{"id":16966,"date":"2006-07-07T10:21:44","date_gmt":"2006-07-07T10:21:44","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/07\/die-gegenseite\/"},"modified":"2022-06-09T22:17:20","modified_gmt":"2022-06-09T20:17:20","slug":"die-gegenseite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/07\/die-gegenseite\/","title":{"rendered":"Die Gegenseite"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Wie regressiv unsere eigene kriminalliterarische Landschaft zur Zeit ist, zeigt weniger J\u00f6rg von Uthmanns Killer, Krimis, Kommissare. Kleine Kulturgeschichte des Mordes (C.H. Beck) selbst &#8211; eine der \u00fcblichen ahnungslosen Kompilationen auf dem Kenntnis-, Erkenntnis- und Reflexionsstand von 1950, sondern die fl\u00e4chendeckenden Beweihr\u00e4ucherung dieses Werkleins als kenntnisreich und kompetent. Das ist nur \u00e4rgerliches Geplapper, schlimmstenfalls nicht mal wider besseres Wissen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>So donnert, vom neuesten \u2192<a href=\"http:\/\/www.kaliber38.de\/woertche\/leichneu.htm\">Leichenberg<\/a>, Thomas W\u00f6rtche. Und hat, was die fl\u00e4chendeckende Beweihr\u00e4ucherung angeht, recht. Fast.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ein paar zuf\u00e4llige Blicke in den Schwenkk\u00fcbel. <em>&#8222;Am\u00fcsante Fu\u00dfnoten der Kriminal-, Literatur- und Filmgeschichte sind es, die das Buch &#8222;Killer, Krimis, Kommissare&#8220; lesenswert machen.&#8220; <\/em>lobt der \u2192<a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/highlights\/59196.html\">ORF<\/a>, <em>&#8222;Uthmann greift in seinem kurzweiligen und kenntnisreichen Brevier fast alle Aspekte auf, die sich mit dem grausamsten, aber wohl auch faszinierendsten Ph\u00e4nomen menschlichen Zusammenlebens verbinden lassen.&#8220;<\/em> verspricht \u2192<a href=\"http:\/\/www.literaturnetz.com\/content\/view\/5957\/44\/\">&#8222;literature.de&#8220;<\/a>, schr\u00e4nkt aber ein: <em>&#8222;Eine organische, geschweige denn analytische &#8222;Kulturgeschichte des Mordes&#8220; darf man also nicht erwarten. Daf\u00fcr aber eine geistig anregende und emotional aufregende Unterhaltung. &#8220; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Das in seinem Faktenwissen un\u00fcbertreffliche B\u00e4ndchen&#8220;<\/em> (\u2192<a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/buechermarkt\/492307\/\">Andreas Ammer<\/a>) ist also, glaubt man den Kritikern, <em>&#8222;eine h\u00f6chst unterhaltsame, bestens informierte, kurz: lesenswerte Skizze zur Geschichte der Kriminalistik und ihrer Rolle als Vorlage f\u00fcr Literatur und Film.&#8220; <\/em>(\u2192<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2006\/05\/13\/a0186.1\/text\">taz<\/a>). Das finden alle.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle? Nicht ganz. Einen jedenfalls gibt es au\u00dfer Thomas W\u00f6rtche, der den Daumen senkt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;So atemlos und unbek\u00fcmmert, wie es die Alliteration im Titel suggeriert, so geht es auch dahin: der Text beginnt mit Thomas de Quincey und endet mit Thomas Szasz und arbeitet dazwischen eine Namensliste ab, die im Anhang zehn Seiten umfa\u00dft. Faktizit\u00e4t und Fiktionalit\u00e4t werden verwirbelt, die Generalthese steht auf dem Klappentext: Morde seien zwar \u201cunerquicklich f\u00fcr das jeweilige Opfer\u201d, doch sie befl\u00fcgelten \u201cKunst und Wissenschaft\u201d. Das ist nicht neu und zwang den Autor auch nicht dazu, sich aus der Ecke einer Bibliothek wegzubewegen, in der der Laptop angeschlossen werden konnte(&#8230;).&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Urteilt \u2192<a href=\"http:\/\/jlblog.wordpress.com\/2006\/02\/28\/kriminalitat-kriminalistik-kriminalroman-commodity\/\"> Joachim Linder<\/a> im Februar 2006, eine Einzelstimme damals, und befindet: <em>&#8222;Kein Anlass f\u00fcr eine Rezension&#8220;.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Als jemand, der das Buch nicht gelesen hat, bin ob der Polarit\u00e4t der Urteile jetzt doch neugierig geworden. Mal schauen, ob ich es mir im kommenden Urlaub zu Gem\u00fcte f\u00fchren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wie regressiv unsere eigene kriminalliterarische Landschaft zur Zeit ist, zeigt weniger J\u00f6rg von Uthmanns Killer, Krimis, Kommissare. Kleine Kulturgeschichte des Mordes (C.H. 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