{"id":17303,"date":"2006-11-28T08:13:25","date_gmt":"2006-11-28T08:13:25","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/11\/ken-bruen-the-killing-of-the-tinkers\/"},"modified":"2025-04-03T05:09:09","modified_gmt":"2025-04-03T03:09:09","slug":"ken-bruen-the-killing-of-the-tinkers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/11\/ken-bruen-the-killing-of-the-tinkers\/","title":{"rendered":"Ken Bruen: The Killing of the Tinkers"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit \u201eThe Killing of the Tinkers\u201c, dem zweiten Band der Jack Taylor Reihe schreibt Ken Bruen die Darstellung eines Alkoholikerlebens am Rande des Abgrunds (und manchmal dar\u00fcber hinaus) fort. Bestand am Ende von<a href=\" http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/02\/ken-bruen-the-guards.php\">\u2019The Guards\u2019<\/a>, dem ersten Buch der Jack Taylor Reihe, noch Hoffnung auf Rettung, da Taylor nach einer harten Entziehung trocken nach London zog, erfahren wir nun, dass er dort auf Dauer nicht zurecht kam. Die Schuld die er meint, auf sich geladen zu haben, sie lastete zu schwer auf ihm. Und als er ein Jahr sp\u00e4ter nach Galway zur\u00fcckkommt, ist er nun auch noch kokainabh\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dort angekommen, scheint das Leben f\u00fcr ihn so weiter zu gehen, wie vor seiner Abreise. Schnell hat er, der vielleicht einzige Privatdetektiv Irlands, wieder einen Auftrag. Er soll eine Serie von bestialischen Morden an jungen irischen Zigeunern aufkl\u00e4ren, f\u00fcr die sich die Polizei nur wenig interessiert. Bald schon kommt ein zweiter Fall hinzu, bei dem es um die Suche nach dem geheimnisvollen T\u00e4ter geht, der in Galway Schw\u00e4ne t\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese beiden F\u00e4lle geben dem Buch den formalen Rahmen, um als Krimi durchgehen zu k\u00f6nnen. Nicht dass \u201eThe Killing of the Tinkers\u201c als Whodunit \u00fcberzeugt. Jack Taylors Kopf ist voll mit den D\u00e4monen der Vergangenheit, da bleibt nur wenig Zeit f\u00fcr Gewaltverbrechen, die ihn wenig angehen. Den gro\u00dfen Teil der Arbeit erledigt ein kurzfristiger Besucher aus London, den Taylor auf seinen Kneipentouren dort kennen gelernt hatte: Der den Lesern von Bruens Londoner Krimis vertraute <em>Detective Sergeant <\/em>Brant. Und das was Taylor dann noch selber zu erledigen hat, macht er auch noch falsch. Nein, als Aufkl\u00e4rer ist er wenig \u00fcberzeugend.<\/p>\n\n\n\n<p>Tut aber nichts. \u201eThe Killing of the Tinkers\u201c ist ein Buch von geradezu schmerzhafter Intensit\u00e4t; voller poetischer Kraft und lyrischer Selbstzerfleischung. Alkohol, Kokain und Literatur sollen Linderung bringen und geben Taylor doch nur <em>selbst<\/em> Best\u00e4tigung. Alkoholismus nicht als Exzess, sondern als l\u00e4hmende Allt\u00e4glichkeit, als qu\u00e4lendes Muss, als stiller Niedergang.<\/p>\n\n\n\n<p>Da w\u00fctet der literarische Beistand, den Taylor heraufbeschw\u00f6rt, schon sehr viel exzessiver. Die F\u00fclle der Autoren, deren Worte Taylor helfen sollen, sein Leben in den Griff zu kriegen, ist kaum zu fassen. Anders auch als in \u201eThe Guards\u201c dienen deren, den einzelnen Kapiteln vorangestellten Zitate Ken Bruen nicht nur dazu seinen Text bis zum Ein-Wort-Satz zu reduzieren und das Druckbild hypnotisch auf ein Wort pro Zeile auszud\u00fcnnen, sondern sie f\u00fchren auch noch zu Exkursionen Taylors in die Welt der Literaturanalyse.<\/p>\n\n\n\n<p>Der subversive, sich gegen die herrschenden M\u00e4chte auflehnende Taylor vermittelt seine Philosophie des Lebens mit einem ultra-schwarzen Humor. Dieser Humor kommt hier wesentlich stimmiger her\u00fcber, als bei der zusammen mit Jason Starr verfassten noir-Klamauk-Klamotte \u201eBust\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Mag auch der Blogger von <a href=\" http:\/\/internationalnoir.blogspot.com\/ \"> \u2019International Noir Fiction\u2019<\/a> immer wieder auf die zahlreichen kleinen Fehler hinweisen, die in den B\u00fcchern Bruens vorkommen; so haben die Taylorb\u00fccher einen derart starken \u201eDrive\u201c, dass man dar\u00fcber hinwegsehen kann. Alleine, wundern tut es mich schon, weswegen der Nachname von George P. Pelecanos in diesem Buch in drei verschiedenen Schreibweisen vorkommt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Ken Bruen: The Killing of the Tinkers. \nSt. Martin Minotaur 2005. 256 Seiten. Ab 8 \u20ac \n(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit \u201eThe Killing of the Tinkers\u201c, dem zweiten Band der Jack Taylor Reihe schreibt Ken Bruen die Darstellung eines Alkoholikerlebens am Rande des Abgrunds (und manchmal dar\u00fcber hinaus) fort. Bestand am Ende von\u2019The Guards\u2019, dem ersten Buch der Jack Taylor Reihe, noch Hoffnung auf Rettung, da Taylor nach einer harten Entziehung trocken nach London zog, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":42,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[397,5082,474],"class_list":["post-17303","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives","tag-buchkritik","tag-ken-bruen","tag-krimi"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Bernd Kochanowski","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/bernd-kochanowski\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17303"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17303\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}