{"id":16608,"date":"2006-04-05T08:11:56","date_gmt":"2006-04-05T08:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/04\/quartal-der-frauen\/"},"modified":"2022-06-16T04:06:15","modified_gmt":"2022-06-16T02:06:15","slug":"quartal-der-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/04\/quartal-der-frauen\/","title":{"rendered":"Quartal der Frauen"},"content":{"rendered":"\n<p>Das erste Krimiquartal des Jahres liegt hinter uns. Wieder wogte die Flut des Gedruckten so gewaltig, dass mein kleiner Sch\u00f6pfl\u00f6ffel nicht nachkommen konnte, alles an Lesenswertem aufzufangen. Das Fazit ist also subjektiv und willk\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es war, im Guten wie im Schlechten, ein Quartal der Frauen. Bezogen auf die deutschsprachigen Novit\u00e4ten, auf die das Augenmerk gerichtet sei. Und dort stand man im Banne einer Deb\u00fctantin namens Andrea Maria Schenkel, die genrem\u00e4\u00dfig so ziemlich alles falsch machte \u2013 keine Ermittlung, keine Ermittler, keine hochgestochenen Botschaften \u2013 und damit literarisch alles richtig. \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/02\/andrea-maria-schenkel-tannoed.php\"> \u201eTann\u00f6d\u201c<\/a>, die Geschichte eines sechsfachen Mordes 1954 in der Oberpfalz, ein d\u00fcnnes Werk von 120 Seiten (auch das gegen die anscheinend herrschende Regel des Krimibacksteins), erntete Euphorie bei Kritikern wie Lesern, ging rasch in die zweite Auflage und ist, dies nebenbei, auf unserer Krimiseite nach wie vor ein gesuchtes Stichwort.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch (noch) nicht ganz etabliert ist Lena Blaudez, die mit \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/03\/lena-blaudez-farbfilter.php\"> \u201eFarbfilter\u201c<\/a> ihren zweiten Kriminalroman vorgelegt hat. Ada Simon, die Fotografin, wieder in Afrika, wieder ein facettenreiches Bild dieses chaotischen Kontinents. Blaudez setzt damit nicht nur ihre eigene Entwicklung konsequent fort, sondern best\u00e4rkt auch den Trend der letzten Jahre: Deutsche AutorInnen marschieren in die Welt hinaus, auf den Spuren Detlef B. Blettenbergs sozusagen, aber mit eigenen Gedanken und Konzepten im Marschgep\u00e4ck. Einem Trend folgt auch Andrea Maria Schenkel, dem Interesse von KrimiautorInnen an der j\u00fcngeren Vergangenheit. So reif und radikal wie sie war bis jetzt allerdings noch niemand.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider passen auch die Tiefpunkte des Jahres zu den Tendenzen der Vergangenheit: Hochambiti\u00f6ses, kitschiges Kunsthandwerk, von grob fabrizierter Sinnhaftigkeit durchraunte Nichtigkeiten. Bei Eva-Maria Heims \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/02\/abruptes-ende-einer-heimsuchung.php\"> \u201eDreckskind\u201c<\/a> tut es mir leid, die Autorin scheint besser zu sein als ihr Buch, denn das ist missgl\u00fcckt (gestehe aber, dass hier die Kritikermeinungen auseinandergehen und einige Menschen, die ich f\u00fcr kompetent halte, die Sache anders sehen. Also Vorsicht! Ich k\u00f6nnte mich irren!). Anne Chaplets \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/03\/anne-chaplet-sauberer-abgang.php\"> \u201eSauberer Abgang\u201c <\/a>hingegen ist ein durch und durch verlogenes St\u00fcck Pseudokrimi, auf die denkbar langweiligste Art zusammengeschustert.<\/p>\n\n\n\n<p>Und sonst? Viel Durchschnitt. Gelesen \u2013 vergessen. Manches wird mir, sowohl oben als auch unten, entgangen sein, und die Leser sind aufgefordert, mein wie gesagt subjektives und willk\u00fcrliches Fazit durch eigene subjektive und willk\u00fcrliche Meinungen zu erg\u00e4nzen. Und dieses Fazit lautet, sehr knapp: Es kann besser werden im laufenden Quartal. Oder schlechter.<\/p>\n\n\n\n<p>dpr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das erste Krimiquartal des Jahres liegt hinter uns. Wieder wogte die Flut des Gedruckten so gewaltig, dass mein kleiner Sch\u00f6pfl\u00f6ffel nicht nachkommen konnte, alles an Lesenswertem aufzufangen. Das Fazit ist also subjektiv und willk\u00fcrlich.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-16608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16608\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}