{"id":17486,"date":"2007-02-23T07:52:00","date_gmt":"2007-02-23T07:52:00","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/02\/grenz-und-andere-faelle\/"},"modified":"2022-06-16T01:58:02","modified_gmt":"2022-06-15T23:58:02","slug":"grenz-und-andere-faelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/02\/grenz-und-andere-faelle\/","title":{"rendered":"Grenz- und andere F\u00e4lle"},"content":{"rendered":"\n<p>Spannende Zeiten brechen an, wenn ich mir so anschaue, was in den n\u00e4chsten Wochen an rezensierbarem Material meiner harrt. Halte ich das verflossene Krimijahr, was seine deutschsprachigen Erzeugnisse anbetrifft, ja f\u00fcr, milde ausgedr\u00fcckt, eher durchwachsen, verspricht uns das laufende mehr Produkte \u00fcber dem grauen Durchschnitt. Liegt auch daran, dass einige der Cracks im vergangenen Jahr pausierten, in dieser Saison aber wieder da sind. Bernhard Jaumann zum Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dessen \u201eDie Drachen von Montesecco\u201c schlie\u00dft an \u201eDie Vipern von Montesecco\u201c an und scheint, soviel nach 120 Seiten, das Niveau zu halten. Etwas, das ich nach 60 Seiten \u201eDoppelte Schuld\u201c leider auch von Anne Chaplet sagen muss, die aber wahrscheinlich um einen Verriss herumkommt, weil ich nicht zweimal hintereinander die Messer wetze. Sollte sich der Wind wider Erwarten drehen, wird das aber sofort gemeldet.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00dcberraschung ist das Deb\u00fct von Christian Gude, \u201eMosquito\u201c. Im Gro\u00dfen und Ganzen gelungen, zuk\u00fcnftige Potenzen erkennbar, aber das Lektorat des Gmeiner Verlags geh\u00f6rt abgewatscht, und das nicht zu knapp. Dazu dann Ausf\u00fchrlicheres in der Rezension.<\/p>\n\n\n\n<p>Und soeben auf meinem Schreibtisch gelandet: &#8222;Aussortiert&#8220; von Titus Keller, ein Pseudonym, hinter dem sich, wie uns der Klappentext verr\u00e4t, ein &#8222;bekannter deutscher Schriftsteller&#8220; verbirgt. <em>&#8222;Da\u00df er schreiben kann, hat er mit vielen B\u00fcchern bewiesen&#8220;, <\/em> hei\u00dft es weiter, und dann beweist man es uns mit einem Zitat noch einmal: <em>&#8222;Herrgott, wie sch\u00f6n sie war. So strahlend anmutig. Selbst in dem beigefarbenen Hosenanzug.&#8220; <\/em>Jo, so schreiben hierzulande nur die Besten!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Novit\u00e4ten von Paprotta, Eckert, Ani und Konsorten warten wir mit einiger Spannung. Sie werden selbstverst\u00e4ndlich gnadenlos am internationalen Standard gemessen \u2013 und da haben die Herrschaften Ausl\u00e4nder schon beeindruckend vorgelegt. \u201eDie sechste Laterne\u201c von Pablo De Santis etwa ist so ein Buch, das ausf\u00fchrliche Betrachtung verdient und die alte Frage nach den Grenzen des Genres erneut aufwirft. Very strange auch Michael Grubers \u201eDas Totenfeld\u201c, ein Buch, das man am liebsten in die Ecke pfeffern w\u00fcrde \u2013 nachdem man eine ehrerbietige Verbeugung vor ihm gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen sich bereits \u201eTrends\u201c erkennen? Nun, die Vergangenheit h\u00e4lt Deutschlands SchreiberInnen fest im Griff. Sie tauchen nicht nur ein in die Geschichte (Susanne Gogas \u201eTod in Blau\u201c pars pro toto), sie reflektieren sie auch aus der Sicht des Gegenw\u00e4rtigen (Chaplet stochert im Stasisumpf, Gude beschw\u00f6rt die Bombennacht von 1944 \u00fcber Darmstadt herauf). Hier setzt sich fort, was schon vor einigen Jahren begonnen hat (Elisabeth Herrmanns \u201eKinderm\u00e4dchen\u201c ist noch in bester Erinnerung; ist auch von ihr in diesem Jahr etwas Neues zu erwarten?) und ja nicht verwerflich ist, aber auch Indiz f\u00fcr die Flucht der AutorInnen vor dem Elend der Jetztzeit sein k\u00f6nnte. Das werden wir, wie alles andere, im Auge behalten.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spannende Zeiten brechen an, wenn ich mir so anschaue, was in den n\u00e4chsten Wochen an rezensierbarem Material meiner harrt. Halte ich das verflossene Krimijahr, was seine deutschsprachigen Erzeugnisse anbetrifft, ja f\u00fcr, milde ausgedr\u00fcckt, eher durchwachsen, verspricht uns das laufende mehr Produkte \u00fcber dem grauen Durchschnitt. 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