{"id":16023,"date":"2005-10-06T07:57:42","date_gmt":"2005-10-06T07:57:42","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/10\/petra-wuerth-juergen-kehrer-blutmond\/"},"modified":"2022-06-12T23:35:00","modified_gmt":"2022-06-12T21:35:00","slug":"petra-wuerth-juergen-kehrer-blutmond","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/10\/petra-wuerth-juergen-kehrer-blutmond\/","title":{"rendered":"Petra W\u00fcrth \/ J\u00fcrgen Kehrer: Blutmond"},"content":{"rendered":"\n<p>Georg Wilsberg ist Fernsehen. Wenngleich im Buch ganz anders als auf der Mattscheibe. Kein Antiquariat, kein Freund Manni und also auch keine running gags (\u201eDie Autoschl\u00fcssel, Manni!\u201c).<br \/>Pia Petry, Serienheldin in den Krimis von Petra W\u00fcrth, k\u00f6nnte ebenfalls Fernsehen sein. Jetzt hat sie immerhin schon einen getroffen, der im Fernsehen ist, und, Mann!, sie fetzen sich, sie lieben sich, und am Ende rettet Wilsberg Petry vor den handfesten Phantasien eines Sadisten. Aus.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eBlutmond\u201c spielt im SM-Milieu der sch\u00f6nen katholischen Stadt M\u00fcnster, mithin in den gehobenen Kreisen, denn arme Menschen lassen sich vom Leben selbst qu\u00e4len, reiche gehen in einen Club. Dort wird Renate Averbeck, die sich ihrem Mann Jochen vertraglich als \u201eSklavin\u201c unterworfen hat, von einem Unbekannten \u00fcbel zugerichtet. Pia, Petras Jugendfreundin, soll den Fall im Auftrag des Ehemannes kl\u00e4ren, Wilsberg wird von den Clubbetreibern zum gleichen Zweck engagiert. So nimmt die Handlung ihren Lauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie ist so solide, wie sie belanglos ist. Ein Fernsehkrimi in \u00dcberl\u00e4nge, es sei denn, jemand schafft 300 Seiten in 90 Minuten, was nicht ausgeschlossen werden kann, denn auf Details kommt es hier nicht an. Die Familienkonstellation der Averbecks etwa ist selbst sporadischen Krimischauern mehr als gel\u00e4ufig: Der Mann arbeitet in der Firma des Schwiegervaters, eines \u201ePatriarchen\u201c, die berufliche Karriere des Schwiegersohns ist also eng mit seinem ehelichen Wohlverhalten verkn\u00fcpft, um das es nat\u00fcrlich nicht zum Besten steht, etc.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Autoren, die, sich von Kapitel zu Kapitel abwechselnd, gemeinsam ein Buch schreiben, m\u00fcssen gut miteinander k\u00f6nnen. Bei W\u00fcrth \/ Kehrer offenkundig kein Problem. Stilistische Br\u00fcche gibt es nicht \u2013 leider, kann man sagen, denn wie hier die Sichtweise der Detektivin in die des Detektivs \u00fcbergeht \u2013 und umgekehrt -, spricht nicht unbedingt daf\u00fcr, dass zwei origin\u00e4re Spracharbeiter am Werke sind. Die Sprache ist Klischee, die Handlung ist Klischee, von den Personen wollen wir gar nicht reden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist halt Fernsehen. Samstagabend im ZDF. Man k\u00f6nnte sich wirklich eine Flasche Bier g\u00f6nnen und die Chipst\u00fcte langsam leerfressen, w\u00e4hrend uns W\u00fcrth \/ Kehrer mit SM-Praktiken und \u2013 Praktikanten unterhalten. Okay, Manni fehlt. Auch der in der Wilsberg-Serie ja durchaus zu erahnende Wortwitz. Aber sonst? \u201eBlutmond\u201c geh\u00f6rt zu jener Sorte Krimis, die bis auf die Basics skelettiert sind: Spannung (wer war\u2019s wie?), die dazu notwendigen Verwicklungen und Irrwege, Action, etwas Sex, eine Prise verdaulichen Humors. Wer nicht mehr von einem Krimi erwartet, wird gut bedient.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Petra W\u00fcrth \/ J\u00fcrgen Kehrer: Blutmond. <br \/>Grafit 2005. 319 Seiten, 9,95 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg Wilsberg ist Fernsehen. 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