{"id":17386,"date":"2007-01-08T07:31:41","date_gmt":"2007-01-08T07:31:41","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/01\/das-perutz-dilemma\/"},"modified":"2022-06-10T23:42:57","modified_gmt":"2022-06-10T21:42:57","slug":"das-perutz-dilemma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/01\/das-perutz-dilemma\/","title":{"rendered":"Das Perutz-Dilemma"},"content":{"rendered":"\n<p>(<em>Wochenanfang. Ihr seid erholt und k\u00f6nnt auch mal einen l\u00e4ngeren, etwas komplexeren Text vertragen. Vier Din A 4 &#8211; Seiten, die doch nichts weiter sind als Gedankennotiz und vielleicht, vielleicht eines Tages Teil eines l\u00e4ngeren, aus Aufs\u00e4tzen zusammengew\u00fcrften l\u00e4ngeren Textes sein k\u00f6nnten. &#8222;Was ist Krimi&#8220;, ohne Fragezeichen, ein Gang durch die Historie des Genres in kleinen Schritten. Aber das ist Zukunftsmusik. <\/em>)<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Er habe, behauptete Leo Perutz, nie einen Kriminalroman geschrieben. Zutreffend; und doch k\u00f6nnte, wer nun unbezweifelbar Kriminalromane schreibt, bei Perutz lernen, wie man es macht. Spannende Unterhaltung auf sprachlich hohem Niveau und dennoch erfolgreich beim \u201ebreiten Publikum\u201c, das Eintauchen in auf den ersten Blick verbl\u00fcffend einfache, auf den zweiten verbl\u00fcffend komplexe Geschichten, Wirklichkeitskonstrukte, durch die man als Leser wie ein Entdecker fremder Welten taumelt. Und noch mehr: Bei Perutz erf\u00e4hrt man \u00fcberdies, was es denn auf sich hat mit der Wahrheit von Kriminalromanen und ihrer Binnenlogik. Richtig \/ falsch; gut \/b\u00f6se; aufgekl\u00e4rt \/ nicht aufgekl\u00e4rt. Das Perutz-Dilemma: Wie immer ich mich auch entscheide, es ist richtig und falsch zugleich.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Leo-Perutz-Der-Meister-des-juengsten-Tages.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Leo-Perutz-Der-Meister-des-juengsten-Tages.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-25473\" width=\"175\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Leo-Perutz-Der-Meister-des-juengsten-Tages.jpg 525w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Leo-Perutz-Der-Meister-des-juengsten-Tages-377x600.jpg 377w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Leo-Perutz-Der-Meister-des-juengsten-Tages-94x150.jpg 94w\" sizes=\"(max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u201eDer Meister des J\u00fcngsten Tages\u201c von 1923 ist derjenige von Perutz\u2019 Romanen, der die Behauptung des Autors, keine Kriminalromane geschrieben zu haben, am ehesten widerlegen k\u00f6nnte. Es ist die Geschichte des Freiherrn von Yosch, von ihm selbst erz\u00e4hlt, und genau das ist auch schon der entscheidende Punkt. Freiherr von Yosch reportiert die merkw\u00fcrdigen Ereignisse, die eines Abends im Hause des ber\u00fchmten Schauspielers Eugen Bischoff ihren Anfang nehmen. Jeder der G\u00e4ste wei\u00df, dass Bischoff durch den Zusammenbruch eines Bankhauses bankrott ist \u2013 nur der Betroffene hat davon noch keine Ahnung, und die G\u00e4ste sind \u00fcbereingekommen, ihr Wissen f\u00fcr sich zu behalten. Man musiziert, man erz\u00e4hlt, die Stimmung ist locker, ein Ingenieur namens Solgrub ist anwesend, der schrullige Arzt Gorski, Bischoffs Frau Dina (die auch einmal die Geliebte von Yoschs war) sowie ihr Bruder Felix.<\/p>\n\n\n\n<p>Man erz\u00e4hlt sich Geschichten und irgendwann ist es an Bischoff, eine ganz und gar merkw\u00fcrdige zum Besten zu geben, eine Geschichte, die von unerkl\u00e4rlichen Selbstmorden handelt, von K\u00fcnstlern begangen, ohne wirkliches Motiv, ohne erkennbaren \u00e4u\u00dferen Anlass. Bischoff zieht sich f\u00fcr eine Weile in den Pavillon im Garten zur\u00fcck, von Yosch verschwindet ebenfalls \u2013 und dann f\u00e4llt ein Schuss, ein zweiter. Bischoff ist tot, von eigener Hand gerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber warum? Hat ihm jemand von seinem Bankrott erz\u00e4hlt? Ihm die Zeitung mit der Nachricht gezeigt? Nat\u00fcrlich, und man ist sich einig: Es war kein anderer als von Yosch, daf\u00fcr sprechen alle Indizien.