{"id":17192,"date":"2006-10-11T07:07:28","date_gmt":"2006-10-11T07:07:28","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/10\/frank-goehre-der-letzte-freier\/"},"modified":"2022-06-16T03:04:03","modified_gmt":"2022-06-16T01:04:03","slug":"frank-goehre-der-letzte-freier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/10\/frank-goehre-der-letzte-freier\/","title":{"rendered":"Frank G\u00f6hre: Der letzte Freier"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/cover\/eisenbahn3.jpg\" alt=\"eisenbahn3.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Schnellz\u00fcge bef\u00f6rdern schnell und z\u00fcgig von A nach B: Vorteil. Sie verwischen die Landschaft vor den Augen: m\u00f6glicher Nachteil. Sich zwei Stunden in ein spannendes Buch vertiefen: Konsequenz. Verbirgt sich hinter Ziel B die flirrende Mainmetropole, zollt man der legend\u00e4ren Lebedame Nitribitt Tribut und widmet sich dem Themen Dirnenmord. Frank G\u00f6hre, \u201eDer letzte Freier\u201c.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und das ist witzig: G\u00f6hres Erz\u00e4hlung ist der Schnellzug unter den bisher erschienenen Titeln der \u201eKaliber .64\u201c-Reihe. Mikrokapitel von manchmal kaum einer Seite Umfang, rasch auf- und abtretendes Personal, knapp skizziert, ein gemischtes Ermittlerduo, das keine 200 durchgr\u00fcbelten Seiten braucht, um endlich doch ins Bett zu h\u00fcpfen, dann selbstverst\u00e4ndlich die Dirne selbst (Umfeld: Hamburg, Reeperbahn), die ihr Leben genregerecht aushaucht. Schicksale sind das im Halbdutzend. Menschen machen sich verd\u00e4chtig, geraten in Situationen, die sie nicht beherrschen, so fegt man von Station zu Station, wie der Zug, der einen tr\u00e4gt, an Details h\u00e4lt man sich nicht auf, macht der Zug ja auch nicht, der Kleinbudenheim oder Mittelschallstedt ohne Drosselung der Geschwindigkeit einfach durchrast.<\/p>\n\n\n\n<p>Und irgendwann die Lautsprecherdurchsage: Krimiaufl\u00f6sung, alles bitte aussteigen. Wie, schon da? Nach einer Fahrt \/ Lekt\u00fcre ohne Versp\u00e4tungen, zickiges Zugpersonal, streng parf\u00fcmierte Damen auf dem Nebensitz. Die mitreisenden Figuren unaufdringlich, aber konturlos, der Bahnhof schlie\u00dflich, sprich: die Aufl\u00f6sung so zweckm\u00e4\u00dfig altbekannt wie Bahnh\u00f6fe \/ Aufl\u00f6sungen es eben sind. Keine \u00dcberraschungen, keine A\u2019s, keine O\u2019s.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann das positiv sehen: ein geradliniger Krimi auf Schienen, und das ohne ICE-Zuschlag. Man kann das negativ sehen: ein Krimi ohne Ecken und Kanten, keine Kuh steht auf den Geleisen, kein betrunkener Pf\u00e4lzer zieht die Notbremse. Man kann das weder so noch so sehen: nette Unterhaltung, die einem das Zurkenntnisnehmen einer durchquerten Rheinland-Pfalz ersparte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie man es auch sieht: Kaum ist man die Rolltreppe zur S-Bahn runter, hat man alles vergessen: die Zugfahrt, den Krimi, die Aufl\u00f6sung, den Bahnhof. Vor einem die telefonierende Frau in Schlabbershirt und Lederhose. \u201eHallo, Denise, wie geht\u2019s Mann und Kindern? Pass auf deinen Sohn auf!\u201c So ist das. Neue Abenteuer warten l\u00e4ngst.<\/p>\n\n\n\n<p>dpr<\/p>\n\n\n\n<p>Frank G\u00f6hre: Der letzte Freier. <br \/>Edition Nautilus 2006. 63 Seiten. 4,90 \u20ac<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnellz\u00fcge bef\u00f6rdern schnell und z\u00fcgig von A nach B: Vorteil. Sie verwischen die Landschaft vor den Augen: m\u00f6glicher Nachteil. 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