{"id":17197,"date":"2006-10-13T08:22:28","date_gmt":"2006-10-13T08:22:28","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/10\/deutsche-krimis-2006-erste-annaeherung\/"},"modified":"2022-06-07T01:24:28","modified_gmt":"2022-06-06T23:24:28","slug":"deutsche-krimis-2006-erste-annaeherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/10\/deutsche-krimis-2006-erste-annaeherung\/","title":{"rendered":"Deutsche Krimis 2006 &#8211; erste Ann\u00e4herung"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn die Bl\u00e4tter zu fallen beginnen, wollen die Bl\u00e4tter des neuen Krimijahrbuchs vollgeschrieben werden. Das ist unser Schicksal, und ein besonders heimt\u00fcckisches hat mich auch dieses Jahr dazu erkoren, den deutschen Krimi des Jahres 2006 zu bilanzieren. Nun, das Jahr ist noch nicht vorbei; gut so. Denn, ehrlich, ein erstes Fazit fiele einigerma\u00dfen ern\u00fcchternd aus. Ganz so erfreulich wie im letzten Jahr ist es diesmal nicht. Aber auch keine Katastrophe.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der ganz gro\u00dfe Hammer, der \u00dcberkrimi: Fehlanzeige. Ich hoffe ja noch auf Norbert Horsts neues Werk \u201eBlutskizzen\u201c, das Anfang November in den Buchl\u00e4den sein wird und schon auf meinem Schreibtisch zur gef\u00e4lligen Begutachtung liegt. Die ersten Seiten: Norbert Horst bleibt sich stilistisch treu, prima, denn dieser Stil ist tragf\u00e4hig.<\/p>\n\n\n\n<p>Rasch ein paar spontane Namen: Das Jahr begann mit Andrea Maria Schenkels \u201eTann\u00f6d\u201c \u00fcberaus erfreulich. Gelungenes Deb\u00fct. Dann B\u00fccher von Lena Blaudez (\u201eFarbfilter\u201c), Ulrich Schmid (\u201eAschemenschen\u201c) und, vor kurzem erst, D.B. Blettenberg (\u201eLand der guten Hoffnung\u201c), die zu \u00fcberzeugen vermochten und das \u201eExotische\u201c der Handlungsorte gemeinsam haben. Zweimal Afrika, einmal Asien. Und auch Schenkels \u201eTann\u00f6d\u201c war ja schon irgendwie \u201eexotisch\u201c, tiefste Provinz und 50er Jahre. Eine Linie, an deren Ende Birkefeld &amp; Hachmeister mit ihrer \u201eDeutschen Meisterschaft\u201c stehen, zwar nicht tiefste Provinz, aber 1926 als historische Aktzeit und insgesamt gut gelungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das nun sind zwei Tendenzen, die auch 2005 zu beobachten waren. Den deutschen Krimi zieht es in die Ferne oder in die Vergangenheit. Kein allgemeiner Trend, das wirklich nicht, aber auff\u00e4llig schon.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mir Gelegenheit gibt, auf meine pers\u00f6nliche \u00dcberraschung des Jahres hinzuweisen, Jens Luckwaldts \u201eTod in Arkadien\u201c. Spielt im sp\u00e4ten 18. Jahrhundert auf einem abgelegenen Schloss, sprachlich der Zeit angepasst, ohne sie zu parodieren oder altert\u00fcmliche Sprache mit gestelzter Sprache zu verwechseln. Doch, sehr sehr sch\u00f6n. Und in keinem \u201enormalen Verlag\u201c erschienen, sondern als book on demand. Da sollten sich die Schlitze unserer Augen finster verengen. So geht das nicht, deutsche Krimiverleger!<\/p>\n\n\n\n<p>Bliebe der moderne, bodenst\u00e4ndige, im Hier und Heute spielende Deutschkrimi. Frank G\u00f6hres \u201eZappas letzter Hit\u201c? Mag sein, ich habe ihn noch nicht gelesen, weil gar nicht bekommen. Ging mir auch so mit Oliver Bottini, mit Heinrich Steinfest, beide im Schnitt wohlwollend besprochen, ohne nun Anlass zur Vermutung zu geben, wir h\u00e4tten es hier mit Ausnahmetexten zu tun. Ansonsten? Spontan f\u00e4llt mir nichts ein, da muss ich noch ein bisschen st\u00f6bern. Scheint eher so, dass die Ausnahmetexte wieder einmal aus dem Ausland kamen, die Littells und Paduras, die Khadras, die P.J. Tracys. Wer jetzt \u201eAni!\u201c ruft, fliegt raus, obwohl das nat\u00fcrlich im Hinblick auf den \u201eDeutschen Krimipreis\u201c spannend wird, vom \u201eGlauser\u201c gar nicht zu reden. Aber da ist mir der gute alte Jacques Berndorf mit seinem \u201eEifel-Kreuz\u201c gerade recht gekommen, auch hier geht\u2019s um Religion, aber anders, n\u00fcchterner, realistischer, aufkl\u00e4rerischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter gucken. Bestimmt habe ich jetzt den einen, die andere vergessen, aber es ist noch ein bisschen Zeit, das deutsche Krimijahr Revue passieren zu lassen. Und vielleicht schleicht er sich ja auch noch ran: der gro\u00dfe Knaller des Jahres.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die Bl\u00e4tter zu fallen beginnen, wollen die Bl\u00e4tter des neuen Krimijahrbuchs vollgeschrieben werden. Das ist unser Schicksal, und ein besonders heimt\u00fcckisches hat mich auch dieses Jahr dazu erkoren, den deutschen Krimi des Jahres 2006 zu bilanzieren. Nun, das Jahr ist noch nicht vorbei; gut so. Denn, ehrlich, ein erstes Fazit fiele einigerma\u00dfen ern\u00fcchternd aus. 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