{"id":16877,"date":"2006-06-19T07:45:27","date_gmt":"2006-06-19T07:45:27","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/06\/krimi-und-krimine\/"},"modified":"2022-06-06T20:45:57","modified_gmt":"2022-06-06T18:45:57","slug":"krimi-und-krimine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/06\/krimi-und-krimine\/","title":{"rendered":"Krimi und Krimine"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/cover\/katzenjammer.jpg\" alt=\"katzenjammer.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ist Ihnen das aufgefallen? Seit Wochen bespricht dpr, der Obermotzer hier, fast nur noch Krimis von Frauen. Warum? Ich kann blo\u00df spekulieren. Vielleicht eine neue Form jener seit Urzeiten bekannten Balz, ein unbewusstes Verben um weibliche Gunst, sublimiert zwar, aber nichtsdestotrotz in seiner Plumpheit unverkennbar? Genau \u2013 diese Woche bespricht er einen \u201eFreud-Krimi\u201c, verfasst von \u2013 na? \u2013 einer Frau.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es ist doch so. Niemand hat etwas gegen Frauen, die Krimis schreiben. Niemand hat auch etwas gegen Frauen, die Fu\u00dfball spielen. Aber spielen Frauen wirklich Fu\u00dfball? Dieses nette, herzige, fast immer faire, technisch hochstehende Gekicke, was ist es im Vergleich zum WIRKLICHEN Fu\u00dfball der M\u00e4nner, diesem Spucken und Treten, Schwalben und Jammern, wenn der Ellenbogen in des Gegners Visage, der Griff in des Gegners zartester K\u00f6rpergegend landet?<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Krimi ist es \u00e4hnlich. M\u00e4nner schreiben Krimis, wie Krimis eben sein sollten: schmutzig und brutal, realistisch und illusionsfrei. Frauen dagegen sind gef\u00fchlsduselige Wesen, stets mitleidig, wissen, wie man die korrekte indirekte Rede setzt, steigen in die Psychen ihrer Personen, w\u00e4hrend sich die M\u00e4nner an der Physis irgendwelcher Blondinen abarbeiten, die f\u00fcr die Handlung nebens\u00e4chlich, f\u00fcr den Hormonhaushalt der m\u00e4nnlichen Leser indes essentiell sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Genug. Ich habe nichts gegen Frauen, bin aber sehr f\u00fcr Begriffsklarheit. M\u00e4nner schreiben DEN Krimi. Frauen meinetwegen DIE Krimine. Oder glauben Sie etwa, es w\u00e4re ein Zufall, dass David Peace ein Mann, Donna Leon aber eine Frau ist? Was, w\u00e4re James Ellroy eine Frau? Nicht auszudenken! Bullen, die Rezepte f\u00fcr K\u00e4sekuchen austauschen, Ganoven, die anfangen zu heulen, wenn sie diesen K\u00e4sekuchen essen, weil er \u201ewie bei Muttern\u201c schmeckt. Nein, Frauen und M\u00e4nner schreiben anders, das sind zwei v\u00f6llig getrennte Welten, nicht nur beim Krimi.<\/p>\n\n\n\n<p>Schauen Sie sich nur uns Katzen an. Hier sind die Rollen klar verteilt. Die K\u00e4tzin BETTELT um den Beischlaf, indem sie sich jaulend vor dem Kater im Gras rollt (Ich musste mich unl\u00e4ngst selbst mit einer solch Hemmungslosen herum\u00e4rgern). Sie bringt unsere Jungen zur Welt, w\u00e4hrend wir uns der Kindererziehung entziehen und den wichtigeren Dingen des Lebens widmen: in der Sonne d\u00f6sen, fressen und so tun, als seien wir kurz vor dem Verhungern, auf dem Scho\u00df des Frauchens klischeegeil schnurren.<\/p>\n\n\n\n<p>Also, ihr Frauen, die ihr Krimis schreibt, bleibt bei euren Leisten. Mordet weiterhin mit Gift, \u00fcberlasst uns die Axt. H\u00e4mmert weiter eure Beziehungskisten, derweil unsereiner umstandslos zur Sache kommt. Spielt weiter Fu\u00dfball, aber nennt es anders. Vielleicht Kaffeekr\u00e4nzchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Euer<br \/>Mister T., der Hunger hat, in die Sonne will und sich jetzt eine der Hinternet-Edelpraktikanten aussucht, auf deren Scho\u00df es sich gut schnurren l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Ihnen das aufgefallen? Seit Wochen bespricht dpr, der Obermotzer hier, fast nur noch Krimis von Frauen. Warum? Ich kann blo\u00df spekulieren. Vielleicht eine neue Form jener seit Urzeiten bekannten Balz, ein unbewusstes Verben um weibliche Gunst, sublimiert zwar, aber nichtsdestotrotz in seiner Plumpheit unverkennbar? 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