{"id":17595,"date":"2011-10-25T07:08:43","date_gmt":"2011-10-25T07:08:43","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2011\/10\/franz-xaver-roth-boeser-mann\/"},"modified":"2022-06-16T01:06:46","modified_gmt":"2022-06-15T23:06:46","slug":"franz-xaver-roth-boeser-mann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2011\/10\/franz-xaver-roth-boeser-mann\/","title":{"rendered":"Franz Xaver Roth: B\u00f6ser Mann"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"125\" height=\"200\" class=\"mt-image-left\" style=\"float: left; margin: 0 20px 20px 0;\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2011\/cover\/boesermann.jpg\" alt=\"boesermann.jpg\"\/> Dieses Werk ist mir auf der Buchmesse zugetragen worden, als h\u00e4tte die edle \u00dcberbringerin gewusst, dass mir eine dr\u00f6ge zweist\u00fcndige Zugfahrt bevorstand. &#8222;Soll irgendwie wolfhaasig sein&#8220;, kam die Zusatzinformation. Und angesichts des Covers \u2013 verkaufsf\u00f6rderndes bayrisches Wei\u00dfblau -, der ersch\u00fctternden Erinnerung an eine Probeseite Rita Falk und des Autorenfotos \u2013 so sehen Bayern aus! \u2013 machte ich mir keine gro\u00dfen Hoffnungen auf nennenswertes Leseam\u00fcsement. Aber zwei Stunden im ungeheizten ICE&#8230; Kaffeenachbau zu Champagnerpreisen&#8230; &#8222;S\u00e4nkyou for tr\u00e4wweling wiff se Deutsche Bahn&#8220;-Durchsagen&#8230; also las ich, knappe 100 Seiten. Und lebe noch.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;B\u00f6ser Mann&#8220; ist einer jener Krimis, bei denen die Frage &#8222;Liest du noch oder schl\u00e4fst du schon?&#8220; nicht wirklich existentiell ist. Wahrscheinlich tut man gerade beides. Das Gehirn im Standby, die Finger mechanisch bl\u00e4tternd, kein Albtraum, aber auch kein Feuerwerk der Nervenenden. Ein l\u00e4ppischer Fall mit einem \u00fcberfahrenen Lehrer, einem erstochenen Jungdealer und \u2013zuh\u00e4lter, ein wenig B\u00fcrgerinitiative und Korruption. Aufgekl\u00e4rt vom Wirt des urigen &#8222;Hammer-Ecks&#8220;, seiner Mutter und seiner Kellnerin, seinem Zahnarzt und seinem Koch mit Migrationshintergrund. Eine schon etwas \u00e4ltere Kommissarin, die f\u00fcr b\u00fcrokratische Strenge sorgt, im Grunde aber herzensgut ist. Eine Handvoll &#8222;Typen&#8220;, die sich in der Kneipe treffen und Spiele von Bayern M\u00fcnchen kommentieren. Kein Wunder, spielt doch der Roman unweit der bayrischen Metropole.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr &#8222;B\u00f6ser Mann&#8220; spricht: Er ist weder sprachlich noch sonst eine Pein. Nicht einmal knallwitzig, schon gar nicht in der Wolf-Haas-Manier, obwohl es der Verlag sicher gerne s\u00e4he, wenn ich behaupten w\u00fcrde, es w\u00e4re so. Das Buch liest sich einfach so weg, man muss selbst nicht immer dabei sein, man verpasst nichts, h\u00f6chstens einmal einen Hinweis auf den m\u00f6glichen T\u00e4ter, was bei einem Whodunit aber zu verschmerzen ist, denn am Ende kriegt man eh gesagt, wie sich alles zugetragen hat. Und dann ist das Buch eben aus, wieder ist einem ein St\u00fcck Lebenszeit durch die H\u00e4nde geglitscht, aber wehgetan hat es wenigstens nicht. Sonst f\u00e4llt mir zum Buch gerade nichts ein. Interessanter als der Bahnhof von Kaiserslautern.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Franz Xaver Roth: B\u00f6ser Mann. <br \/>Knaus 2011. 285 Seiten. 14,99 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Werk ist mir auf der Buchmesse zugetragen worden, als h\u00e4tte die edle \u00dcberbringerin gewusst, dass mir eine dr\u00f6ge zweist\u00fcndige Zugfahrt bevorstand. &#8222;Soll irgendwie wolfhaasig sein&#8220;, kam die Zusatzinformation. 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