{"id":17188,"date":"2006-10-10T08:12:11","date_gmt":"2006-10-10T08:12:11","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/10\/sandra-scoppettone-this-dame-for-hire\/"},"modified":"2022-06-07T01:41:40","modified_gmt":"2022-06-06T23:41:40","slug":"sandra-scoppettone-this-dame-for-hire","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/10\/sandra-scoppettone-this-dame-for-hire\/","title":{"rendered":"Sandra Scoppettone: This dame for hire"},"content":{"rendered":"\n<p>Sandra Scoppettone f\u00fchrt ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Autorenblog. Eines der wenigen, die ich regelm\u00e4\u00dfig lese. Schwerpunkt ihrer meist etwas depressiv get\u00f6nten Eintr\u00e4ge ist ihr Motivationsverlust, der daraus resultiert, dass ihr Verlag ihr die Zusammenarbeit gek\u00fcndigt hat. Nach \u00fcber einen Dutzend B\u00fccher und Jahren als Schriftstellerin steht die, fr\u00fcher auch schon ins Deutsche \u00fcbertragene Autorin offensichtlich ohne Verlag da und wei\u00df nicht so recht, wie es weiter gehen soll.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Noch bevor das Ende der Zusammenarbeit verk\u00fcndet wurde, erschien letztes Jahr als Hardcover ihr Buch \u201eThis Dame for Hire\u201c. Es f\u00fchrt eine neue Heldin und ein interessantes Projekt ein. Faye Quick ist Privatdetektivin mit eigenem B\u00fcro in New York Anfang der 40er Jahre. Eingestellt wurde sie als Sekret\u00e4rin, aber ihr Boss musste in den Krieg gegen Japan ziehen und trug ihr zum Abschied auf, sch\u00f6n auf die Agentur aufzupassen. Eine Weile schl\u00e4gt sie sich mit kleineren Auftr\u00e4gen durch, bis sie eines Tages den Auftrag erh\u00e4lt, den Mord an einer jungen Frau aus gutem Hause aufzukl\u00e4ren. Wobei sie auf Schritt und Tritt auf einen Klienten st\u00f6\u00dft, der sich seine klaren Vorstellungen \u00fcber seine Tochter nicht durch die Realit\u00e4t kaputt machen lassen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Dinge machen den Reiz des Buches aus. Zum einen hat Scoppettone mit Faye Quick ein unterhaltsames Pendant zu den m\u00e4nnlichen Helden der klassischen Phase wie Sam Spade oder Philip Marlowe geschaffen. Auch sie ist ein \u201earmes W\u00fcrstchen\u201c, welches mit R\u00fcckgrad, Herz und Schnauze im Milieu der Reichen und Sch\u00f6nen arbeitet. Zum anderen kann die Autorin Themen, die im b\u00fcrgerlichen Umfeld h\u00e4ufig zu Schreibhemmung f\u00fchrten, wie voreheliche sexuellen Beziehungen oder Abtreibung, direkter angehen, als es zeitgen\u00f6ssische Autoren gekonnt h\u00e4tten. Dabei schafft sie es eine delikate Balance zu wahren, denn die Atmosph\u00e4re der 40er beschw\u00f6rt sie gekonnt und sie nimmt auch z.B. die Limitationen Ernst, denen Frauen zu jener Zeit unterlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gelungenes Buch f\u00fcr einen gem\u00fctlichen Abend, gut erz\u00e4hlt, mit einer Wortwahl, die sich auf die 40er Jahre bezieht, stimmig dargestellt und sehr unterhaltend. Mit &#8211; und da bleibt sie gewisserma\u00dfen auch ihren Vorbildern treu &#8211; etwas weiblichem Sozialbild der 40er Jahre als Zugabe. \u201eThis Dame for Hire\u201c ist sicher keine ganz gro\u00dfe Krimiliteratur, aber anders als andere B\u00fccher, bei denen es schon durchs Cover wummert und die doch den Ton nicht treffen, ist es ehrlich, authentisch und h\u00e4lt das was es verspricht in \u00fcberzeugender Weise ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bernd Kochanowski<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Sandra Scoppettone: This dame for hire. <br \/>Ballantine 2006. 290 Seiten. 6,49 \u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sandra Scoppettone f\u00fchrt ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Autorenblog. Eines der wenigen, die ich regelm\u00e4\u00dfig lese. 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