{"id":17457,"date":"2007-02-05T04:44:26","date_gmt":"2007-02-05T04:44:26","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/02\/naked-lunch-this-atom-heart-of-ours\/"},"modified":"2022-08-18T02:04:34","modified_gmt":"2022-08-18T00:04:34","slug":"naked-lunch-this-atom-heart-of-ours","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/02\/naked-lunch-this-atom-heart-of-ours\/","title":{"rendered":"Naked Lunch: This Atom Heart of Ours"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/naked-lunch-this-atom-heart-of-ours.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/naked-lunch-this-atom-heart-of-ours.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-36512\" width=\"250\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/naked-lunch-this-atom-heart-of-ours.jpg 500w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/naked-lunch-this-atom-heart-of-ours-145x144.jpg 145w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/naked-lunch-this-atom-heart-of-ours-60x60.jpg 60w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/naked-lunch-this-atom-heart-of-ours-120x120.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>&#8222;Die Hoffnung stirbt zuletzt!&#8220; Dass dieser h\u00e4ufig dahin gesagte Satz sich in der Realit\u00e4t doch gl\u00fccklicherweise ab und an best\u00e4tigt, gilt insbesondere f\u00fcr die in Klagenfurt\/\u00d6sterreich beheimatete Band &#8222;Naked Lunch&#8220;. Nachdem diese, Anfang bis Mitte der 90er Jahre noch unter dem Einfluss des Grunge-Sounds stehende, hoffnungsvolle Band mit dem Album &#8222;Superstardom&#8220; 1997 zum vermeintlichen H\u00f6henflug ansetzte, st\u00fcrzte sie nach Ausfl\u00fcgen in poppig-tanzbare Gefilde, &#8222;<a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/1999\/08\/naked-lunch-love-junkies\/\" data-type=\"post\" data-id=\"33658\">Love Junkies<\/a>&#8220; (1999), j\u00e4h &#8211; teils durch \u00e4u\u00dfere, teils durch selbst verschuldete Katastrophen &#8211; in den Abgrund.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Im Jahre 2004 feierte man dann mit dem musikalisch reduzierten und durch die schmerzhaften R\u00fcckschl\u00e4ge gepr\u00e4gten, melancholisch-melodi\u00f6s-depressiven Gitarren-\/Elektronik-Album &#8222;<a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2004\/03\/naked_lunch_son\/\" data-type=\"post\" data-id=\"13863\">Songs for the Exhausted<\/a>&#8220; eine fast nicht mehr f\u00fcr m\u00f6glich gehaltene Auferstehung. Dass M\u00fchen und Schmerzen sowie das unglaubliche Durchhalteverm\u00f6gen dieser Band sich allemal gelohnt haben, zeigt das nun ver\u00f6ffentlichte und zumindest wieder mit zugekniffenen Augen zum Rock-\/Pop-&#8222;Himmel&#8220; aufblickende Album &#8222;This Atom Heart of Ours&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Wann war es eigentlich noch mal genau, als sich unsere Wege zum ersten Mal kreuzten? Der Song &#8222;Spark&#8220; im Dezember 1996 auf dem Sampler &#8222;Musik f\u00fcr die Neunziger &#8211; Volume One&#8220; eines von mir mittlerweile &#8211; aufgrund grunds\u00e4tzlicher musikalischer Differenzen &#8211; nicht mehr goutierten Musikmagazins. Dann das beachtenswerte 97er-Album &#8222;Superstardom&#8220;, ein Konzert im Juni des gleichen Jahres im damaligen &#8222;KOMM&#8220; (heute &#8222;K4&#8220;) in N\u00fcrnberg. Der Vorfreude auf das Nachfolgealbum &#8222;Love Junkies&#8220; folgte dann nach den ersten H\u00f6rdurchg\u00e4ngen eine leichte Entt\u00e4uschung, obwohl, mit dem heutigen Abstand und dem mehrmaligen Wiederh\u00f6ren, meine Beachtung f\u00fcr dieses Album mittlerweile zugenommen hat. Mir war es f\u00fcr meinen damaligen Geschmack zu poppig, eing\u00e4ngig und zu sehr dem &#8222;Mainstream&#8220; zugewandt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ich h\u00e4tte sie &#8211; genauso wie viele andere &#8211; dann fast vergessen, die K\u00e4rntner Jungs, obwohl ich in einem Anfall von Nostalgie doch das eine oder andere Mal zumindest das Album &#8222;Superstardom&#8220; mal wieder in meinen CD-Player geschoben habe. Zugegebenerma\u00dfen haben sie es einem ja w\u00e4hrenddessen auch nicht gerade leicht gemacht, bei der Stange zu bleiben, aber \u00fcber die berechtigten Gr\u00fcnde wurde in den letzen 2 Jahren wirklich mehr als genug geredet und geschrieben!<\/p>\n\n\n\n<p>Als dann 2004 &#8222;Songs for the Exhausted&#8220; erschien, war ich nat\u00fcrlich genauso gespannt wie fast alle, die bei dem Namen &#8222;Naked Lunch&#8220; noch an etwas anderes dachten als an William S. Burroughs Roman. Entt\u00e4uschung sieht anders aus! Ich hatte das Album auf Dauerrotation und ihr Konzert im Konstanzer &#8222;Kulturladen&#8220; im April 2005 war mehr als bemerkenswert.<\/p>\n\n\n\n<p>Und sie haben sich seither nicht auf den wieder gewonnenen Lorbeeren ausgeruht. &#8222;This Atom Heart of Ours&#8220; kn\u00fcpft an das Vorg\u00e4ngeralbum und dessen &#8222;Inspiration&#8220; an, zeugt aber gleichzeitig vom wieder gewonnen Selbstbewusstsein sowie der wieder erstarkten Energie dieser Band und ihrer Mitglieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sound ist immer noch melodi\u00f6s-melancholisch-sehnsuchtsvoll, fragil, reduziert und durch elektronische Sounds, sowie Gitarre, Bass und Schlagzeug gekennzeichnet. Fl\u00e4chige Orgel- und Tasteninstrumente und kanonartige, manchmal chorartige Backgroundges\u00e4nge erweitern das Klangbild.