{"id":16579,"date":"2006-03-28T06:32:08","date_gmt":"2006-03-28T06:32:08","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/03\/gary-phillips-high-hand\/"},"modified":"2022-06-15T00:56:12","modified_gmt":"2022-06-14T22:56:12","slug":"gary-phillips-high-hand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/03\/gary-phillips-high-hand\/","title":{"rendered":"Gary Phillips: High Hand"},"content":{"rendered":"\n<p>Martha Chainey arbeitet als Geldbotin. Ihr Job: \u201e\u00dcbersch\u00fcssige\u201c Gelder aus dem Spielerparadies Las Vegas zu aufnahmewilligen Interessenten zu bringen. Derartige Transporte ziehen nat\u00fcrlich kriminelle Elemente an wie faules Fleisch die Maden. Dementsprechend bereitet sie ihre Auftr\u00e4ge skrupul\u00f6s vor. Und doch. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eines Tages, im Hause eines Empf\u00e4ngers, erfolgt ein \u00dcberfall und sieben Millionen US$ sind weg. F\u00fcr den Auftraggeber ist die Sache eindeutig: Chainey hat 72 Stunden Zeit das Geld wieder zu beschaffen, andererseits wird sie zur Verantwortung gezogen.<br \/>Daraus entwickelt sich ein richtig gelungener und kurzweiliger Krimi. Die Leichen zweier Indianer aus den Reservaten, die f\u00fcr die dortigen Casinos nach Expansionsm\u00f6glichkeiten Ausschau hielten, f\u00fchren dazu, dass nicht nur Chainey f\u00fcr Casinobesitzer aus Las Vegas nach deren Geld sucht, sondern auch Stammesbr\u00fcder der toten Indianer in Las Vegas auf M\u00f6rderjagd sind. Und auch der Leibw\u00e4chter des Casinobesitzers ist unterwegs und versucht Chainey auf den Fersen zu bleiben. Drei Parteien bei denen nicht klar ist, wer zu wem geh\u00f6rt und wer gegen wen arbeitet; mittendrin ein Killer \u201eon the loose\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast \u201emiddle of the road\u201c ist das: Endlose Autofahrten durch die weite W\u00fcste Nevadas, Schie\u00dfereien, das Nachtleben, Informanten die bedroht werden wollen, bevor sie ihr Wissen weitergeben. Dem afroamerikanischen Autor und politischen Aktivisten Gary Phillips gelingt es jedoch, das Ganze in ein interessantes Gewand zu verpacken. Bekannt geworden ist Gary Phillips mit der Ivan Monk-Serie (benannt nach dem gleichnamigen \u201esperrigen\u201c Jazzpianisten), welche im Vergleich zu \u201eHigh Hand\u201c ungleich d\u00fcsterer und bedr\u00fcckender wirkt. \u201eDead night is falling\u201c ist so ein Beispiel, bei dem die rassischen Konflikte zwischen Afroamerikanern und Mexikost\u00e4mmigen des Antriebs durch Wei\u00dfe gar nicht mehr ben\u00f6tigen. Keine Frage, der politische Blick Phillips hebt auch \u201eHigh Hand\u201c von vielen gleichartig aufgebauten B\u00fcchern ab. Er ist aber weniger vordergr\u00fcndig als bei den Monk-B\u00fcchern. \u201eHigh Hands\u201c ist saftig erz\u00e4hlt, mit gelungenen Dialogen und Humor. Ohne dass es allerdings in die unertr\u00e4gliche Flapsigkeit Evanovichs abgleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesem Buch zeigt Phillips, dass er ein stilistisch flexibler Autor ist, der die Spielregeln des Genres kennt und ein Buch durch gewisse \u201eGrenz\u00fcberschreitungen\u201c beleben kann. Ihm ist ein unterhaltsames und atmosph\u00e4risch stimmiges Buch mit soziopolitischem \u201eadd-on\u201c gelungen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Gary Phillips: High Hands. <br \/>Kensington Publishing Corporation 2001. 300 Seiten, z.Zt. nur gebraucht lieferbar <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martha Chainey arbeitet als Geldbotin. 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