{"id":16294,"date":"2005-12-16T10:12:37","date_gmt":"2005-12-16T10:12:37","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/12\/der-verlag-und-die-kultur\/"},"modified":"2022-06-15T02:50:21","modified_gmt":"2022-06-15T00:50:21","slug":"der-verlag-und-die-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/12\/der-verlag-und-die-kultur\/","title":{"rendered":"Der Verlag und die Kultur"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2005\/cover\/jahrbuch_cover_werk.jpg\" alt=\"jahrbuch_cover_werk.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich sollte das Jahrbuch als \u201ebook on demand\u201c erscheinen. Auf Verlagstour wollte ich nicht gehen, denn was h\u00e4tte ich schon zu bieten gehabt? Die Aussicht auf Profit ganz gewiss nicht. \u201eEin Jahrbuch, meine sehr verehrten Damen und Herren\u201c, h\u00e4tte ich sagen k\u00f6nnen, \u201emuss man sich als Verlag leisten. Einfach so. Im Dienste der Krimikultur.\u201c Und dann h\u00e4tten sie mich rausgeschmissen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Also book on demand. \u00dcberschaubares finanzielles Risiko, keine Lagerhaltung, gedruckt wird, was bestellt wird, Ende. Sch\u00f6n, ich gestehe: Ein paar F\u00fchler habe ich schon ausgestreckt. Einfach nur, um meine Neugierde zu befriedigen. W\u00fcrde sich ein Verlag das Jahrbuch \u201eleisten\u201c wollen? Tats\u00e4chlich: Man war interessiert. Keine feste Zusage, aber immerhin: Man kalkulierte schon, wie man das Ding wenigstens in die N\u00e4he schwarzer Zahlen w\u00fcrde man\u00f6vrieren k\u00f6nnen. Sch\u00f6n. Und dann kam NordPark.<\/p>\n\n\n\n<p>NordPark ist DER deutsche Verlag f\u00fcr Kriminalsekund\u00e4rliteratur. Klingt gut. NordPark ist auch der einzige deutsche Verlag f\u00fcr Kriminalsekund\u00e4rliteratur. Klingt immer noch nicht schlecht, reicht ja im Grunde. Was dort verlegt wird, ist Feierabendbesch\u00e4ftigung auf Profiniveau und enth\u00e4lt \u2013 ich riskiere jetzt mal das sentimentale Worth\u00fclslein \u2013 Herzblut. Man machts, weils ja jemand machen muss, und die Finanzierung \u2013 naja. Irgendwie halt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Enthusiasmus von Alfred Miersch (der sich nicht nur in NordPark, sondern ja auch in den Alligatorpapieren manifestiert) ist es etwa zu danken, dass man sich in B\u00e4lde mit dem weltweit ersten \u2192<a href=\"http:\/\/www.nordpark-verlag.de\/krimikritikfuenf.html\"> Sammelband<\/a> zu Leben und Werk Lawrence Blocks wird schm\u00fccken k\u00f6nnen. Man? Sag ich jetzt mal so. Werden sich schon die Richtigen mit den F\u00e4usten den Brustkorb maltr\u00e4tieren und stolz drauf sein, dass es in Deutschland nicht nur viel Krimi, sondern auch a bisserl Kultur gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass das Jahrbuch jetzt bei NordPark erscheint, macht also Sinn, ja, es kann eigentlich gar nicht anders sein. Das Jahrbuch ist auch eine Dokumentation, ein Magazin all der Dinge, die 2005 wichtig waren in Krimideutschland. Kein Mensch wird 2015 kommen und schwadronieren k\u00f6nnen, ja, der deutsche Krimi sei bekanntlich erst 2010 aus seiner Wiege gekrochen, vorher h\u00e4tte man nichts von ihm geh\u00f6rt. Nee, geht nicht mehr. Belegst\u00fcck raus \u2013 hier, gucken, Maul halten.<\/p>\n\n\n\n<p>NordPark unterst\u00fctzt das Jahrbuch, das Jahrbuch unterst\u00fctzt Nordpark. Krimikultur ohne verlegerische Fundierung ist selbst (oder gerade) in Zeiten des Internet und der Flut digitaler Informationen nicht vorstellbar. Irgendwer muss sammeln und sortieren, irgendwer muss manifestieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und irgendwer muss das Jahrbuch kaufen. Beim Krimibuchh\u00e4ndler, beim Normalbuchh\u00e4ndler, beim Internetbuchh\u00e4ndler, beim Verlag direkt oder jetzt, gleich, \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2005\/11\/sprung-ins-kalte-wasser.php\">hier vorbestellen<\/a>, was gleichbedeutend ist mit dem Direktbezug beim Verlag und finanziell so wohltuend wie zwei bestellte Jahrb\u00fccher bei Amazon und Co. Ganz pathetisch: Jedes gekaufte Krimijahrbuch f\u00f6rdert die Krimikultur hierzulande. Aber ja doch, liebes notorisches Kulturvolk.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urspr\u00fcnglich sollte das Jahrbuch als \u201ebook on demand\u201c erscheinen. Auf Verlagstour wollte ich nicht gehen, denn was h\u00e4tte ich schon zu bieten gehabt? Die Aussicht auf Profit ganz gewiss nicht. \u201eEin Jahrbuch, meine sehr verehrten Damen und Herren\u201c, h\u00e4tte ich sagen k\u00f6nnen, \u201emuss man sich als Verlag leisten. Einfach so. 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