{"id":17062,"date":"2006-08-22T06:55:01","date_gmt":"2006-08-22T06:55:01","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/08\/charlie-huston-six-bad-things\/"},"modified":"2022-06-14T03:24:19","modified_gmt":"2022-06-14T01:24:19","slug":"charlie-huston-six-bad-things","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/08\/charlie-huston-six-bad-things\/","title":{"rendered":"Charlie Huston: Six Bad Things"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Dieses ist die zweite Besprechung eines der diesj\u00e4hrigen Kandidaten f\u00fcr den <\/em>Edgar, <em>Kategorie \u201eBestes Taschenbuch&#8220;.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mexiko gilt in vielen US-amerikanischen Krimis als der Traum von einem R\u00fcckzugsraum f\u00fcr ver\u00e4ngstigte Ganoven. F\u00fcr Hank Thomson ist dieser Traum wahr geworden. Vor drei Jahren war er in New York in eine \u00fcble Geschichte geraten. Seine Freundin wurde erschossen, viele Menschen starben, auch durch seine Hand \u2026 dann hatte er pl\u00f6tzlich viereinhalb Millionen Dollar in den H\u00e4nden und amerikanische Bundespolizei und russische Mafia auf seinen Fersen. Mexiko also. Er hat sich in einer kleinen Ortschaft am Golf von Mexiko vergraben und verbringt die Tage mit Schwimmen und Faulenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als eines Tages ein junger Amerikaner mit russischem Akzent neben ihm an der Strandbar sitzt, ahnt er, dass die Zeit der Ruhe vorbei ist. Gangster drohen seine Eltern zu t\u00f6ten und er st\u00fcrzt nach Kalifornien, um sie zu besch\u00fctzen. Was Hank nicht bewusst ist: Jeder kann das Objekt von Bewunderung werden, so auch er. Er ist <i> \u201eThe Man Who Got away\u201c <\/i> &#8211; so der Titel eines Buches \u00fcber ihn &#8211; und so bekannt wie ein bunter Hund. Er hat Fans, aber er hat auch Neider. Leute, die an sein Geld wollen. Und so entspinnt sich ein wilder Ritt durch den Westen Amerikas, bei dem Hank mehr Verfolger hat, als ihm lieb ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Art von B\u00fcchern kennt man: Hank ist alles andere als ein gef\u00e4hrlicher, planender Killer. Viel geht schief. Nicht dass er tollpatschig w\u00e4re, nein, hat einfach ab und zu Pech \u2026 er ger\u00e4t in verzwickte Situationen. Rasant geht\u2019s zu. Den Leser am\u00fcsiert\u00b4s, wenn es auch mitunter martialisch zugeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Was man so allerdings nicht kennt, ist die Art und Weise wie diese Geschichte erz\u00e4hlt wird. Knackige Dialoge, stimmig wie selten und keine verkappten Erz\u00e4hlungen, keine Sammlung von Scherzen. Optisch kaum von der parallel dargestellten inneren Gedankenwelt des Ich-Erz\u00e4hlers abgetrennt. Und interessante Typen gibt\u2019s zuhauf, da ist der im B\u00f6rsencrash gest\u00fcrzte Manager, der vorgibt eine Organisation aufzubauen und nicht nur den Jargon behalten hat, sondern auch betriebswirtschaftliche Instrumente zur Kontrolle seiner Operation verwendet, oder \u2026 . Das alles sehr n\u00fcchtern erz\u00e4hlt, ohne den Klamauk, der so gerne vorherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzept des Autors k\u00f6nnte aufgehen. Von vornherein hatte er die Geschichte Hank Thomsons als Trilogie angelegt und nach dem Ende dieses Buch d\u00fcrften nicht wenige Leser von Neugier getrieben zum, die Tage erschienenen, letzten Band greifen, um herauszubekommen, wie das Ganze wohl weiter geht. Charlie Huston ist es gelungen, dem bekannten Sujet eine eigenst\u00e4ndige Variation hinzuzuf\u00fcgen. Dieses weniger wegen besonderer Originalit\u00e4t im Plot, obwohl er auch hier mit einigen netten Ideen punkten kann, sondern vielmehr wegen der gelungenen Stilistik.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Charlie Huston: Six Bad Things. <br \/>Ballantine 2005, 305 Seiten. 11.50 \u20ac <br \/>(deutsch: \"Der Gejagte\". Heyne 2005. 7,95 \u20ac)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses ist die zweite Besprechung eines der diesj\u00e4hrigen Kandidaten f\u00fcr den Edgar, Kategorie \u201eBestes Taschenbuch&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":42,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-17062","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Bernd Kochanowski","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/bernd-kochanowski\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17062","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17062"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17062\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17062"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17062"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17062"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}