{"id":16172,"date":"2005-11-16T08:24:50","date_gmt":"2005-11-16T08:24:50","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/11\/schule-der-rezensenten-opitzstunde-2\/"},"modified":"2022-06-15T00:02:37","modified_gmt":"2022-06-14T22:02:37","slug":"schule-der-rezensenten-opitzstunde-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/11\/schule-der-rezensenten-opitzstunde-2\/","title":{"rendered":"Schule der Rezensenten &#8211; Opitzstunde 2"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2005\/cover\/rezensent1.GIF\" alt=\"rezensent1.GIF\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zweiter Leseversuch: Die ersten 55 Seiten noch mal gelesen, das Urteil bleibt gleich: Ich sehe wohl die Absicht, zweifele aber an ihrer Umsetzung. Nun, sei\u2019s drum. Weiterlesen. Heute bis Seite 110.<br \/>Inhaltlich tut sich wenig, alles dreht sich irgendwie im Kreis. Der Mord an der Witwe Kuhnhardt wird weiterhin untersucht, die Aussage der Hauptzeugin Henriette Schmidt, sie sei zur Tatzeit dem Magister Klug im Treppenhaus begegnet, darf inzwischen bezweifelt werden, neue Zeugen treten auf, auch nicht gerade glaubw\u00fcrdig.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Jetzt auch beginnt Opitz mit der Niederschrift der Genese seines Buches. Wie ist er \u00fcberhaupt an sein Thema gekommen? \u00dcberraschung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eK.L.<br \/>Krl. Lgrfld.<br \/>Karl Lagerfeld. \u2013 O!<br \/>Alles begann mit Karl Lagerfeld!<br \/>Alles Unheil begann mit Karl Lagerfeld!<br \/>Alles Unheil begann einmal mehr mit Karl Lagerfeld!<br \/>Alles Unheil begann einmal mehr mit diesem Lagerfeld wieder, allerweltsber\u00fchmtem Sneidermeister, Bibliophilen, Fotografierer und Faxenmacher im Fernsehn! Mit keinem Geringeren! Und das kam so:\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ja, so steht es wirklich im Buch, anstatt dass n\u00fcchtern geschrieben st\u00e4nde: Also der Karl Lagerfeld hat Fotos im Goethehaus zu Weimar gemacht und der Verleger hat Opitz gebeten, einen Text dazu zu machen und das hat er nicht geschafft und hat trotzdem ein bissel im Goetheumfeld gelesen und ist dabei auf den Tinius gesto\u00dfen und so kam das.<\/p>\n\n\n\n<p>Tut mir leid. Ich vermag auch den Witz in solcher Feldlagerei der W\u00f6rter nicht zu sehen. Sch\u00f6n; es geht um diesen Tinius und aus irgendeinem Grund meint Opitz, er m\u00fcsse uns das in einem st\u00e4ndigen Hinundher von Damals- und Jetztzeit pr\u00e4sentieren. Da gibt es einen <em>\u201eUiberfall\u201c <\/em>(64), den es schon im 19. Jahrhundert sprachlich l\u00e4ngst nicht mehr gegeben hat, da wird <em>\u201eGifft getruncken\u201c<\/em> (81) und <em>\u201evil\u201c<\/em>(ebd.) durchgemacht. Da hei\u00dft ein Kapitel <em>\u201eFlozzes Intermetto\u201c<\/em>, nee, tschuldigung, schreibt der Autor, <em>\u201eFlottes Intermezzo\u201c <\/em>(auch 81), steht am immer noch extrabreiten \u00e4u\u00dferen Rand kryptisch <em>\u201e-T.!- wdlch\u201c<\/em>(85), whatever it means, und, nein, nein, nein, da ist weder lustig noch besonders tiefsinnig und eins schon gar nicht: sprachm\u00e4chtig, und da mag das Internet-Feuilleton, das ich soeben konsultiert habe (man schreckt ja im Dienste der Leser vor nichts zur\u00fcck), noch so sehr von &#8222;Kunst, Kunst, Kunst&#8220; raunen, nee, isses nicht, Ehrenwort, garantiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann beschreibt Opitz, wie er eine Nachkommin des Pfarrers Tinius ausfindig macht, deren Ehemann ein wenig geforscht und veraufsatzt hat zum ber\u00fcchtigten Vorfahren. Er beklagt sich \u00fcber seine Vorg\u00e4nger, die den \u201eCriminalfall\u201c reichlich verzerrt und voreingenommen berichteten, und da mag er wohl Recht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit nach nicht ganz einem Drittel: Ich bin mal gespannt, wie er die Kurve kriegt. Noch ist ja der eigentliche Held des Ganzen nicht im Vollvisier des Autors und der Justiz, vielleicht tr\u00e4gt dann der krumme Sprach- und Inhaltsbaum Fr\u00fcchte. Momentan bin ich allenfalls bereit, ihm zu attestieren, er sei auf hohem Niveau bei einem riskanten Drahtseilakt abgest\u00fcrzt, was aller Ehren wert ist. Mehr aber nicht. Noch nicht. Ob ich meine Meinung \u00e4ndere? Mag sein, dass meine Erwartung, etwas \u00fcber den &#8222;B\u00fccherm\u00f6rder&#8220; zu erfahren, nicht der Intention des Autors entspricht, mir die zweifelhafte &#8222;Objektivit\u00e4t des Faktischen&#8220; vor Augen zu f\u00fchren. Insofern w\u00e4re das Ganze ein Missverst\u00e4ndnis, da mir genau dieses Thema schon zu gel\u00e4ufig ist, um ihm noch einmal ein paar Hundert Seiten lang beizuwohnen. Wohlan. Wir werden sehen. N\u00e4chste Woche mehr dazu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweiter Leseversuch: Die ersten 55 Seiten noch mal gelesen, das Urteil bleibt gleich: Ich sehe wohl die Absicht, zweifele aber an ihrer Umsetzung. Nun, sei\u2019s drum. Weiterlesen. Heute bis Seite 110.Inhaltlich tut sich wenig, alles dreht sich irgendwie im Kreis. 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