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits der pathetisch daherkommende Opener und Titelsong des Albums besticht durch sakral-hymnische Sch\u00f6nheit und durch seine &#8211; neben dem sehnsuchtsvollen Gesang &#8211; nur durch Tasteninstrumente und kanonartigen Backgroundgesang gepr\u00e4gte schwebende Stimmung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Single &#8222;Military of the Heart&#8220; schlie\u00dft man mit ihrer hymnisch-romantisch-\u00fcberw\u00e4ltigenden Stimmung musikalisch und textlich eindeutig ins Herz, und gleichzeitig zeugt sie von der wieder gewonnenen St\u00e4rke &#8211; auch im Privaten. Jedoch scheint die Band dabei auch nie die herben Entt\u00e4uschungen der letzten Jahre aus den Augen zu verlieren:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;\u2026there is a star hat shines for us\u2026this is the story of our romance\u2026there is no end, there&#8217;s no beginning\u2026we built this city with our bare hands\/where every stone belongs to us\/come over now it&#8217;s overwhelming\/&#8217;cause we walk hand in hand now\u2026on the day I found myself\/I walk on with my seven inch boots\/I cross this planet in a day\/I madly climb the highest mountain\/I swim the deepest ocean\/only to be with you\/this is the story of our romance\/we simply give our best every day\/there is no end, there&#8217;s no beginning\/ we don&#8217;t need entertainment\/we entertain ourselves\/ I love my son, I love my daughter\u2026I don&#8217;t need an illusion\/I don&#8217;t need anything\/on the day I found myself.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Alles klar?!<\/p>\n\n\n\n<p>Das nachfolgende, eher akustisch-vertr\u00e4umt beginnende &#8222;Country Girl&#8220; endet dann doch \u00fcberraschend &#8222;disharmonisch&#8220; krachig und elektronisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Das schleppende &#8222;Town full of Dogs&#8220; zieht den H\u00f6rer mit seinen Orgelkl\u00e4ngen, schr\u00e4gen Elektroniksprengseln und hypnotischem Gesang unweigerlich und sehns\u00fcchtig in seinen Bann.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;In the Dark&#8220; scheint den H\u00f6rer mit seinem zarten, spacigen und sph\u00e4risch-m\u00e4andernden Sound einlullen und auf eine Reise in eine bessere Welt mitnehmen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das von Akustikgitarre und einem Fundament aus Orgel-\/Tastenkl\u00e4ngen getragene St\u00fcck &#8222;The Tower&#8220; k\u00f6nnte auch von Neil Young stammen und das zugleich heiter-melancholische Liebeslied &#8222;Into your Arms&#8220; marschiert, getragen durch My Bloody Valentinesche Gitarren, geradewegs in die Herzen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Waterfall&#8220; ist ein im &#8222;Naked Lunch&#8220;- Kontext geradliniger und sich in die H\u00f6he windender Popsong mit Banjo und an die Beach Boys erinnerndem Backgroundgesang, wohingegen &#8222;Colours,&#8220; aus ihrem 2005er Musikfilmprojekt &#8222;Sperrstunde-Closing Time&#8220; mit Thomas Woschitz &#8211; seines Zeichens Regisseur von diversen &#8222;Naked Lunch&#8220; Videos &#8211; zerbrechlich und traurig klingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich &#8222;In the End&#8220;, mit seiner von Piano und Elektronik bestimmten Stimmung, das diesem reifen Album zusammenfassend den vers\u00f6hnlichen Schlusspunkt setzt: &#8222;\u2026and if everything falls down\/there is one thing you should know\/my arms will hold you in the end\/you will forgive me in the end\/my love will find you in the end\u2026&#8220;:.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Bessere Zeiten klingen gut!&#8220; Diesmal geben wir die berechtigte Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen nicht auf!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alben:<\/strong><br \/>Naked-Mini LP (Big Store-1991)<br \/>Balsam (Big Store-1992)<br \/>Superstardom (Community\/Mercury-1997)<br \/>Love Junkies (Big Store\/Virgin-1999)<br \/>Songs for the Exhausted (Motor\/Universal-2004)<br \/>This Atom Heart of Ours (Louisville\/Universal-2007)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Links:<\/strong><br \/><a href=\"http:\/\/www.nakedlunch.de\">www.nakedlunch.de<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/nakedlunchmusic\">www.myspace.com\/nakedlunchmusic<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.louisville-records.de\">www.louisville-records.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Naked Lunch: This Atom Heart of Ours<br \/>Louisville Records\/Universal<br \/>V\u00d6: 19.1.2007<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Hoffnung stirbt zuletzt!&#8220; Dass dieser h\u00e4ufig dahin gesagte Satz sich in der Realit\u00e4t doch gl\u00fccklicherweise ab und an best\u00e4tigt, gilt insbesondere f\u00fcr die in Klagenfurt\/\u00d6sterreich beheimatete Band &#8222;Naked Lunch&#8220;. 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