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt beginnt das, was man als die gro\u00dfe Kunst des Leo Perutz schon in seinen anderen Romanen sch\u00e4tzen gelernt hat. Das souver\u00e4ne Spiel mit den m\u00f6glichen Realit\u00e4ten, ihre nicht aufzuhebende innige Verzahnung. Die Diagnose, Perutz verstehe es meisterhaft, Wirklichkeit und Phantasie zu mischen, greift zu kurz, denn man kann die Ebenen nicht voneinander trennen, nicht dieses als Wirklichkeit deklarieren, jenes als Phantasie abkanzeln. Von Yosch, auf dem ein schlimmer Verdacht lastet, erz\u00e4hlt seine Geschichte als Verteidigungsrede. Er hat Bischoff NICHT in den Tod getrieben, sein Selbstmord h\u00e4ngt vielmehr mit den merkw\u00fcrdigen F\u00e4llen, von denen der Schauspieler ja selbst erz\u00e4hlt hat, zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch kann man von Yosch Glauben schenken? Man kann es nicht, denn der Ehrenmann, der er vorgibt zu sein, ist er kaum. Auch hat er ein handfestes Motiv, sich Bischoffs zu entledigen, macht ihm doch dies den Weg frei, Dina zur\u00fcckzugewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind kleine \u00c4u\u00dferungen, die das belegen und die gleichzeitig von Yoschs Ausf\u00fchrungen diskreditieren. Er ist ein flatterhafter Charakter, ein Frauenheld, ein Lump gar, er spielt grausame kleine Spielchen, sp\u00e4ter werden wir etwa aus einer Beil\u00e4ufigkeit erfahren, dass er eine seiner Geliebten in den Tod getrieben hat. Das wirklich Merkw\u00fcrdige daran ist nun, dass sich von Yosch, indem er sich verteidigt, zugleich anklagt, denn nat\u00fcrlich stammen auch die belastenden Details aus seiner Feder.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist, wie gesagt, der zentrale Punkt, an dem der Leser vor einem unaufl\u00f6slichen Dilemma steht. Es gibt zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder man nimmt von Yoschs Geschichte f\u00fcr bare M\u00fcnze oder man erkennt darin die vollkommene Verdrehung der Tatsachen zum Zwecke der Zur\u00fcckweisung pers\u00f6nlicher Schuld. Wer nun aber von Yosch glaubt, darf s\u00e4mtliche Hinweise auf seinen zweifelhaften Charakter NICHT glauben. Wer von Yosch f\u00fcr einen Schwindler h\u00e4lt, bescheinigt der \u201eerlogenen Geschichte\u201c dagegen gerade in diesem Punkt Wahrhaftigkeit&#8230; Wie ich es also drehe und wende, ich bekomme die Wahrheit so oder so nur um den Preis der Unwahrheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Yosch entwickelt nun eine Handlung, wie sie einem Kriminalroman wohl ansteht. Solgrub und Gorski l\u00e4sst die Sache mit den Selbstmorden keine Ruhe, sie beginnen mit Nachforschungen, auch von Yosch selbst wird investigativ t\u00e4tig. Was sie herausfinden, deutet auf die Existenz eines d\u00e4monischen Wesens, jenes titelgebenden \u201eMeister des J\u00fcngsten Tages\u201c, in dessen Macht es liegt, Menschen in den Tod zu treiben. Es ist Solgrub, der das Geheimnis schlie\u00dflich l\u00fcftet und daf\u00fcr mit seinem Leben bezahlt. Der D\u00e4mon ist kein Mensch, sondern ein Buch, ein Buch mit einer Geheimformel, der Geheimformel einer Droge, die dem, der sie eingenommen hat, das Unbegreifliche perfekter Kunst enth\u00fcllt, ihm eine noch nie gesehene Farbe \u2013 das von Perutz erfundene \u201eDrommetenrot\u201c \u2013 vor Augen f\u00fchrt. Ein Erlebnis, das konsequent mit der Ausl\u00f6schung der eigenen Existenz endet.<\/p>\n\n\n\n<p>Es lie\u00dfe sich nun einwenden, das Dilemma, in dem sich der Leser befindet, sei auf h\u00f6chst einfache und logische Weise aufzul\u00f6sen. Zwar setze sich von Yosch mit seiner Verteidigung in ein Licht v\u00f6lliger Unschuld, indem er eine Kriminalgeschichte erfindet. Eine innere Macht bringe jedoch Fragmente der Wahrheit an die Oberfl\u00e4che des Erz\u00e4hlten, umbewusst f\u00fcr den Erz\u00e4hler selbst. Mache ich mir diese Theorie zu eigen, bin ich aber nicht etwa ungeschoren aus dem Dilemma geflohen \u2013 sondern habe mich in ein erweitertes begeben. Denn dann wird die Geschichte glaubhaft, weil sie als Fiktion unglaubw\u00fcrdig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem: Die Hinweise auf von Yoschs Schuld sind nichts weiter als Indizien, als Informationen, die ich als Leser interpretieren muss. Nichts ist eindeutig, obwohl vieles darauf hindeutet, dass es das ist. Keines dieser Indizien f\u00fcr sich alleine beweist irgend etwas, erst das Zusammenf\u00fcgen s\u00e4mtlicher Hinweise, ihre Zuordnung zu einem logischen Muster bringt mir Aufkl\u00e4rung. Der Leser wird also zum Ermittler au\u00dferhalb des Textes.