{"id":16208,"date":"2005-11-20T11:40:14","date_gmt":"2005-11-20T11:40:14","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/11\/opitziana\/"},"modified":"2022-06-06T16:32:59","modified_gmt":"2022-06-06T14:32:59","slug":"opitziana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/11\/opitziana\/","title":{"rendered":"Opitziana"},"content":{"rendered":"\n<p>Da wir, im Gegensatz zu den &#8222;Alligatorenpapieren&#8220;, ja nie Urlaub machen und auch Sonntags die weite Welt des Internets beobachten, und wir morgen ja eh unseren Opitztag haben &#8211; hier zwei Kostproben von &#8222;B\u00fccherm\u00f6rder&#8220;-Bewertung. Soviel steht fest: Wenn Opitzens Buch zu sonst nichts weiter n\u00fctzt, als den fragw\u00fcrdigen Zustand deutschsprachiger Feuilletons offenzulegen, hat es schon seine Berechtigung. Also: are you ready? Beruhigungstropfen in Griffn\u00e4he? Gut drauf? Dann hier:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In der &#8222;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&#8220; vom 17.11., kurz faz genannt, was wir f\u00fcrderhin &#8222;Feuilleton als Zirkus&#8220; lesen wollen, lobt Alexander Kosenina den B\u00fccherm\u00f6rder und seinen Autor,<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;dessen Keckheit und Abschweifungen ihn an Lawrence Sterne erinnern, dessen schr\u00e4ger Witz und stilistische Kapriolen ihn an Jean Paul oder Martin Mosebach und dessen typografische Skurrilit\u00e4ten ihn sogar an Arno Schmidt denken lassen&#8220;.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Was nun mich an die Frage erinnert, wie wenig man eigentlich von Literatur verstehen muss, um f\u00fcr die faz Literaturkritiken schreiben zu d\u00fcrfen. Sterne! Jean Paul! Arno Schmidt! (Mosebach lasse ich au\u00dfen vor, den kenne ich zu wenig). Dagegen w\u00e4re Opitz, selbst wenn er gut w\u00e4re, ein W\u00fcrstchen, ein H\u00e4nfling, deutscher Schaumwein in Gesellschaft edelsten Champagners. Und vonwegen &#8222;typografische Skurrilit\u00e4ten&#8220; bei Schmidt! M\u00fcsste man auch mal lesen, Herr Kosenina, &#8222;mal davon geh\u00f6rt&#8220; zu haben, gen\u00fcgt da nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der \u2192<a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/22408.html\">gleichen Quelle<\/a> beziehen wir auch Kenntnis der Rezension von Dorothea Dieckmann, am 18.10. in der &#8222;Neuen Z\u00fcrcher Zeitung&#8220; erschienen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Ganz besonderen Genuss hat der Rezensentin Opitz&#8216; &#8222;grenzenlose Sprachlust&#8220; bereitet, die beschwingt alle Register &#8222;von frei historisierender zu deftig-heutiger Umgangssprache&#8220; zieht und den Bericht \u00fcber den der Literatur verfallenen M\u00f6rder zu einem &#8222;origin\u00e4ren Sprachkunstwerk&#8220;macht.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Tja, irgendwas ist schiefgelaufen in unserer literarischen Kultur. Wenn man der Rezensentin mit Opitz&#8216; &#8222;grenzenloser Sprachlust&#8220; &#8222;ganz besonderen Genuss&#8220; bereiten kann, dann wollen wir uns den universellen Orgasmus beim Lesen von Sterne, Jean Paul und Arno Schmidt lieber gar nicht erst vorstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da wir, im Gegensatz zu den &#8222;Alligatorenpapieren&#8220;, ja nie Urlaub machen und auch Sonntags die weite Welt des Internets beobachten, und wir morgen ja eh unseren Opitztag haben &#8211; hier zwei Kostproben von &#8222;B\u00fccherm\u00f6rder&#8220;-Bewertung. 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