{"id":17165,"date":"2006-09-26T07:52:43","date_gmt":"2006-09-26T07:52:43","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/09\/christopher-brookmyre-a-tale-etched-in-blood-and-hard-black-pencil\/"},"modified":"2022-06-14T23:05:07","modified_gmt":"2022-06-14T21:05:07","slug":"christopher-brookmyre-a-tale-etched-in-blood-and-hard-black-pencil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/09\/christopher-brookmyre-a-tale-etched-in-blood-and-hard-black-pencil\/","title":{"rendered":"Christopher Brookmyre: A tale etched in blood and hard black pencil"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist ein Anfang, wie er den Erwartungen der Leser Christopher Brookmyres entspricht: Zwei T\u00f6lpel stehen da und wissen nicht wohin mit der Leiche. Bleichlauge zumindest, so mussten sie lernen, ist untauglich, diese zum Verschwinden zu bringen. Dann jedoch folgt eine der \u00dcberraschungen, f\u00fcr die gute Autoren stehen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Denn \u201eA Tale Etched in Blood and Hard Black Pencil\u201c bricht mit dem erwarteten Ablauf und es geht eben nicht weiter im gewohnt rasanten Stil des Autors. Kein exemplarischer B\u00f6sewicht, der durch den Kakao gezogen wird, kein Establishment, welches veralbert wird und <em>\u00fcberhaupt <\/em>kein (Komik-)Thriller. Stattdessen erz\u00e4hlt Christopher Brookmyre in seinem neuesten Buch kleine, sich zu einer Geschichte f\u00fcgende Episoden aus dem Leben einer Gruppe von Schulkindern. Von der Einschulung bis zur Schulabschlussfete, entwickelt er die Beziehungen, die sich zwischen ihnen ausbilden und zeigt woraus sich die Bilder speisen, die sie als Erwachsene voneinander haben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl er gen\u00fcgend Kostproben seines sarkastischen Humor darbietet, schafft es der Autor, den Kindern eine realistische W\u00fcrde zu verleihen und seine Geschichte nicht als Burleske versinken zu lassen. Seine Erz\u00e4hlung mit den Gedanken und \u00c4ngsten der Kinder und den mit dem Alter sich wandelnden Ritualen des Erwachsenwerdens wirkt stimmig und glaubw\u00fcrdig<em>&#8230;\u201cja so war es wohl.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist aber Christopher Brookmyre als Autor von Krimis bekannt und \u201eA Tale Etched in Blood and Hard Black Pencil\u201c ist so gesehen ein klassischer Whodunit. Die Schulgeschichte ist mit Episoden der Aufkl\u00e4rung eines Mordfalls verschr\u00e4nkt. 20 Jahre sp\u00e4ter und wieder treffen wir die selben Protagonisten. Und erleben, wie stabil und doch tr\u00fcgerisch die Bilder sein k\u00f6nnen, die sie sich von den einst jugendlichen Kameraden bewahrten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eA Tale Etched in Blood and Hard Black Pencil\u201c ist also eines dieser ambitionierten B\u00fccher, bei denen der Autor mit der Hand in den Fundus der Jugenderinnerungen seiner Protagonisten langt und mit einer Geschichte aus deren Erwachsenenzeit rauskommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Brookmyre ist, soweit ich sehen kann, ein Autor mit einer treuen Leserschaft, die seinen eigenst\u00e4ndigen Stil des niveauvollen Humors sch\u00e4tzt. Seine, seit 1996 erschienenen B\u00fccher ragen mit ihrem Mix aus politischer Perspektive, schottischer Regionalit\u00e4t und bitterb\u00f6sem Humor aus der Masse der humor\u00f6sen Krimis heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Diejenigen Leser, die nur nach dem rasanten Thrillerstil verlangen, den er bisher vorwiegend pflegte, k\u00f6nnten etwas entt\u00e4uscht sein. Der Schwerpunkt dieses Buches ist eben nicht der \u201ethrill\u201c sondern die Darstellung der Schulzeit in einer kleinen Gemeinde in der N\u00e4he Glasgows. Seinem zentralen Thema, die Verwurzelung der Menschen in ihrer regionalen (schottischen) Umgebung, versinnbildlicht in den B\u00fcchern auch durch die \u00fcppige und f\u00fcr Dritte nicht immer ganz leichte Verwendung des schottischen Dialektes in der w\u00f6rtlichen Rede, bleibt er damit treu.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u201eA Tale Etched in Blood and Hard Black Pencil\u201c hat Brookmyre wieder ein Buch vorgelegt, welches aus der Dutzendware der Humor-Krimis herausragt: Regional im besten Sinne, weil authentisch und nicht blo\u00df die Bilder im Kopf der Leser spiegelnd; selbstbewusst, da beschrittene Pfade verlassend und komisch, manchmal sogar br\u00fcllend komisch. Es ist schade, dass er au\u00dferhalb des englischen Sprachraums so wenig wahrgenommen wird. Zugegeben, ich kann mir nicht recht vorstellen, wie man seine Dialoge angemessen \u00fcbersetzen kann. Aber denjenigen die sich ans Original trauen, wird in diesem Buch ein Glossar mit schottischen Dialektbegriffen geboten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Christopher Brookmyre: A tale etched in blood and hard black pencil. <br \/>Little, Brown Book Group 2006. 344 Seiten. 17,97 \u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein Anfang, wie er den Erwartungen der Leser Christopher Brookmyres entspricht: Zwei T\u00f6lpel stehen da und wissen nicht wohin mit der Leiche. Bleichlauge zumindest, so mussten sie lernen, ist untauglich, diese zum Verschwinden zu bringen. 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