{"id":16731,"date":"2006-05-17T07:40:00","date_gmt":"2006-05-17T07:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/05\/dieter-hirschberg-toedliche-loge\/"},"modified":"2022-06-06T20:47:28","modified_gmt":"2022-06-06T18:47:28","slug":"dieter-hirschberg-toedliche-loge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/05\/dieter-hirschberg-toedliche-loge\/","title":{"rendered":"Dieter Hirschberg: T\u00f6dliche Loge"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/cover\/kurzkritik.gif\" alt=\"kurzkritik.gif\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Kenner der Literaturgeschichte m\u00fcssen es f\u00fcr eine naheliegende Idee halten, E.T.A. Hoffmann zum Helden von Kriminalromanen zu machen, wie dies Dieter Hirschberg nun schon zum dritten Male versucht hat. Kenner der Literaturgeschichte wissen aber auch, wie schnell und gr\u00fcndlich so etwas in die Hose gehen kann. Denn Hoffmann, Autor von \u201eDas Fr\u00e4ulein von Scuderi\u201c und damit Teil der Krimientwicklung, war ein durchaus komplex-verschr\u00e4nkter Charakter, nicht nur k\u00fcnstlerisch als Dichter-Musiker. Wer ihn also in persona literarisch abzubilden gedenkt, sollte diese Komplexit\u00e4t wenigstens andeuten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eT\u00f6dliche Loge. E.T.A. Hoffmann unter Verdacht\u201c ist kein durch die Bank misslungenes Buch. Es belegt die historischen Kenntnisse seines Autors, gibt Kostproben seines Humors und seines Talents zur pr\u00e4gnanten Schilderung. Letztlich jedoch scheitert Hirschberg an seinem Ehrgeiz, in Hoffmanns Spuren zu laufen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eT\u00f6dliche Loge\u201c kommt als \u201eDoppelroman\u201c daher, auch das naheliegend, denn das hatte schon Hoffmann im \u201eKater Murr\u201c exerziert. Eine H\u00e4lfte des Textes bleibt dem eigentlichen Kriminalfall vorbehalten: Ein umstrittener Theaterdirektor wird ermordet, Hoffmann, von fiebriger Grippe heimgesucht, ger\u00e4t selbst in Verdacht und sucht den wahren M\u00f6rder. Das liest sich, wie gesagt, stellenweise ganz putzig, ist aber insgesamt zu beliebig, zu sehr Milieuzeichnung, um als Krimistory wirklich \u00fcberzeugen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"230\" class=\"rbild\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/cover\/hirschberg.jpg\"\/> <\/p>\n\n\n\n<p>Die andere H\u00e4lfte nun besteht aus \u201eFieberphantasien\u201c des Dichter-Protagonisten. Romantischen, nat\u00fcrlich, ganz in der Manier Hoffmanns und der Romantik \u2013 und eben NUR in dieser Manier, ohne die Tiefe der Originale. Das ist alles viel zu harmlos, was vielleicht noch anginge, vor allem jedoch ist es schon bald recht langweilig und hemmt die sowieso nur z\u00f6gernd in Gang kommende dramatische Entwicklung der Geschichte. Irgendwann \u00fcberbl\u00e4ttert man diese Kapitel. \u00dcbrigbleibt ein nur unzureichend konturierter E.T.A. Hoffmann, der sich genregerecht durch einen Kriminalfall arbeitet. Schade.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Dieter Hirschberg: T\u00f6dliche Loge. <br \/>BeBra 2006. 285 Seiten, 9,90 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kenner der Literaturgeschichte m\u00fcssen es f\u00fcr eine naheliegende Idee halten, E.T.A. Hoffmann zum Helden von Kriminalromanen zu machen, wie dies Dieter Hirschberg nun schon zum dritten Male versucht hat. Kenner der Literaturgeschichte wissen aber auch, wie schnell und gr\u00fcndlich so etwas in die Hose gehen kann. 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