{"id":16310,"date":"2005-12-28T07:35:22","date_gmt":"2005-12-28T07:35:22","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/12\/das-krimijahr-2006-prognose-1\/"},"modified":"2022-06-12T21:45:49","modified_gmt":"2022-06-12T19:45:49","slug":"das-krimijahr-2006-prognose-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2005\/12\/das-krimijahr-2006-prognose-1\/","title":{"rendered":"Das Krimijahr 2006 &#8211; Prognose  -1-"},"content":{"rendered":"\n<p>R\u00fcckschau halten kann jeder. In die Zukunft blicken: nur dieser Blog hier. Was also bringt uns das Krimijahr 2006? Lassen wir das \u00dcbliche beiseite; all die tollen Regionalkrimis, die wunderbaren Themenkrimis, die ph\u00e4nomenalen Serienm\u00f6rder- und Gerichtsmedizinerinnenkrimis, die unglaublichen&#8230; nein, nur die Highlights, bitte! Meister, schauen Sie in Ihren Kaffeesatz!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Erstes Quartal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Silvesterknaller sind noch nicht zur G\u00e4nze detoniert, da brechen zwei merkw\u00fcrdige Gruppen von Reisenden zu einer abenteuerlichen Tour ans andere Ende der bewohnten Welt auf. Der Verleger von Grafit und der Herausgeber von metro r\u00fcsten Expeditionen zur unzug\u00e4nglichen sibirischen Halbinsel Kamtschatka aus, wo vertrauensw\u00fcrdigen Ger\u00fcchten zu Folge der erste kamtschuktschische Krimi geschrieben worden ist. Die Kamtschuktschen, man wei\u00df es, sind eine klitzekleine, wahrscheinlich indogene Minderheit, kaum noch 17 Personen stark, selbst in der Bl\u00fcte ihrer Kultur waren es kaum 18. Sie sprechen Neukamtschuktschisch, doch der Kriminalroman, den einer von ihnen geschrieben hat (ein Mann namens Oleg Kamtschuktschikow), ist in Altkamtschuktschisch, das nur noch zwei Personen flie\u00dfend beherrschen, eine davon besagter Oleg Kamtschuktschikow, die andere seine hinf\u00e4llige Mutter, Larissa Kamtschuktschikowa. Dieser Roman ist also schon unter linguistischen Aspekten eine Sensation, eine \u00dcbersetzung ins Deutsche ein garantierter Verkaufserfolg. Ausger\u00fcstet mit dem besten, was die outdoor-Anbieter ihnen aufschwatzten, begeben sich der Grafit-Verleger und der metro-Herausgeber mit ihren Teams auf den spannenden Wettlauf um die \u00dcbersetzungsrechte. Ein Gro\u00dfteil der Strecke wird via Transsibirische Eisenbahn zu bew\u00e4ltigen sein; aber dann? Vorsichtshalber hat der metro-Herausgeber 17 Schlittenhunde im Gep\u00e4ck.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufregung bei der Verk\u00fcndung der diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger des Deutschen Krimipreises (DKP). National f\u00e4llt der Titel an Jan Seghers und seinen Kriminalroman \u201eDie Braut im Schnee\u201c. Begr\u00fcndung der Jury: So sch\u00f6n ist seit hundert Jahren Kafka nicht mehr paraphrasiert worden, das ist ja fast Literatur. Das Syndikat, an seiner Spitze einige rothaarige Frauen, tobt und verlangt ein sofortiges Verbot der DKP. Der Innenminister verspricht, den Antrag wohlwollend zu pr\u00fcfen. International gewinnt Astrid Paprotta mit \u201eDie H\u00f6hle der L\u00f6win\u201c. Die in Dublin geb\u00fcrtige Autorin wurde von Andrea Fischer aus dem Amerikanischen \u2192<a href=\"http:\/\/www.facts.ch\/dyn\/magazin\/buecher\/539795.html\">\u00fcbersetzt<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Literarisches Highlight im Februar: David Peace mit \u201e1977\u201c. Aus der Verlagswerbung: \u201eJetzt mit 533 Kotzszenen! Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde sicher!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Anne Chaplets ebenfalls f\u00fcr Februar angek\u00fcndigter Thriller \u201eSauberer Abgang\u201c verz\u00f6gert sich in der Auslieferung, da Frau Chaplet den Roman an entscheidenden Stellen umzuschreiben gedenkt. Wir sind gespannt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zweites Quartal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Expeditionen nach Kamtschatka sind in Moskau eingetroffen. Der Grafit-Verleger gr\u00fcndet die Deutsch-Russische Gesellschaft zur F\u00f6rderung des Regionalkrimis und gewinnt Herrn Altkanzler Schr\u00f6der als Vorsitzenden. Dieser wiederum setzt sich bei Freund Putin daf\u00fcr ein, die Expedition des metro-Herausgebers durch staatliche Willk\u00fcr zu torpedieren. Als beide Expeditionen endlich den Transsib besteigen, tut dies auch Ludmilla Fedorowskaja, Agentin des KGB. Ihre Aufgabe wird es sein, den metro-Herausgeber mit allen nur denkbaren unmoralischen Mitteln von seinem Vorhaben abzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Skandal bei der diesj\u00e4hrigen Criminale des Syndikats. Gewinner des Glauser ist \u2013 Jan Seghers mit seinem Kriminalroman \u201eDie Braut im Schnee\u201c. Begr\u00fcndung der Jury: Ein Roman, der schon vor zig Jahren von Franz Kafka paraphrasiert wurde, kann so schlecht nicht sein. Bei der von Handgreiflichkeiten und verbalen Kapitalverbrechen gekennzeichneten \u00dcbergabe des Preises beschlie\u00dfen alle Syndikatsmitglieder ihren sofortigen Austritt \u2013 mit einer Ausnahme. Herr Ludger Menke, seit seinem bei Suhrkamp erschienenen Regionalkrimi \u201eDauerbrand im Sauerland\u201c ordentliches Mitglied des Syndikats, \u00fcbernimmt als einzig verbliebener Autor s\u00e4mtliche Vorstands\u00e4mter in Personalunion.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ver\u00f6ffentlichung von Anne Chaplets \u201eSauberer Abgang\u201c verz\u00f6gert sich weiterhin. Was von der Presse indes kaum zur Kenntnis genommen wird. Sie konzentriert sich auf David Peace, der in einem Interview gesteht, sein \u201e1977\u201c enthalte lediglich 398 Kotzszenen. Der Verlag dementiert und verspricht eine unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorausschau auf das dritte und vierte Quartal erfolgt zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt. Der Blogger sammelt den Kaffeesatz ein, tut ihn in ein Filterpapier. Das gibt noch ein gutes T\u00e4sschen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckschau halten kann jeder. In die Zukunft blicken: nur dieser Blog hier. Was also bringt uns das Krimijahr 2006? Lassen wir das \u00dcbliche beiseite; all die tollen Regionalkrimis, die wunderbaren Themenkrimis, die ph\u00e4nomenalen Serienm\u00f6rder- und Gerichtsmedizinerinnenkrimis, die unglaublichen&#8230; nein, nur die Highlights, bitte! 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