{"id":17369,"date":"2006-12-28T07:54:27","date_gmt":"2006-12-28T07:54:27","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/12\/olivier-mau-myrtille-am-strand\/"},"modified":"2022-06-16T02:20:27","modified_gmt":"2022-06-16T00:20:27","slug":"olivier-mau-myrtille-am-strand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2006\/12\/olivier-mau-myrtille-am-strand\/","title":{"rendered":"Olivier Mau: Myrtille am Strand"},"content":{"rendered":"\n<p>Gro\u00dfartiges Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis: 195 Seiten, 12 \u20ac 90, 22 Tote. Olivier Mau, der Autor von \u201eMyrtille am Strand\u201c, hat nachgez\u00e4hlt. Ob er auch wei\u00df, wieviele Versatzst\u00fccke der Kriminalliteratur er in seinem Roman verbaut hat? Anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Aber beginnen wir mit der Handlung, was gar nicht so einfach ist, weil man immer Gefahr l\u00e4uft, den Faden zu verlieren. Also: Die junge Myrtille, Franz\u00f6sin, Eurasierin, attraktiv und bei der Pariser Polizei, reist nach Toulon, um ihren Vater zu beerdigen. Keine gro\u00dfartigen Gef\u00fchle; der Mann hat Frau und Tochter schm\u00e4hlich im Stich gelassen, ein erfolgreicher Schriftsteller in irgend einem Reichenghetto am Mittelmeer. Die unliebsame Begegnung mit der Stiefschwester und ihren beiden Plagen steht bevor, doch schon am Flughafen ger\u00e4t Myrtille in einen blutigen \u00dcberfall (drei Tote, aber wir z\u00e4hlen jetzt nicht weiter), der einer Aktentasche mit mysteri\u00f6sem Inhalt gilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt wird\u2019s kompliziert. Ein Tschetschene kommt ins Spiel, nat\u00fcrlich Gro\u00dfgangster. Er hat eine reizende Gespielin, die am Ende zwar einige ihrer s\u00fc\u00dfen Fingerchen verliert, jetzt aber ben\u00f6tigt wird, um einen trotteligen Nachbarn zu becircen. Ein Polizist namens Rembrandt, Typ wilder Gartenzwerg, m\u00f6chte dem Tschetschenen den \u00dcberfall anlasten, der reizenden Myrtille traut er ebenfalls nicht \u00fcber den Weg. Dazu kommen in rascher Folge seltsame M\u00e4nner in Rennbooten, ein junger Held im Sportwagen, in den sich Myrtille verknallt (sowohl in den Helden als auch den Sportwagen), ein sehr reicher alter Herr im Rollstuhl nebst bet\u00f6render Tochter, einem Supermodel, das aber erkennbare Probleme hat. Ein Journalist, ein Papparazzi komplettieren dieses (lediglich skizzierte) Szenario, das sich nun bis in h\u00f6chste Turbulenzen zum pr\u00e4chtigen Ende hin fortschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Myrtille wird hin und her gerissen. Ist ihr Vater gar nicht tot? Was ist mit unserem jungen Helden und was mit dem Tschetschenen? \u2013 Sie will ja eigentlich mit der ganzen Sache nichts zu tun haben, aber, Achtung Krimi, steckt dann nat\u00fcrlich doch bis zum h\u00fcbschen N\u00e4schen in der Sache. Und kl\u00e4rt alles auf und wird achtundsiebzig Millionen Dollar reicher. Ende erstes Abenteuer.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn \u201eMyrtille am Strand\u201c ist der Er\u00f6ffnungsband einer Trilogie, die Olivier Mau 2003 ver\u00f6ffentlicht hat, einige Kinderb\u00fccher und Kurzgeschichten sind in diesem Jahr auch noch seiner Feder entschl\u00fcpft. Ein Vielschreiber also, ein just-for-fun-Geschichtent\u00fcftler, der sich dreist aus der Requisite bedient. \u201eMyrtille am Strand\u201c n\u00e4mlich ist purer, \u00fcberdrehter Pulp, lustvoll montierte Kolportage, Myrtille ein Hauch von Modesty, alles sehr bizarr zusammengemixt, unterhaltsam zu lesen, jenseits aller Ernsthaftigkeit hingeklatscht. Behaupte keiner, das mache irgend welchen Sinn. Behaupte aber auch keiner das Gegenteil. Funny, isn`t it?<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Olivier Mau: Myrtille am Strand. <br \/>Shayol (Funny Crimes) 2006 <br \/>(Original: \u201cMyrtille \u00e0 la plage\u201d, 2003, deutsch von Richard Betzenbichler). <br \/>195 Seiten. 12,90 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfartiges Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis: 195 Seiten, 12 \u20ac 90, 22 Tote. Olivier Mau, der Autor von \u201eMyrtille am Strand\u201c, hat nachgez\u00e4hlt. Ob er auch wei\u00df, wieviele Versatzst\u00fccke der Kriminalliteratur er in seinem Roman verbaut hat? 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