{"id":15945,"date":"2005-08-27T03:27:21","date_gmt":"2005-08-27T03:27:21","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/08\/kaiser-chiefs-employment\/"},"modified":"2022-06-12T02:16:32","modified_gmt":"2022-06-12T00:16:32","slug":"kaiser-chiefs-employment","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/08\/kaiser-chiefs-employment\/","title":{"rendered":"Kaiser Chiefs: Employment"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaiser-Chiefs-Employment.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaiser-Chiefs-Employment.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-24716\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaiser-Chiefs-Employment.jpg 466w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaiser-Chiefs-Employment-145x144.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaiser-Chiefs-Employment-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Kaiser-Chiefs-Employment-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>F\u00fcr eine N\u00e4hmaschine sind die Kaiser Chiefs ganz sch\u00f6n musikalisch! Zackig, mit der Pr\u00e4zision und Geschwindigkeit der ratternden Nadel feuern sie ihre Akkorde und Silben ab, dass die einem nur so um die Ohren fliegen. Und obwohl ihre Songs sound-technische Gesamtkunstwerke sind &#8211; fett und funkelnd, mal geschmeidig, mal scharfkantig -, schaffen sie\u00b4s, so einfach und struppig wie der Stra\u00dfenk\u00f6ter von der n\u00e4chsten Ecke r\u00fcberzukommen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Brit-Pop, aktuelles Kapitel: die Kaiser Chiefs aus Leeds. Ricky Wilson war mit seiner vorheriger Band schon als Plattenregal-Blei abgeschrieben. Die Kaiser Chiefs also vermutlich: neuer Selbstentwurf und letzte Chance.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer die f\u00fcnf beim Live 8-Konzert gesehen hat, hatte Gl\u00fcck. Oder er ist am Radio vielleicht mal beim H\u00f6ren von &#8222;Everyday I love you less and less&#8220; vom Blitz getroffen worden. Das Lied ist furioser Auftakt &#8211; und, naja, in Wirklichkeit auch schon der H\u00f6hepunkt des Albums. Eine Dreieinhalb-Minuten-Tour de Force, ein adrenalingetr\u00e4nkter Ohrwurm mit fetten Stakkato-Gitarren, nerv\u00f6s zerrenden Synthies, die sich sp\u00e4ter in hymnische Moog-Linien und Honky-Tonk-Geh\u00e4mmer verwandeln, und nat\u00fcrlich mit dem wunderbaren, so geb\u00fcgelten wie frechen Chorgesang der Kaiser Chiefs.<\/p>\n\n\n\n<p>Der geh\u00f6rt zu den Markenzeichen &#8211; und gro\u00dfen Pluspunkten der Band. Genauso wie die Schrammelgitarren und die Synthie-Kl\u00e4nge, die sie in hom\u00f6opathischen Dosen einstreuen: sch\u00f6n spacig, ab und zu richtig pl\u00fcschig und allermeistens ausgesprochen hymnisch. Womit ein weiteres Markenzeichen am Horizont erscheint: die klaren, knackigen Songs mit der ihnen innewohnenden, einfach nicht totzuschlagenden Euphorie. Starke Melodien sind nicht immer die Sache der Kaiser Chiefs, aber das gleichen sie aus, indem sie ihren Sound so aufr\u00fcsten, dass vermutlich auch der letzte H\u00f6rer ihrer Cool-Charme-Offensive erliegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inszenierung der Brit-Pop-Harmonien &#8211; hier und da mit dezentem Hall, mitunter ausgesprochen spooky, immer saftig und kraftstrotzend &#8211; macht die Platte, ja, doch, unwiderstehlich. Lustige Referenz \u00fcbrigens an die Beach Boys: das sogar schon fast elegische &#8222;Caroline, yes&#8220;. (Das &#8222;Vorbild&#8220; hie\u00df &#8222;Caroline, no&#8220;.) Denn selbst die Kaiser Chiefs nehmen ab und zu mal einen Gang raus. Dann haben doch noch kleine Melodien eine Chance, elegant und new wavig in Szene gesetzt. Das Extrem in dieser Kategorie ist &#8222;Team mate&#8220; &#8211; angeblich das Lieblingslied von S\u00e4nger Ricky Wilson und angeblich auf der deutschen Ausgabe von &#8222;Employment&#8220; nicht enthalten: ein melancholisches Zeitlupenlied, sparsam in Szene gesetzt und mit Hammondorgel-Kl\u00e4ngen, so glitschig wie Schmierseife.<\/p>\n\n\n\n<p>Gl\u00fcckwunsch also an den Produzenten: Sound und Arrangements sind zum K\u00fcssen. Und an die Band: soviel Power &#8211; ohne Kraftmeierei! &#8211; war lang nicht mehr. Ich oute mich hiermit als den Menschen, der von zehn Sekunden Kaiser Chiefs in einer Live 8-Collage angefixt und von den dreieinhalb Minuten im Radio dann endg\u00fcltig hingestreckt war. Auch wenn &#8222;Everyday I love you less and less&#8220; tonnenschwere Vorschusslorbeeren sind: das Album ist die Fortsetzung einer wunderbaren Freundschaft.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Kaiser Chiefs<br \/>Employment<br \/>Polydor\/Universal<br \/>V\u00d6: 5.4.2005<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr eine N\u00e4hmaschine sind die Kaiser Chiefs ganz sch\u00f6n musikalisch! Zackig, mit der Pr\u00e4zision und Geschwindigkeit der ratternden Nadel feuern sie ihre Akkorde und Silben ab, dass die einem nur so um die Ohren fliegen. 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