{"id":17143,"date":"2006-09-19T07:41:37","date_gmt":"2006-09-19T07:41:37","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/09\/anne-argula-homicide-my-own\/"},"modified":"2022-06-15T00:45:08","modified_gmt":"2022-06-14T22:45:08","slug":"anne-argula-homicide-my-own","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/09\/anne-argula-homicide-my-own\/","title":{"rendered":"Anne Argula: Homicide My Own"},"content":{"rendered":"\n<p><em>(Dieses ist die dritte Besprechung eines der diesj\u00e4hrigen Kandidaten f\u00fcr den<\/em> Edgar, <em>Kategorie \u201eBestes Taschenbuch\u201c.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Art von Krimis haben sie nicht gerechnet, die Herrschaften des <em>Detection Clubs<\/em> , die einst Regeln f\u00fcr \u201eehrliche\u201c Detektivromane festlegten: Krimis die mit Nebenwelten, Seelenrecycling, dem \u00dcbersinnlichen buhlen. Es scheint auch schwer vorstellbar, wie etwas das die Regeln unserer Welt au\u00dfer Kraft setzt, mit den strengen Regeln eines Krimis vereinbar sein soll. Aber es geht, wenn der Autor seine fiktive Welt ernst nimmt und gleichzeitig deren Grenzen zu den Krimiregeln konsequent beachtet. Duane Swierczynskis gelungener Erstling &#8222;Secret Dead Men &#8220; ist so ein Beispiel, und befriedigende Ergebnisse liefern auch die B\u00fccher John Burdetts (&#8222;Bangkok 8 Men&#8220;). Das von Darryl Ponicsan unter dem Pseudonym Anne Argula verfasste Buch, mit dem so eigenartigen Titel \u201eHomicide My Own\u201d, k\u00f6nnen wir ab jetzt ebenfalls hinzuz\u00e4hlen.<br \/>Eigentlich ein Routinejob, den Quinn, die Ich-Erz\u00e4hlerin und Odd, ihr Partner zu erledigen haben: Die beiden Polizisten sollen einen erwachsenen Mann \u00fcberstellen, der mit einem 14j\u00e4hrigen M\u00e4dchen eine sexuelle Beziehung gehabt haben soll. Sechs Stunden brauchen sie, um zu einem Indianerreservat auf einer kleinen abgeschiedenen Insel an der Grenze zu Kanada zu kommen, wo der Mann festgehalten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort angekommen, m\u00fcssen sie warten. Der Verd\u00e4chtige ist noch nicht bereit f\u00fcr die lange Fahrt. W\u00e4hrend sie warten, sto\u00dfen sie auf ein Relikt des einzigen ungekl\u00e4rten Verbrechens, welches auf der Insel passierte. \u00dcber 30 Jahre ist es her, dass zwei Teenager in ihrem Auto erschossen wurden. Eine eigenartige Faszination scheint dieser Fall auf Odd auszu\u00fcben. Erst von Quinn kritisch be\u00e4ugt, dann von ihr unterst\u00fctzt, macht er sich auf, den Fall zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein eigenwilliges und gewagtes Buch, soviel sei verraten, ist das was uns \u201eAnne Argula\u201c da pr\u00e4sentiert. Aber eines, das in meinen Augen funktioniert. Witzig ist es, aber ohne diesen brachialen \u201eJungm\u00e4nnerwitz\u201c, der Humor-Krimis h\u00e4ufig dominiert, bei denen \u00fcblicherweise Blut in Str\u00f6men flie\u00dft und die mit ihren \u00fcberdrehten Actionszenen und gewollt komischen Dialogen auftrumpfen. Nein, der Humor dieses Buches ist etwas hintergr\u00fcndiger, aber nicht weniger komisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Quinn zum Beispiel. Pr\u00e4menopausal, von Hitzewallungen gepeinigt, hat sie es wirklich nicht leicht. W\u00e4hrend Odd so langsam F\u00e4higkeiten entfaltet, die seinem Namen alle Ehre machen, wird sie \u00fcber die Insel getrieben, wo sie doch nur heim m\u00f6chte und Ruhe will. Dabei (und deshalb funktioniert das Buch) erarbeitet sich Odd seine Ergebnisse zwar mit ungew\u00f6hnlicher Methodik, aber seine Befragung der Zeitzeugen und seine Bewertung von Indizien und Untersuchungsergebnissen ist streng regelkonform.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHomicide My Own\u201c ist ein Buch, welches nicht jedem gefallen wird. Diejenigen die auf der Suche nach den gro\u00dfen <em>-logien <\/em>sind, wird es zu wenig angemessen und zu spielerisch erscheinen. Allen anderen jedoch ist ein originelles Vergn\u00fcgen sicher.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Anne Argula: Homicide My Own. <br \/>Pleasure Boat Studio 2005. 219 Seiten. 14,50 \u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Dieses ist die dritte Besprechung eines der diesj\u00e4hrigen Kandidaten f\u00fcr den Edgar, Kategorie \u201eBestes Taschenbuch\u201c.) Mit dieser Art von Krimis haben sie nicht gerechnet, die Herrschaften des Detection Clubs , die einst Regeln f\u00fcr \u201eehrliche\u201c Detektivromane festlegten: Krimis die mit Nebenwelten, Seelenrecycling, dem \u00dcbersinnlichen buhlen. 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