{"id":16443,"date":"2006-02-23T07:48:02","date_gmt":"2006-02-23T07:48:02","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/02\/jogvan-isaksen-endstation-faeroeer\/"},"modified":"2022-06-17T21:04:49","modified_gmt":"2022-06-17T19:04:49","slug":"jogvan-isaksen-endstation-faeroeer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/02\/jogvan-isaksen-endstation-faeroeer\/","title":{"rendered":"J\u00f3gvan Isaksen: Endstation F\u00e4r\u00f6er"},"content":{"rendered":"\n<p>Von den umst\u00fcrmten Inseln im Nordatlantik wei\u00df man wenig. Wer mit dem Schiff nach Island f\u00e4hrt, hat dort ein paar Tage Zwangsaufenthalt, die man zum Lesen eines Krimis nutzen kann. Jetzt auch zum Lesen eines original f\u00e4ringischen Krimis.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dem in Kopenhagen wohnenden J\u00f3gvan Isaksen verdanken wir also diesen ersten Krimi von den F\u00e4r\u00f6er. Um es vorwegzunehmen: Eine solide Basis f\u00fcr mehr, kein Qualit\u00e4tsstandard, an dem die Nachfolger zwangsl\u00e4ufig scheitern m\u00fcssen, aber auch nichts, wof\u00fcr sich sp\u00e4tere Autoren zu sch\u00e4men h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Story selbst ist solide Krimiware. Der Journalist Martinsson, wie sein Sch\u00f6pfer in D\u00e4nemark ans\u00e4ssig, kehrt auf die heimatlichen Inseln zur\u00fcck, wo seine fr\u00fchere Freundin und ebenfalls Journalistin Sonja auf mysteri\u00f6se Weise von einer Klippe in den Tod gest\u00fcrzt ist. Berufsm\u00e4\u00dfig beginnt Martinsson zu recherchieren, der letzte Freund der Toten macht Andeutungen, doch bevor er N\u00e4heres erz\u00e4hlen kann, ist auch er tot, ermordet. Und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wie ein klassischer Whodunnit anhebt, ist aber keiner. Sehr schnell \u2013 und eigentlich etwas zu schnell \u2013 dringt Martinsson zu Sonjas Geheimnis vor. Es geht um alte Nazis aus S\u00fcdamerika, einen merkw\u00fcrdigen Schoner im Hafen, Erpressung, einen Schatz. Der Showdown wird erwartungsgem\u00e4\u00df in sch\u00f6nster feringischer Natur inszeniert, rasant durchaus, doch ohne gro\u00dfe \u00dcberraschungen. Nein, \u201espannend\u201c im klasssischen Sinn ist \u201eEndstation F\u00e4r\u00f6er\u201c nicht, aber doch gekonnt unterhaltsam.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Land und Leute erfahren wir so einiges, etwa dass die halbwegs erwachsene Bev\u00f6lkerung in \u201eBierclubs\u201c abh\u00e4ngt und der Zivilisation auf \u00e4hnliche Weise und mit vergleichbarer Inbrunst huldigt wie anderswo auch. Ein \u201eRegionalkrimi\u201c, der uns mit touristischen Informationen versorgt, ist das Buch aber gottlob nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie gesagt: Der erste f\u00e4ringische Krimi reiht sich ein in die Kette nach dem \u00fcblichen Schema gebauter Romane und liest sich entsprechend weg. Man merkt schon noch, dass es dem Autor an Erfahrung und vielleicht auch Souver\u00e4nit\u00e4t fehlt, seine Geschichte bruchlos und wenigstens auf den ersten Blick logisch zu erz\u00e4hlen. Das geht zu schnell, die B\u00f6sen sind auf den ersten Blick b\u00f6se, alles f\u00fcgt sich ein wenig zu nahtlos, will sagen gewollt zum Ganzen. Der Held immerhin ist ausbauf\u00e4hig, nicht so dauerdepressiv wie andere aus den Nordischen, trinkfest und durchaus humorbegabt, erotischen Eskapaden nicht abgeneigt, zum seitenlangen Philosophieren nicht willens, wof\u00fcr ihm gedankt sei. Doch, doch, warten wir auf das Nachfolgewerk und schauen, wie sich der Autor entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">J\u00f3gvan Isaksen: Endstation F\u00e4r\u00f6er. <br \/>Grafit 2006. 252 Seiten, 8,95 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von den umst\u00fcrmten Inseln im Nordatlantik wei\u00df man wenig. 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