{"id":17271,"date":"2006-11-21T07:30:45","date_gmt":"2006-11-21T07:30:45","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/11\/domenic-stansberry-chasing-the-dragon\/"},"modified":"2022-06-15T01:11:55","modified_gmt":"2022-06-14T23:11:55","slug":"domenic-stansberry-chasing-the-dragon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/11\/domenic-stansberry-chasing-the-dragon\/","title":{"rendered":"Domenic Stansberry: Chasing the Dragon"},"content":{"rendered":"\n<p>Auch f\u00fcr den amerikanischen Autor Domenic Stansberry gilt wohl, dass gute Arbeit nicht unbedingt Gew\u00e4hr daf\u00fcr ist , von einer gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Als letztes Jahr sein Buch \u201eThe Confession\u201c den Edgar, Kategorie \u201eBestes Taschenbuch\u201c gewann, l\u00f6ste dieses zwar, da einige Kritiker das Buch gr\u00f6blich missverstanden, einige Diskussionen aus. Solche zugespitzten Diskussionen zw\u00e4ngen jedoch h\u00e4ufig Autoren in Schablonen, die Ihnen nicht entsprechen. Auch bei Domenic Stansberry ist es so, dass Ton und Stil von \u201eThe Confession\u201c sich mit jenem Buch ersch\u00f6pft hatten und nicht typisch f\u00fcr den Autor sind.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eChasing the Dragon\u201c demonstriert da mehr seinen Stil: Von innen aufgeladene Personen, psychologisch motiviert; nicht so, dass Gef\u00fchligkeit sich breit macht, aber doch so sehr, dass die Geschichte stimmig und plausibel wirkt. Dieses Buch markiert den Start einer neuen Serie um Dante Mancuso, einen ehemaliger Kriminalpolizisten, der unter dubiosen Umst\u00e4nden aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist und das Italienerviertel in San Franzisko, wo er zuvor sein Leben verbrachte, verlassen hatte. Seitdem arbeitet er f\u00fcr einen obskuren Geheimdienst der USA und kehrt nun nach sieben Jahren zur\u00fcck, um einen Drogenring auffliegen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00fcckkehr in sein Elternhaus und ins Italienerviertel l\u00f6st alte Erinnerungen aus, und so manche Beziehung und so manche Geschichte von damals lebt wieder auf. Vergangenheit und Gegenwart verschr\u00e4nken sich auf vielf\u00e4ltige Art und Weise. Aber die R\u00fcckkehr ist nat\u00fcrlich auch der Eintritt in eine neue Welt. Wenig ist so, wie es mal war. Die alte Liebe nicht, \u201eLittle Italy\u201c nicht und auch die Beziehung zwischen Chinesen und Italienern nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur Dante k\u00e4mpft mit den Geistern der Vergangenheit, auch der chinesischst\u00e4mmige Polizist Frank Ying wird die seinen nicht los. Immer wieder hat er die Mafia von Chinatown verfolgt. Auch jetzt, als er l\u00e4ngst in der Mordabteilung ist, liefern ihm seine Quellen noch Informationen \u00fcber diese. Ist Mancuso anf\u00e4nglich noch ein Tatverd\u00e4chtiger f\u00fcr Ying, r\u00fccken die Beiden, sich misstrauisch belauernd, mit der Zeit immer n\u00e4her aneinander.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eChasing the Dragon\u201c ist ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher, komplex gef\u00fcgter Roman, der mit Figuren besticht, die sehr plastisch erscheinen. Menschen, die mit ihrer Moral und dem Schicksal hadern und dennoch versuchen, Recht und Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Es sind diese Personen, welche die sich kreuzenden Plotstr\u00e4nge von Gegenwart und Vergangenheit, von \u201eLittle Italy\u201c und \u201eChina Town\u201c, von Drogengeschichten und pers\u00f6nlichen Geschichten glaubw\u00fcrdig erscheinen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Buch hat eindeutig einen eigenen Ton, der es aus der Masse der Krimis herausragen l\u00e4sst und die Motivationen seiner Personen, die konventionell <em>noir<\/em> r\u00fcberkommen, von innen ausleuchtet. Es ist ein Buch ohne Gewaltobsession, welches gelungen zum Ende hin kulminiert und den Leser neugierig macht, wie es wohl mit Dante weitergehen mag.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Domenic Stansberry: Chasing the Dragon. <br \/>St. Martin\u2019s Minotaur 2006. 307 Seiten. Ca. 9 \u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch f\u00fcr den amerikanischen Autor Domenic Stansberry gilt wohl, dass gute Arbeit nicht unbedingt Gew\u00e4hr daf\u00fcr ist , von einer gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Als letztes Jahr sein Buch \u201eThe Confession\u201c den Edgar, Kategorie \u201eBestes Taschenbuch\u201c gewann, l\u00f6ste dieses zwar, da einige Kritiker das Buch gr\u00f6blich missverstanden, einige Diskussionen aus. 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