnen. No chance. Krimis, die nicht &#8222;regional&#8220; daherkommen und von Neulingen stammen, haben es um ein Mehrfaches schwerer als der 245. Eifelkrimi, zumal dann, wenn die legend\u00e4re &#8222;Schreibe&#8220; nicht sofort an die niederen Leseinstinkte eines an Spannung, nicht aber an sprachlicher Qualit\u00e4t interessierten Publikums appelliert.<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahren haben sich die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Autoren erfreulich verbessert, au\u00dferhalb der etablierten und der &#8222;Vanity&#8220;-Verlage zu publizieren. Sei es per book on demand, wo man bei \u00fcberschaubaren Kosten und ohne gro\u00dfe Lagerhaltung einen Titel auf den Markt werfen kann (der auch \u00fcber die Onlineanbieter verf\u00fcgbar ist) oder aber, schlicht, als Ver\u00f6ffentlichung im Internet. Dass auch hier nicht alles Gold ist, was einen sch\u00f6nen Einband hat, versteht sich. Eine Chance ist es dennoch, wenngleich die Vorstellungen, was eine Ver\u00f6ffentlichung sei, nach wie vor beim &#8222;regul\u00e4ren, in einem normalen Verlag&#8220; erschienenen Buch verharren. So erreicht man etwa die Mitgliedschaft im &#8222;Syndikat&#8220;, der Vereinigung deutscher Krimiautoren, nur durch ein Nachweis eines solchen &#8222;Normalbuches&#8220;. Selbstverleger und Internetautoren? No chance. Was ich, unter uns gesagt, jetzt nicht dramatisch finde, aber bezeichnend ist es schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Also: ein klein wenig Horizonterweiterung t\u00e4te not. Ein klein wenig Risikobereitschaft w\u00e4re auch nicht schlecht. Manchmal die bessere Strategie, siehe die erfolgreiche &#8222;metro&#8220;-Reihe des Unionsverlages, wo sich so einiges findet, was andernorts als unverk\u00e4uflich zur\u00fcckgewiesen werden w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesenswert ist \u2192ein Artikel in der heutigen Ausgabe der &#8222;Neuen Z\u00fcrcher Zeitung&#8220;, der sich der in Gro\u00dfbritannien um sich greifenden Praxis des Selbstverlegens widmet. Ein kurzer Auszug:<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-15885","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15885","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15885"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15885\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15885"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15885"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15885"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}