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies allein w\u00e4re als Konstruktion schon bemerkenswert, doch Perutz setzt noch einen obendrauf. Das Buch, das wir in H\u00e4nden halten, wurde uns von einem anonymen \u201eHerausgeber\u201c zug\u00e4nglich gemacht, dem das Manuskript des im Ersten Weltkrieg gefallenen von Yosch zuf\u00e4llig in die H\u00e4nde gelegt wurde. Er ist es nun, der am Ende die Rolle des \u201eguten Krimiautors\u201c \u00fcbernimmt und die ach so verqueren Dinge gerader\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eSollte es notwendig sein, es erst ausdr\u00fccklich zu sagen, da\u00df Freiherr von Yosch den Hofschauspieler Bischoff, einen zu psychischen Depressionen neigenden und in diesem Zustand leicht beeinflu\u00dfbaren Menschen, zum Selbstmord veranla\u00dft, da\u00df er, von den Verwandten des Toten zu Rechenschaft gezogen und in die Enge getrieben, seine Zuflucht zu einem falschen Ehrenwort genommen hat?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das ist der wahre Sachverhalt. Alles Weitere, das Eingreifen des Ingenieurs, die Jagd nach dem \u201aMonstrum\u2019, das geheimnisvolle Pr\u00e4parat, die Visionen \u2013 alles das ist abenteuerliche Erfindung. In Wahrheit hat die Aff\u00e4re, \u00fcber die der Kabinettskanzlei Sr. Majest\u00e4t Bericht erstattet wurde, in einer ehrengerichtlichen Verurteilung des Freiherrn von Yosch ihren Abschlu\u00df gefunden.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen wenigen und lapidaren S\u00e4tzen wird scheinbar alles, was bisher behauptet wurde, obsolet. Der Herausgeber geht aber noch weiter und kl\u00e4rt uns \u00fcber die Seelenlage von Yoschs, seinen zwanghaften Rechtfertigungsversuch auf.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eErfahrene Kriminalisten (&#8230;) verweisen auf das \u201aSpiel mit den Indizien\u2019, auf jenen bei vielen Verurteilten beobachteten selbstqu\u00e4lerischen Drang, die Indizien ihrer Tat umzudeuten, sich selbst immer den Beweis zu erbringen, da\u00df sie schuldlos sein k\u00f6nnten, wenn das Schicksal es nicht anders gewollt h\u00e4tte.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Klingt plausibel. Nun aber versteigt sich der Herausgeber in eine gewagte Analogie:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eAuflehnung gegen das Schicksal und nicht mehr zu \u00c4ndernde! Aber ist dies nicht \u2013 von einem h\u00f6heren Standpunkt aus gesehen \u2013 seit jeher der Ursprung aller Kunst gewesen? (&#8230;) Mag die gedankenlose Menge vor einem Kunstwerk in Beifallsst\u00fcrmen toben \u2013 mir enth\u00fcllt es die zerst\u00f6rte Seele seines Sch\u00f6pfers. In den gro\u00dfen Symphonien der T\u00f6ne, der Farben und der Gedanken, in ihnen allen sehe ich einen Schimmer der wunderlichen Farbe Drommetenrot. Eine ferne Ahnung der gro\u00dfen Vision, die den Meister f\u00fcr eine kurze Weile \u00fcber die Wirrnis seiner Schuld und Qual emporgetragen hat.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Was ist passiert? Der Herausgeber hat von Yoschs Erz\u00e4hlung zur blo\u00dfen Phantasterei erkl\u00e4rt, mithin ihren Kern f\u00fcr das Produkt eines kranken, im <em>\u201eSpiel mit den Indizien\u201c<\/em> umherirrenden Gehirns. Und im n\u00e4chsten Satz bezieht er sich ausgerechnet auf diesen Kern \u2013 die Farbe Drommetenrot als Sinnbild der vollendeten und wahrhaftigen Kunst -, um seine Diagnose zu untermauern! Er befindet sich also in genau dem beschriebenen Dilemma: Er h\u00e4lt die Fiktion f\u00fcr unwahr und muss dazu den Kern dieser Fiktion als wahr ansehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein letztes noch: Die uns vom Freiherrn aufgetischte Kriminalgeschichte, ist, wenn wir sie aus ihrem Kontext l\u00f6sen, geradezu paradigmatisch f\u00fcr das Wirken jener anfangs erw\u00e4hnten \u201eBinnenlogik\u201c. Es beginnt mysteri\u00f6s, beinahe \u00fcberirdisch phantastisch, ein D\u00e4mon gar wird ins Spiel gebracht. Doch allm\u00e4hlich greifen die R\u00e4tsel ineinander und ergeben letztlich ein durchaus realistisches Gebilde. Eine Droge ist es, die an allem Schuld hat, Halluzinationen ausl\u00f6st, das Gehirn derart sch\u00e4digt, dass sein Besitzer in \u00fcbergro\u00dfer Depression den Ausweg nur noch im Selbstmord sehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Anmerkungen des Herausgebers, die doch \u201eAufkl\u00e4rung\u201c bringen und die Verh\u00e4ltnisse zurechtr\u00fccken sollen, wird die herk\u00f6mmliche Krimistruktur mutwillig zerst\u00f6rt. F\u00fcr einen Anh\u00e4nger des guten alten Krimihandwerks (das ja bis heute ebenso anachronistisch wie allt\u00e4glich ist) d\u00fcrfte es nichts Schlimmeres als eben dieses Verdikt \u201eAlles nicht wahr!\u201c geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Kriminalliteratur s\u00e4ubert die beschmutzte Wirklichkeit, Kriminalliteratur stellt Ordnungen wieder her, Kriminalliteratur nennt Ross und Reiter, sie findet Auswege aus jedem Dilemma, ja, sie wird nur geschrieben, um diese Auswege zu finden. \u00dcbliche Kriminalliteratur; blo\u00dfe Selbstvergewisserungskost, von der man jedoch merkw\u00fcrdigerweise erwartet, sie sei in der Fiktion \u201ewahrhaftig\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens jetzt ist \u201eDer Meister des J\u00fcngsten Tages\u201c zum Anti-Kriminalroman geworden, versetzt man ihn zur\u00fcck in seinen Kontext, wird er quasi zu einem Metakrimi, zu einer s\u00e4mtliche Theorien von Kriminalliteratur zugleich ad absurdum f\u00fchrenden wie konstituierenden Gr\u00f6\u00dfe. Der allseits gehuldigten Konzeption einer in sich schl\u00fcssigen Textlogik (die sehr viel mit dem 19. Jahrhundert, seiner positivistischen Ausrichtung, seinem umfassenden \u201eMachbarkeitsanspruch\u201c zu tun hat) stellt Perutz eine andere, so gar nicht bis ins Letzte zu fassende Welt-Anschauung gegen\u00fcber. Und das trifft es wohl am besten: Perutz zeigt uns die Welt, wie er sie sieht, der konventionelle Kriminalroman erkl\u00e4rt sie uns. F\u00fcr ihn ist das Dilemma ein R\u00e4tsel, das gel\u00f6st werden kann und muss, f\u00fcr Perutz ist die Welt, ist Wirklichkeit selbst dieses Dilemma.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Meister des J\u00fcngsten Tages\u201c steht somit f\u00fcr ein literarisches Programm, das den Ern\u00fcchterungen, wie wir sie im 20. Jahrhundert beobachten k\u00f6nnen, das Zertr\u00fcmmern von Ordnung und Ordnungsregulatoren gegen\u00fcber stellt. Auch in der Kriminalliteratur, auch hier abseits des \u201eMainstream\u201c, auch hier mit der Konzentration auf dem \u201eBeschreiben und Zeigen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Perutz zeigt uns, wie man schlechte und gute Kriminalromane schreiben kann, aber, nein, er hat tats\u00e4chlich nie einen Kriminalroman geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Leo Perutz: Der Meister des j\u00fcngsten Tages. <br \/>Zsolnay 2006. 224 Seiten. 19,90 \u20ac <br \/>(Taschenbuchausgabe: dtv 2003. 9 \u20ac)<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Wochenanfang. Ihr seid erholt und k\u00f6nnt auch mal einen l\u00e4ngeren, etwas komplexeren Text vertragen. Vier Din A 4 &#8211; Seiten, die doch nichts weiter sind als Gedankennotiz und vielleicht, vielleicht eines Tages Teil eines l\u00e4ngeren, aus Aufs\u00e4tzen zusammengew\u00fcrften l\u00e4ngeren Textes sein k\u00f6nnten. &#8222;Was ist Krimi&#8220;, ohne Fragezeichen, ein Gang durch die Historie des Genres in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-17386","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17386"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17386\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}