{"id":17438,"date":"2007-01-30T08:25:06","date_gmt":"2007-01-30T08:25:06","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/01\/william-kent-krueger-mercy-falls\/"},"modified":"2022-06-15T02:13:55","modified_gmt":"2022-06-15T00:13:55","slug":"william-kent-krueger-mercy-falls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/01\/william-kent-krueger-mercy-falls\/","title":{"rendered":"William Kent Krueger: Mercy Falls"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eMercy Falls\u201c ist ein ungew\u00f6hnlich spannendes Buch mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ende. Die Spannung des Buches resultiert aus der Vielzahl der Episoden, ihrer Dichte und der Qualit\u00e4t der Erzahlung; Kapitel-Enden sind ein Ort des Innehaltens und des Luftholens. Am Ende des Buches jedoch steht, es l\u00e4sst sich nicht anders bezeichnen, ein gro\u00dfer Cliffhanger, der den Leser atemlos zur\u00fcckl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es sieht wie ein Routinefall aus, als Sheriff Cork O\u2019Connor und Marsha Dross, eine seiner Deputys ins Indianerreservat unterwegs sind. Sie sind zu einer Ehestreitigkeit gerufen worden &#8211; nicht der ersten jenes Paares. Doch kaum ist die Deputy aus dem Auto ausgestiegen, wird sie durch einen Bauchschuss niedergestreckt. Bis Verst\u00e4rkung eintrifft, hat Cork O\u2019Connor alle M\u00fche, ihrer beider Leben gegen den 100m entfernt sitzenden Scharfsch\u00fctzen zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter wird die Leiche von Eddie Jacoby, einem Ausw\u00e4rtigen, der mit dem hiesigen \u201eIndianer\u201c-Casino ins Gesch\u00e4ft kommen wollte, gefunden. Der abgeschnittene Penis in seinem Mund deutet an, dass seine Vorstellungen von einem befriedigendem Erlebnis mit einer Frau dazu f\u00fchrten, dass Eddie Jacoby auch bezahlte Prostituierte Gr\u00fcn und Blau schlug und vergewaltigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei F\u00e4lle also. Aber, so der Reflex des Lesers : <i>Ein<\/i> Buch ! H\u00e4ngen beide also doch zusammen ? Die Frage mag hier offen bleiben, dennoch: Krueger montiert die F\u00e4lle geschickt zusammen. Da helfen Indizien, die in einem Fall gefunden werden, den anderen voran zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vergleich zu den fr\u00fcheren Cork O\u2019Connor -B\u00fcchern ist das ermittelnde Team diesmal gr\u00f6\u00dfer. Zum einen ist da die Tatsache, dass ein Anschlag auf O\u2019Connor ver\u00fcbt wurde und Polizisten nicht ihre \u201eeigenen\u201c F\u00e4lle ermitteln sollen, so dass ausw\u00e4rtige Verst\u00e4rkung dabei ist, zum anderen ist Eddie Jacoby Spross einer sehr reichen Familie. Deren \u201eFamilienvorstand\u201c ist es gewohnt, seinen Willen durchzusetzen, so sitzt dann auch eine \u2013 allerdings unbestritten sehr kompetente \u2013 private Ermittlerin am Tisch der Ermittlungsgruppe. Auch dieses ein Grund daf\u00fcr, dass in \u201eMercy Falls\u201c auff\u00e4lliger als in den fr\u00fcheren B\u00fcchern \u201ekonventionelle\u201c Polizeiarbeit geleistet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind aber nicht nur die Aufkl\u00e4rung der F\u00e4lle und die diversen damit verbundenen Abenteuer, die das Buch zu einem Vergn\u00fcgen werden lassen, sondern auch die Darstellung O\u2019Connors und des Lebens in Aurora am Rande der Wildnis Minnesotas. Im Vergleich zu \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/05\/william-kent-krueger-blood-hollow.php\"> &#8222;Blood Hollow&#8220; <\/a>, dem Vorg\u00e4ngerbuch ist da nicht soviel Neues, allein es bleibt festzustellen, dass Krueger genau die Menge \u201ePrivatw\u00fcrze\u201c hinzutut, die es braucht, die Spannung zu steigern und farbig, aber nicht kitschig zu wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Cork O\u2019Connor scheint mit sich, seinem Leben und seiner Familie im Reinen zu sein, deshalb bleibt die anl\u00e4sslich von \u201eBlood Hollow\u201c, im Vergleich zu den fr\u00fcheren B\u00e4nden bemerkte W\u00e4rme in der Darstellung bestehen und scheint sich tendenziell in \u201eMercy Falls\u201c zu verst\u00e4rken. Und wenn zum Schluss hin, wenn die R\u00e4tsel gekl\u00e4rt sind, erneut die Frage auftaucht, wohin denn nun die Reise der Serie gehen soll, dann, ja dann kommt die gro\u00dfe \u00dcberraschung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMercy Falls\u201c ist spannend wie nur wenige B\u00fccher und zeugt von der gestalterischen und schriftstellerischen Qualit\u00e4t seines Autors. Dabei ist diese Spannung nicht vordergr\u00fcndig, sondern in eine stimmige Atmosph\u00e4re eingebunden. F\u00fcr Leser, die stets ihre \u201eliterarisches\u201c F\u00e4hnchen vor sich her tragen, ist das Buch jedoch nichts. Denn weder verfolgt Krueger mit diesem Buch eine zugrundeliegende Agenda, noch &#8211; im Gegensatz z.B. zu L. Lippman \u2013 zieht er demonstrativ mit seiner Belesenheit durchs Land. Allen anderen w\u00fcnsche ich, dass ein deutscher Verlag sich ihrer erbarmt.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">William Kent Krueger: Mercy Falls. <br \/>Pocket Books 2006. 434 Seiten. 6,99 \u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMercy Falls\u201c ist ein ungew\u00f6hnlich spannendes Buch mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ende. Die Spannung des Buches resultiert aus der Vielzahl der Episoden, ihrer Dichte und der Qualit\u00e4t der Erzahlung; Kapitel-Enden sind ein Ort des Innehaltens und des Luftholens. 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