{"id":16811,"date":"2006-06-06T07:44:48","date_gmt":"2006-06-06T07:44:48","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/06\/richard-powell-say-it-with-bullets\/"},"modified":"2022-06-09T22:30:24","modified_gmt":"2022-06-09T20:30:24","slug":"richard-powell-say-it-with-bullets","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/06\/richard-powell-say-it-with-bullets\/","title":{"rendered":"Richard Powell: Say it with bullets"},"content":{"rendered":"\n<p>Auch im Zeitalter des Internets gibt es sie immer noch und immer wieder: Unentdeckte Krimi-Sch\u00e4tze, die kaum jemand kennt und die h\u00e4ufig auch nicht mehr verf\u00fcgbar sind. \u201eHard Case Crime\u201c, dessen spr\u00f6des Retro-Meisterwerk \u2192<a href=\" http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/03\/dominic-stansberry-the-confession.php \">&#8222;The Confession&#8220; <\/a> von Dominic Stansberry hier schon gelobt wurde , hat es sich zur \u201eAufgabe\u201c gemacht, solche verschollenen Sch\u00e4tze zu heben. Das 1952 erschienene und vermutlich niemals ins Deutsch \u00fcbersetzte <i> \u201eSay it with bullets\u201c <\/i> von dem weniger bekannten Richard Powell ist solch ein Buch.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es erz\u00e4hlt die Geschichte von Bill Wayne, eines Sp\u00e4theimkehrers des Zweiten Weltkrieges, der mit f\u00fcnf Freunden am Ende des Kriegs in China eine kleine Lufttransportfirma gegr\u00fcndet hatte. Als die Kommunisten kommen und die Freunde sich \u00fcber die Modalit\u00e4ten ihrer Flucht nicht einigen k\u00f6nnen, wird Bill von einem der M\u00e4nner in den R\u00fccken geschossen. Er findet sich, mit einer Kugel im R\u00fccken, von den Freunden f\u00fcr tot zur\u00fcckgelassen, auf dem Rollfeld liegend, wieder. Kaum ist er dann nach wilder Flucht durch China in Amerika zur\u00fcck, wird erneut auf ihn geschossen. Er beschlie\u00dft seine fr\u00fcheren Freunde aufzusuchen und den unbekannten Sch\u00fctzen zu finden.<br \/>Um im Land umher reisen zu k\u00f6nnen, ohne aufzufallen, bucht Bill eine Sightseeing Tour, die durch die Wohnorte der fr\u00fcheren Freunde im Westen Amerikas f\u00fchrt. Pech nur, dass die jungen Reisebegleiterin sich sehr intensiv ihn, der viel zu angespannt und verkniffen f\u00fcr einen Touristen wirkt, k\u00fcmmert. Am jeweiligen Ort angekommen, muss er sich deshalb immer wegschleichen und ger\u00e4t in die eigenartigsten Situationen. Zur\u00fcck bleiben, wie sollte es anders sein, mehr Leichen als Bill lieb ist und die Reisebegleiterin wird auch immer zudringlicher.<br \/>Es entwickelt sich ein muntere Geschichte, die mich ein wenig an \u201eDen Schwarzen Engel\u201c von Cornell Woolrich erinnert hat. Auch hier ein Episodenbuch, auch hier ist die Zahl der Verd\u00e4chtigen festgelegt und auch hier kommt es anders als man deckt. F\u00fcr heutige Leser kommt die Aufl\u00f6sung nicht ganz \u00fcberraschend. Aber dass das Genre und seine Leser sich weiterentwickelt haben, wollen wir einem Buch nicht vorwerfen, welches im Ton mit dem ungebrochene Optimismus des Wilden Westens und dessen Szenerien aufwartet: Spa\u00dfig, aber nicht albern, passend auch zur Zwickm\u00fchle, in die Bill ger\u00e4t. Pfiffig aufgebaut, gut entwickelt und spannend erz\u00e4hlt, kann es zwar mit heutigen Plotmonstern nicht mithalten, muss es aber auch nicht. Originelle Bilder, witzige Dialoge; mit einer \u00fcberraschend wenig angestaubten Szenerie und einem mehr kumpelhaften als paternalen Ton Frauen gegen\u00fcber, wirkt es ungemein frisch.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Richard Powell: Say it with bullets. <br \/>HardCaseCrime 2006. 253 Seiten, 6,49 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch im Zeitalter des Internets gibt es sie immer noch und immer wieder: Unentdeckte Krimi-Sch\u00e4tze, die kaum jemand kennt und die h\u00e4ufig auch nicht mehr verf\u00fcgbar sind. \u201eHard Case Crime\u201c, dessen spr\u00f6des Retro-Meisterwerk \u2192&#8222;The Confession&#8220; von Dominic Stansberry hier schon gelobt wurde , hat es sich zur \u201eAufgabe\u201c gemacht, solche verschollenen Sch\u00e4tze zu heben. 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