{"id":16319,"date":"2006-01-04T06:39:13","date_gmt":"2006-01-04T06:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/01\/kurzrezensionen-1\/"},"modified":"2022-06-15T00:05:29","modified_gmt":"2022-06-14T22:05:29","slug":"kurzrezensionen-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/01\/kurzrezensionen-1\/","title":{"rendered":"Kurzrezensionen -1-"},"content":{"rendered":"\n<p>Lange Zeit wusste ich nicht, was jener \u201eSUB\u201c ist, von dem ForenbesucherInnen bisweilen lamentierend sprechen. Als ich zwischen den Jahren meinen Stapel ungelesener B\u00fccher betrachtete, kam mir auf einmal die Erleuchtung. Und der Vorsatz: Der Stapel muss kleiner werden. Die Rezensionen der abgelesenen Werke k\u00fcrzer. Voil\u00e0. Hier sind die ersten drei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"361\" height=\"199\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/cover\/kurzrezis_1.jpg\" alt=\"kurzrezis_1.jpg\"\/><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Drei Storys ohne Mord hat Andrea Camilleri in seinen Band \u201eDer falsche Liebreiz der Vergeltung\u201c gepackt, Geschichten aus den Anfangsjahren seines Commissario Montalbano, traurige und tragische Geschichten aus Sizilien eigentlich, doch unter der leichten Hand des Meisters und den seltsamen Methoden seines Protagonisten geraten sie zu vorz\u00fcglichem und am\u00fcsantem Lesestoff. Morde geschehen nicht, es werden welche verhindert, die Wirklichkeit schleicht sich en passant und satzweise ein: Mafia, afrikanische boat people, Armut. Das ist komisch und unkomisch zugleich, das muss einer k\u00f6nnen, und Camilleri kann es.<\/p>\n\n\n\n<p>Komisch, ja bizarr, sprich: englisch extravagant sind auch die sieben Erz\u00e4hlungen in \u201eFather Brown und die Midasmaske\u201c von G.K. Chesterton. Nur die (lange Zeit verschollen geglaubte) Titelstory zeigt uns den kleinen, pummeligen Geistlichen in Aktion, der f\u00fcr Chestertons Nachruhm sorgte. Der Rest ist Krimi der etwas anderen Art. R\u00e4tsel werden gel\u00f6st, aber diese L\u00f6sungen sind oft merkw\u00fcrdiger als die R\u00e4tsel selbst. Chesterton erz\u00e4hlt geistreich, pointiert, wortwitzig, wir erleben Landpfarrer, die auf Elefanten reiten, Bankiers, die keine sind, Attent\u00e4ter, die zu Attent\u00e4tern werden, weil sie Attentate verhindern wollen, \u00fcberhaupt: ein Sammelsurium schr\u00e4ger Typen, die wir am Anfang gar nicht verstehen, dann aber doch, und die am Ende immer eine Moral oder Lebensweisheit parat haben. Wenn sie von einem Meister wie Chesterton kommt, haben wir nichts dagegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Maren Schwarz macht es uns mit ihrem Krimi \u201eMaienfrost\u201c leicht. Wir zitieren treffend aus dem R\u00fcckumschlag-Text: \u201eIn ihren Romanen versteht es die leidenschaftliche Krimiautorin ausgezeichnet, Seite f\u00fcr Seite eine schier unertr\u00e4gliche Spannung aufzubauen.\u201c Dem haben wir nur eine Kleinigkeit hinzuzuf\u00fcgen: Man ersetze \u201eSpannung\u201c durch \u201eLangeweile\u201c. Oder, noch k\u00fcrzer: Maren Schwarz kreuzt ein gusseisernes Mankell-Imitat mit dem Aufsatz \u201eMeine Schulferien auf R\u00fcgen\u201c einer h\u00f6chstens F\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen. Das wird hierzulande geschrieben. Meinetwegen. Das wird hierzulande gedruckt. H\u00e4?<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Andrea Camilleri: <br \/>Der falsche Liebreiz der Vergeltung. Commissario Montalbano findet seine Bestimmung. <br \/>L\u00fcbbe 2005. 347 Seiten, 19,90 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">G.K. Chesterton: Father Brown und die Midasmaske. <br \/>Nova &amp; vetera 2004. 214 Seiten, 22 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Maren Schwarz: Maienfrost. <br \/>Gmeiner 2005. 276 Seiten, 9,90 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lange Zeit wusste ich nicht, was jener \u201eSUB\u201c ist, von dem ForenbesucherInnen bisweilen lamentierend sprechen. Als ich zwischen den Jahren meinen Stapel ungelesener B\u00fccher betrachtete, kam mir auf einmal die Erleuchtung. Und der Vorsatz: Der Stapel muss kleiner werden. Die Rezensionen der abgelesenen Werke k\u00fcrzer. Voil\u00e0. Hier sind die ersten drei.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-16319","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16319","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16319"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16319\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16319"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16319"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16319"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}