{"id":17456,"date":"2007-02-06T07:04:49","date_gmt":"2007-02-06T07:04:49","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/02\/duane-swierczynski-the-wheelman\/"},"modified":"2022-06-15T02:06:47","modified_gmt":"2022-06-15T00:06:47","slug":"duane-swierczynski-the-wheelman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/02\/duane-swierczynski-the-wheelman\/","title":{"rendered":"Duane Swierczynski: The Wheelman"},"content":{"rendered":"\n<p>Lennon war schon an vielen Bankeinbr\u00fcchen beteiligt, aber dennoch: Wie\u2019s geht, wei\u00df er nicht; denn Lennon ist \u201eThe Wheelman\u201c, also derjenige, der Bankr\u00e4uber nach dem Bruch heimbringt. Nur dieses Mal geht so fast alles schief was schief gehen kann. Am Ende ist das erbeutete Geld weg und die Kollegen sind fort. Lennon bleibt alleine zur\u00fcck und pl\u00f6tzlich wird er von der russischen Mafia, der italienischen Mafia, kriminellen Expolizisten und weiteren Personen, die er nicht zuordnen kann, verfolgt. Und als w\u00e4re das alles nicht genug, taucht da auch noch diese Frau auf, die schwanger ist und an der er sehr h\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Duane Swierczynski hat mit \u201eThe Wheelman\u201c eine dieser blutigen Krimi-Burlesken geschrieben, bei denen fast alles schiefgeht und eine \u00dcberraschung die andere jagt. Alles ist m\u00f6glich: Kaum eine der Person, kaum eine der Absichten ist was sie zu sein scheint; eine \u00fcberraschende Wendung jagt die n\u00e4chste.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist dann auch letztlich das Problem des Buches. Alle Regeln, alle Ordnungen scheinen aufgehoben, ein einzelner Toter ist noch nicht einmal eine gehobene Augenbraue des Lesers wert. So ist es letztlich auch nicht so wichtig, wie das Buch endet: Auch das Ende ist nicht mehr aus den Handlungen und den Charakteren der Protagonisten abgeleitet, sondern dient nur dem Bed\u00fcrfnis zu \u00fcberraschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mag auch Spott (z.B. \u00fcber Dick Cheney) nicht fehlen und damit eine gewisse Realit\u00e4tsn\u00e4he vorgaukeln, im Grunde ist der Unterschied von B\u00fcchern wie \u201eThe Wheelman\u201c zu den Whodunits der Klassischen Periode wie <a href=\"http:\/\/www.en.utexas.edu\/amlit\/amlitprivate\/scans\/chandlerart.html\"> The Red House Mystery <\/a> [Das Rote Haus] von A.A. Milne sehr gering. Hier wie dort hat der Autor jedwede Freiheit, jedes noch so unplausible Ende bei den Haare herbeizuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht das Swierczynski es nicht beherrschen w\u00fcrde, eine Geschichte aufzubauen, zu entwickeln und den Leser durch Wendungen zu \u00fcberraschen. Nein, diese seine Kunstfertigkeit hatte er schon in seinem Erstling <a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2005\/12\/duane-swierczynski-secret-dead-men.php\">Secret Dead Men<\/a> hinreichend demonstriert. Allein, so schwindlig gespielt wie in \u201eThe Wheelman\u201c ist einem der Ausgang des Buches schlichtweg egal. Und auch wenn man auf so ein \u201eHurlyburly\u201c steht, bleibt f\u00fcr mich, dass andere Autoren, wie z.B. <a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/08\/charlie-huston-six-bad-things.php\"> Charlie Huston <\/a> dieses interessanter gestalten und mich erz\u00e4hlerisch mehr und atemloser in ihre Geschichten ziehen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Duane Swierczynski: The Wheelman. <br \/>St. Martin Minotaur 2006. 247 Seiten. 11,49 \u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lennon war schon an vielen Bankeinbr\u00fcchen beteiligt, aber dennoch: Wie\u2019s geht, wei\u00df er nicht; denn Lennon ist \u201eThe Wheelman\u201c, also derjenige, der Bankr\u00e4uber nach dem Bruch heimbringt. Nur dieses Mal geht so fast alles schief was schief gehen kann. Am Ende ist das erbeutete Geld weg und die Kollegen sind fort. 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