{"id":17605,"date":"2007-04-25T07:38:49","date_gmt":"2007-04-25T07:38:49","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/04\/ich-schenke-euch-ein-buch\/"},"modified":"2022-06-16T01:04:50","modified_gmt":"2022-06-15T23:04:50","slug":"ich-schenke-euch-ein-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/04\/ich-schenke-euch-ein-buch\/","title":{"rendered":"Ich schenke euch ein Buch"},"content":{"rendered":"\n<p>Aber ich tue es, wer will es mir verdenken, mit einem weinenden Auge. Denn viel lieber h\u00e4tte ich dieses Buch, den Jahresband 2006 der \u2192<a href=\"http:\/\/www.alte-krimis.de\">\u201eCriminalbibliothek des 19. Jahrhunderts\u201c<\/a> verkauft. Auf Papier gedruckt, drei Erz\u00e4hlungen, die beweisen sollen, wie politisch und gesellschaftsbezogen sie waren, die alten Krimis.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Doch ach: Nicht einmal 40 Menschen unter etwa 100 Millionen Deutschsprachigen wollten so etwas lesen. Da konnte ich noch so sehr in die Werbevollen gehen, mit Mailinglisten, Leseproben-Brosch\u00fcren und g\u00fcnstigsten Subskriptionspreisen arbeiten. Vergebens, umsonst. Drum gibt es nun die drei Geschichten peu \u00e0 peu in sch\u00f6nem Neusatz mit kurzen Nachworten digital f\u00fcr jedermann. Umsonst.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich brauche kaum zu betonen, dass ich das alles f\u00fcr reichlich erb\u00e4rmlich halte, f\u00fcr ein Armutszeugnis, das vor allem diejenigen sich selber ausstellen sollten, die schon in der Vergangenheit eine Menge dummes Zeug zu alten Krimis herausschwafelten und es wohl auch in Zukunft tun werden. Erb\u00e4rmlich f\u00fcr unsere \u201eKrimikultur\u201c im Allgemeinen, die erneut bewiesen hat, dass es sie nicht gibt oder, wenn es sie denn doch gibt, dass sie sich h\u00fcbsch verborgen halten sollte, um nicht zu err\u00f6ten, wenn sie in einen zuf\u00e4lligen Spiegel blickt. Da g\u00e4be es einiges zu entdecken, aber man begn\u00fcgt sich mit druckfrischer Ware, die, sobald sie nicht mehr frisch ist \u2013 und das geschieht binnen Monaten -, auch schon vergessen sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den drei Erz\u00e4hlungen des Bandes stellen wir zun\u00e4chst die letzte der urspr\u00fcnglichen Druckvorlage zur Verf\u00fcgung, Benno Bronners \u201eHerr von Syllabus\u201c. Und zitieren aus dem Nachwort:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Mit \u201eHerr von Syllabus\u201c hat Bronner nicht nur die wohl erste, h\u00f6chst vergn\u00fcglich zu lesende Krimiparodie der Literatur verfasst. Er zeichnet uns auch ein authentisches Bild der Umbr\u00fcche jener Zeit, als \u201eSchundliteratur\u201c noch als liberal und gef\u00e4hrlich eingestuft wurde, Kapital und Freiheit und Sozialismus an einem Strang zu ziehen schienen. Jedenfalls in den Schreckensszenarien einer untergehenden Welt.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wer lesen kann, den wird\u2019s vergn\u00fcgen, wer denken kann, dem wird es zu denken geben. Die beiden \u00fcbrigen Geschichten, J.D.H. Temmes \u201eEin Amnestirter\u201c und \u201eDer tolle Hans\u201c von Adolf Streckfu\u00df werden folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und, ach ja: Als dritter Band der Reihe war eigentlich Emilie Heinrichs\u2019 \u201eLeibrenten\u201c vorgesehen. Ein Buch, das nicht nur Interessenten an der sozialen und geistigen Situation der zweite H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts mit Spannung h\u00e4tten erwarten sollen, sondern auch Liebhaber unterhaltsamer, dabei gleichwohl klarsichtig realistischer Literatur. Also nicht einmal 20 wackere Menschen, die den Roman subskribierten. Umsonst, im doppelten Sinn. Der Text ist neu gesetzt, muss aber noch korrekturgelesen werden und wird dann auch digital zug\u00e4nglich gemacht. Umsonst, umsonst. Also nichts wie hin zur \u2192<a href=\"http:\/\/www.alte-krimis.de\">\u201eCriminalbibliothek des 19. Jahrhunderts\u201c<\/a>!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aber ich tue es, wer will es mir verdenken, mit einem weinenden Auge. Denn viel lieber h\u00e4tte ich dieses Buch, den Jahresband 2006 der \u2192\u201eCriminalbibliothek des 19. Jahrhunderts\u201c verkauft. 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