{"id":17252,"date":"2006-11-07T07:44:57","date_gmt":"2006-11-07T07:44:57","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/11\/allan-guthrie-kiss-her-goodbye\/"},"modified":"2022-06-15T00:59:38","modified_gmt":"2022-06-14T22:59:38","slug":"allan-guthrie-kiss-her-goodbye","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/11\/allan-guthrie-kiss-her-goodbye\/","title":{"rendered":"Allan Guthrie: Kiss her Goodbye"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Dieses ist die vierte Besprechung eines der diesj\u00e4hrigen Kandidaten f\u00fcr den Edgar, Kategorie \u201eBestes Taschenbuch&#8220;.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eKiss her Goodbye\u201c, in der auch hier bei <em>wtd<\/em> schon h\u00e4ufiger genannten \u201eHard Case Crime\u201c Serie erschienen, ist Allan Guthries zweites Buch. Es zeigt, dass sich der junge schottische Autor erfolgreich als Noir-Autor zu etablieren beginnt; und es zeigt den amerikanischen Einfluss, unter dem Guthrie steht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKiss her Goodbye\u201c ist ein hartes Buch, kompromisslos zu seinen Protagonisten und arm an Romantik. \u00dcberwiegend mit einem ironischen Unterton geschrieben, hat es dennoch nichts Absurdes und \u00dcberzeichnetes an sich. Der Stil funktioniert, wenngleich dieser ironische Ton es dem Leser mitunter etwas schwer macht, dieses Buch immer Ernst zu nehmen: Die Trauer von Joe Hope, der Hauptperson des Buches, \u00fcber den Selbstmord seiner Tochter kommt nicht so intensiv an, wenn der Autor im Hintergrund st\u00e4ndig weiter vor sich hin witzelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Joe ist Eigent\u00fcmer eines Baseball-Schl\u00e4gers und Geldeintreiber. Ein besonders gewaltt\u00e4tiger Mensch ist er nicht, aber klar: Manchmal muss er ausstehenden Forderungen auch den n\u00f6tigen Nachdruck verleihen. Die Beziehung zu seiner Ehefrau ist nicht mehr, was sie \u00b4mal war. Eigentlich kein Wunder, schlie\u00dflich verbringt er die meisten Abende biersaufend au\u00dfer Haus, bei Cooper, seinem Freund und Chef. Zu seiner adoleszenten Tochter hingegen hat Joe ein sehr inniges Verh\u00e4ltnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Joe erf\u00e4hrt, dass seine Tochter Selbstmord begangen hat. Kurze Zeit sp\u00e4ter wird er verhaftet. Die Leiche seiner Frau wurde im Kofferraum seines Wagens gefunden, mit seinem Baseballschl\u00e4ger erschlagen. Jemand, so scheint es, will ihn offensichtlich reinlegen. Er ist verunsichert, da gibt es offensichtlich Umst\u00e4nde in seinem Leben (und dem seiner Frau), die anders sind, als er annahm. Aber er hat Gl\u00fcck. Sein Anwalt, seine Lieblingsnutte und ein Cousin helfen ihm, zu sich zu finden und den M\u00f6rder seiner Frau \u00b4reinzulegen. Denn Joe schwant schon bald, wer da verantwortlich sein k\u00f6nnte. Nur, recht haben und recht bekommen, ist nat\u00fcrlich auch in der Edinburgher Halbwelt zweierlei.<\/p>\n\n\n\n<p>Allan Guthrie hat mit \u201eKiss her Goodbye\u201c ein Buch mit einem eigenst\u00e4ndigen Duktus geschrieben. Es kommt als klassischer Noir daher, wirkt jedoch durch die Darstellung Joes frisch und modern. Mit dem Zeitpunkt als er vom Selbstmord seiner Tochter erf\u00e4hrt, kippt seine Darstellung im Buch, und aus dem coolen Schl\u00e4ger wird ein erstaunlich b\u00fcrgerlicher Mann mit b\u00fcrgerlichen Problemen, der an sich selber zweifelt und insbesondere bei Frauen unsicher agiert. Das weitere Personal des Buches ist eigenwillig und farbenpr\u00e4chtig. Das f\u00fcgt sich zu einem Lesevergn\u00fcgen der gehobenen Art, wenngleich die Atmosph\u00e4re des Buches mehr der kuriosen Darstellung geschuldet ist und weniger der \u201eRealit\u00e4t\u201c die geschildert wird.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Allan Guthrie: Kiss her Goodbye. <br \/>Hard Case Crime 2005. 223 Seiten. 6,49 \u20ac <br \/>(bisher keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses ist die vierte Besprechung eines der diesj\u00e4hrigen Kandidaten f\u00fcr den Edgar, Kategorie \u201eBestes Taschenbuch&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":42,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[397,474],"class_list":["post-17252","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives","tag-buchkritik","tag-krimi"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Bernd Kochanowski","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/bernd-kochanowski\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17252","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17252"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17252\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}