{"id":17274,"date":"2006-11-22T07:50:45","date_gmt":"2006-11-22T07:50:45","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/11\/kerstin-rech-der-werwolf-vom-webenheimer-boesch\/"},"modified":"2022-06-07T00:01:17","modified_gmt":"2022-06-06T22:01:17","slug":"kerstin-rech-der-werwolf-vom-webenheimer-boesch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/11\/kerstin-rech-der-werwolf-vom-webenheimer-boesch\/","title":{"rendered":"Kerstin Rech: Der Werwolf vom Webenheimer B\u00f6sch"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eSaarlandkrimis\u201c kommen gut durch die kalte Jahreszeit, denn sie h\u00fcllen sich gemeinhin in zwei M\u00e4ntel: den des Grauens und den des Vergessens. Woran das liegt, wei\u00df kein Mensch. Es ist scheinbar Naturgesetz, dass alles, auf dem \u201eSaarlandkrimi\u201c (alternierend: \u201eSaarland Krimi\u201c) steht, im Inneren aus h\u00fcftsteifem Aufsatzdeutsch undoder hochgestochen hohlen Plots undoder d\u00fcsterschwer ins Blaue philosophierter Langeweile gemacht ist. Ob Kerstin Rech dieses fatale Gesetz ebenfalls befolgt? Oder bricht?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nun, sieh an: \u201eDer Werwolf vom Webenheimer B\u00f6sch\u201c ist lesbar. Wohl beginnt es in einer Kirche (Friedrich hilf!), heult der b\u00f6se Wolf abergl\u00e4ubisch durch die Nacht im (nicht fiktiven!) Bierbach, kaum vier Kilometer vom Schreibtisch des Rezensenten entfernt. Doch dieser Anfang, der uns mit seinem schauerlichen Legendengeraune das Schlimmste bef\u00fcrchten l\u00e4sst, mausert sich zu einem h\u00fcbschen kleinen Krimi, das Metaphysische wird handfest, der zun\u00e4chst wirr anmutende Plot ordnet sich bodenst\u00e4ndig. Und Bierbach, dessen Frauschaft von einem haarigen Fabelwesen angefallen wird, kann schlie\u00dflich, nachdem s\u00e4mtliche Untaten gekl\u00e4rt sind, wieder ruhig schlafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Minus: \u201eDer Werwolf vom Webenheimer B\u00f6sch\u201c ist die Fortsetzung von \u201eDer Permes\u201c, zwar eigenst\u00e4ndig in seiner Handlung, doch mit etlichen Verweisen zum Vorg\u00e4nger. Den nicht gelesen zu haben, manche Anspielung nur schwer oder gar nicht oder ungen\u00fcgend verst\u00e4ndlich macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 170 Seiten ist Schluss. Und das ist das zweite Manko. Gerade das d\u00f6rfliche Zusammenleben ger\u00e4t arg stichwortartig, hier h\u00e4tten 50 Extraseiten atmosph\u00e4rische Stabilit\u00e4t verschaffen k\u00f6nnen, ohne den Erz\u00e4hlfluss zu hemmen. Ansonsten jedoch: Nichts von der gewohnten saarkriminellen Peinlichkeit. Vielleicht, weil die in Blieskastel\/Saar geborene Autorin laut Verlagsinfo \u201eseit vielen Jahren in Stuttgart\u201c lebt. Wo aber auch nicht unbedingt die besten Krimis geschrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Kerstin Rech: Der Werwolf vom Webenheimer B\u00f6sch. \nLeda Verlag 2006. 170 Seiten. 8,90 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSaarlandkrimis\u201c kommen gut durch die kalte Jahreszeit, denn sie h\u00fcllen sich gemeinhin in zwei M\u00e4ntel: den des Grauens und den des Vergessens. Woran das liegt, wei\u00df kein Mensch. Es ist scheinbar Naturgesetz, dass alles, auf dem \u201eSaarlandkrimi\u201c (alternierend: \u201eSaarland Krimi\u201c) steht, im Inneren aus h\u00fcftsteifem Aufsatzdeutsch undoder hochgestochen hohlen Plots undoder d\u00fcsterschwer ins Blaue philosophierter [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-17274","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17274"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17274\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}