{"id":16278,"date":"2005-12-10T09:28:55","date_gmt":"2005-12-10T09:28:55","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/12\/bienenkrimi\/"},"modified":"2022-06-07T01:38:37","modified_gmt":"2022-06-06T23:38:37","slug":"bienenkrimi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/12\/bienenkrimi\/","title":{"rendered":"Bienenkrimi"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit Holtei und Krimijahrbuch werden wir nicht reich. Aber reich werden m\u00fcssen wir und wollen wir. Nachdem sich nun veritable Gr\u00f6\u00dfen der deutschen Krimikultur zu Frau Swanns Schafskrimi \u201eGlennkill\u201c \u2192<a href=\"http:\/\/www.krimiblog.de\/?p=330\">bekannten<\/a> (jetzt darf ich\u2019s ja zugeben: Auch ich war hingerissen!), wollen wir euch heute unseren gro\u00dfen Reibach-Coup vorstellen: den ersten Bienenkrimi der Weltliteratur! Er hei\u00dft \u201eHonigmord im Honeymoon. Ein literarischer Bienenkrimi\u201c, spielt nat\u00fcrlich in England und wurde von Frau Joyce Schiller verfasst, hinter der sich ein bekannter Kriminalblogger aus dem Saarl\u00e4ndischen verbirgt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Da in diesem Roman auch brasilianische Killerbienen eine nicht unbedeutende Rolle spielen und der dramatische Showdown auf den vorkapitalistischen Honigfarmen Chinas stattfinden soll, wird das Werk voraussichtlich als Hardcover-Ausgabe in der metro-Reihe des Unionsverlages erscheinen, wenngleich wir nur ungern mit Verlegern zusammenarbeiten, die Filterzigaretten schnorren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Beste: Wer jetzt schon <a href=\"mailto:dpr@hinternet.de?subject=Bienenkrimi\"> hier vorbestellt <\/a>, erh\u00e4lt garantiert ein handsigniertes Exemplar der Autorin! Na? \u00dcberzeugt? Noch nicht? Dann aber ganz gewiss nach dieser kleinen Leseprobe!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Leseprobe \u201eHonigmord im Honeymoon\u201c von Joyce Schiller]<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Erstes Kapitel<\/strong><\/p><p>Was f\u00fcr ein herrlicher Tag begann an diesem Morgen, als sich die Sonne aus der Vulva der sanften H\u00fcgel Gloucestershires gebar! Miss Marbee schlug die Augen auf, die zun\u00e4chst das Goldgelb ihrer Behausungsw\u00e4nde beschauten, dann aber nach links wanderten, weil die Ohren das gleichm\u00e4\u00dfige Brummen des Liebsten vernommen hatten, der, im Bl\u00fctenbette schnarchend, von der st\u00fcrmischen Nacht zu tr\u00e4umen schien, die auch Miss Marbee noch in allen Sinnen und K\u00f6rperteilen steckte.<\/p><p>\u201eGeorgie&#8230;\u201c, fl\u00fcsterte sie leise und stie\u00df den Schlafenden sanft mit ihrem Stachel an. \u201eGeorgie&#8230; aufstehen&#8230;\u201c George Crosbee r\u00fchrte sich nicht, obgleich es schon f\u00fcnf Uhr drei\u00dfig sein musste, h\u00f6chste Zeit also, den Besuch des Imkers, Mister Lang-Nesy, vorzubereiten. Die Stimmung Miss Marbees verd\u00fcsterte sich leicht. Mr. Lang-Nesy war ohne Zweifel ein Honigdieb, ein Ausbeuter schlimmsten Kalibers, doch, wie alle Kapitalisten, eloquent und mit guten Manieren. Neulich erst hatte er einen Bienenstock im benachbarten Up-on-Strike erworben und scherzhaft damit gedroht, die Produktion feinsten Akazienhonigs, f\u00fcr den Miss Marbees Volk ber\u00fchmt war, dorthin auszulagern, sollte Miss Marbee nicht geh\u00f6rigen Abstrichen bei der Altersversorgung zustimmen. Aber das war doch nur kapitalistisch-globalistischer Spa\u00df gewesen, und jetzt&#8230;<\/p><p>Das Eintreten Miss Applebees, der alten Haush\u00e4lterinnen-Arbeitsbiene, unterbrach Miss Marbee in ihrer Kapitalismuskritik. \u201eIch bringe das Fr\u00fchst\u00fcck\u201c, sagte die Alte und stellte das Tablett vorsichtig auf die Zudecke, unter der Miss Marbee und ihr Verlobter George eine produktive Nacht verbracht hatten. Es gab, wie jeden Morgen, ein T\u00e4sschen Bl\u00fctentau nebst Zuckerbrot, und der Duft des Fr\u00fchst\u00fccks zog verf\u00fchrerisch in Miss Marbees Nase, und selbst Georgie regte sich nun, schlug die Augen auf, blickte gierig auf das Tablett, sodann gierig auf Miss Marbees vollendeten K\u00f6rper, als sei er sich unschl\u00fcssig, von welcher Verf\u00fchrung er zuerst naschen sollte. Aber, bei Gott, er w\u00fcrde beide bis zur Neige auskosten&#8230;<\/p><p>\u201eNa\u201c, fragte Miss Marbee neckisch, \u201eZuckerbrot oder Peitsche?\u201c Dann proustete sie los und lag zwischen Georgies zitternden Fl\u00fcgeln&#8230;<\/p><p>(Es folgt nun eine l\u00e4ngliche Bienensexszene, ziemlich rau, am Ende wiederum in Gesellschaftskritik umkippend, aber ich arbeite noch dran und muss mal bei James Ellroy nachgucken.)<\/p><p>Anschlie\u00dfend starteten Miss Marbee und George zu ihrem morgendlichen Rundflug \u00fcber ihr schon sehr gesch\u00e4ftiges Reich, begleitet von den Leibw\u00e4chtern Mister Sweet und Mister Honey, dem ersten schwulen Bienenpaar der Weltliteratur. Ach, was war sie so verliebt! Oh, wie emsig wurde da best\u00e4ubt! Eh, aber was trieb Mister Lang-Nesy da im Gras? Ganz regungslos lag er da und \u2013 Miss Marbee und Georgie trauten kaum ihren Augen! Mister Lang-Nesy war zu einer Biene geworden! Jedenfalls hatte er jetzt einen langen Stachel&#8230; oder doch nicht? Doch, unbezweifelbar! Er sah aus wie eine Mistforke und wuchs aus seinem Unterleib, das hei\u00dft eigentlich in ihn hinein, und Adamsberg sch\u00fcttelte ersch\u00fcttert den Kopf. Sollte der Richter wider Erwarten doch noch nicht tot sein&#8230; und warum stand auf der Forke \u201eMade in Romania\u201c? F\u00fchrte die Spur etwa nach Bukarest? Aber das ist jetzt pl\u00f6tzlich ein ganzer anderer Roman, wenn nicht gar zwei&#8230;<\/p><p>[Ende der Leseprobe \u201eHonigmord in Honeymoon\u201c von Joyce Schiller]<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Holtei und Krimijahrbuch werden wir nicht reich. Aber reich werden m\u00fcssen wir und wollen wir. 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Er hei\u00dft \u201eHonigmord [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-16278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16278\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}