{"id":16440,"date":"2006-02-21T07:48:23","date_gmt":"2006-02-21T07:48:23","guid":{"rendered":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/02\/blogdenken\/"},"modified":"2022-06-05T23:38:03","modified_gmt":"2022-06-05T21:38:03","slug":"blogdenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/02\/blogdenken\/","title":{"rendered":"Blogdenken"},"content":{"rendered":"\n<p>Kollege Bernd, der jeden Dienstag an dieser Stelle ein (zumeist englischsprachiges) Buch vorstellt, musste diesmal leider vor den Viren kapitulieren, womit er in bester Gesellschaft ist (gehts wieder, Alfred?). Gute Besserung von hier aus! Und wat nu? Machen wir uns ein paar Gedanken \u00fcber Blogs-an-sich und Krimiblogs im Besonderen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ausl\u00f6ser ist eine durchaus zutreffende, aber zu relativierende \u2192<a href=\"http:\/\/janzweyer.de\/content\/jz_aktuell.htm\"> Erkenntnis <\/a> von Krimiautor Jan Zweyer am 1. Februar 2006:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201e(&#8230;) habe ich den Eindruck, dass fast alle der mir bekannten Blogs, die sich mit Themen rund um den Krimi besch\u00e4ftigen, ziemlich im eigenen Saft schmoren. Sie m\u00f6gen von vielen gelesen werden, aber an den Diskussionen (\u00fcber die jeweiligen Kommentarfunktionen) beteiligen sich bestenfalls ein Dutzend Personen; die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen eben, die h\u00e4ufig selbst Blogs betreiben und so lediglich untereinander diskutieren. Es scheint also so zu sein, dass Blogs im Bereich der (Kriminal)Literatur (noch) kein wirkliches Kommunikations- und Diskussionsforum der Leser geworden sind.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die ber\u00fcchtigten nackten Zahlen best\u00e4tigen Herrn Zweyer: Die letzten 100 Kommentare dieses Blogs wurden, meine Wenigkeit abgerechnet, von 15 verschiedenen Personen verfasst. Davon geh\u00f6rten drei zur Hinternet-Mannschaft und drei sind selbst Blogbetreiber. Das klingt nach \u201eeigenem Saft\u201c, wenn man \u2013 und jetzt kommt die Relativierung \u2013 einen Blog als<em> \u201ewirkliches Kommunikations- und Diskussionsforum\u201c<\/em> betrachtet. Aber genau das ist er halt nicht. Wenigstens nicht dieser hier.<\/p>\n\n\n\n<p>Kann er nicht sein. Zum einen geben Blogs im Gegensatz zu Foren ein Thema vor. Der Kommentar reagiert auf einen Beitrag des Bloggers oder einen Kommentar zu diesem Beitrag. Eigene Themen (\u201eDan Brown ist doof!\u201c) sind nicht m\u00f6glich. Das schr\u00e4nkt enorm ein. Etwas muss mich so ber\u00fchren, dass ich die M\u00fchsal auf mich nehme, meine Gedanken dazu zu formulieren und einzutippen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens: Der Inhalt dieses Blogs. Normalerweise wird er von Montags bis Freitags regelm\u00e4\u00dfig gepflegt, macht also mindestens f\u00fcnf Beitr\u00e4ge, von denen wenigstens zwei Rezensionen sind und auf Leser treffen, die die besprochenen B\u00fccher in der Regel noch nicht kennen. Was also sollen sie kommentieren? Rezensionen wecken allenfalls die Aktivit\u00e4ten solcher Leute, die das Buch schon gelesen haben und dezidiert anderer Meinung als der Rezensent sind oder ihm zustimmen, was auch schon mal vorkommt, aber selten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Blog ist also KEIN Forum. Er provoziert keine Kommentare, nimmt sie aber dankend entgegen. Weit wichtiger scheint mir, dass ein Krimiblog informiert. Und zwar nicht \u201eprofessionell journalistisch\u201c, wie gelegentlich gefordert (\u00fcber die Professionalit\u00e4t des aktuellen Journalismus kann man geteilter Meinung sein), sondern, wie es sich f\u00fcr ein \u201eTagebuch\u201c geh\u00f6rt: subjektiv und wahrhaftig, doch durchaus mit einem Augenmerk auf die Tatsache, dass auch andere als man selbst diese Eintr\u00e4ge lesen. Ich schreibe aber, was ich schreiben will, nicht was die Leute lesen wollen. Ich schreibe \u00fcber Krimis und lade jeden Interessierten herzlich ein, dies zu lesen, zu bedenken und, so ihm oder ihr danach ist, das Geschriebene wie auch immer zu kommentieren. So entstehen gelegentlich Diskussionen, auch kontroverse, aber ich schreibe nicht urs\u00e4chlich, um andere zum Schreiben zu bewegen. Bin aber erfreut, wenn es mir gelingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und noch etwas: Krimiblogs sind special-interest-blogs. Sie k\u00f6nnen sich eine in aller Regel \u00fcberschaubare Stammleserschaft verdienen, und die Zugriffsstatistiken erz\u00e4hlen, dass uns dies gelungen ist. Sie k\u00f6nnen Interessierte, die via Google oder andere Suchmaschinen zu uns kommen, binden, sie k\u00f6nnen, im besten Fall, aus &#8222;Nur-Krimilesern&#8220; &#8222;Auch-\u00fcber-Krimi-Leser&#8220; machen. Es geht hier nicht um &#8222;Hits&#8220; auf Teufel komm raus. Hier gibt es selten Dreizeiler, nicht deshalb, weil Dreizeiler per se zu verurteilen w\u00e4ren, sondern die allgemeine Ansicht, in der K\u00fcrze liege die W\u00fcrze. H\u00e4ufig liegt in ihr die Desinformation und zwar gewollterma\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wiewohl ich darauf bestehe, keine &#8222;Blogosph\u00e4re&#8220; und keiner &#8222;Community von Bloggern&#8220; anzugeh\u00f6ren, ist es doch wichtig, dass dieser Krimiblog nicht alleine existiert. Es gibt andere, die auch Krimiblogs sind &#8211; und doch anders. Siehe Linkliste. Das ist keine Konkurrenz, sondern Erg\u00e4nzung, je mehr desto besser, aber bitte keine Schw\u00e4tzer und Wichtigtuer. Oder doch: die auch. Wir sind ja ein Abbild der Wirklichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend also: Dieser Blog ist weder Forum noch Quatschbude, weder digitale Krimi-Bildzeitung noch akademische Bruderschaft. Hier ist jeder willkommen: zum Lesen, zum Kommentieren, zum Loben, zum Ohrenlangziehen. Dann schmoren wir alle in irgend etwas, aber der eigene Saft ist es dann hoffentlich nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kollege Bernd, der jeden Dienstag an dieser Stelle ein (zumeist englischsprachiges) Buch vorstellt, musste diesmal leider vor den Viren kapitulieren, womit er in bester Gesellschaft ist (gehts wieder, Alfred?). Gute Besserung von hier aus! Und wat nu? 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