{"id":17615,"date":"2007-05-02T07:39:58","date_gmt":"2007-05-02T07:39:58","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/05\/schwedenduo\/"},"modified":"2022-06-16T00:56:17","modified_gmt":"2022-06-15T22:56:17","slug":"schwedenduo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/05\/schwedenduo\/","title":{"rendered":"Schwedenduo"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2007\/cover\/schwedenduo.jpg\" alt=\"schwedenduo.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach der Schwedenkrimischelte en g\u00e9n\u00e9rale et en d\u00e9tail, wie sie in letzter Zeit hier zu lesen war, heute zwei erfreulichere Exempel aus dem Legoland der Kriminalliteratur.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Tove Klackenberg arbeitet als Richterin und l\u00e4sst in \u201eSelbstjustiz\u201c wenig \u00fcberraschend eine Staatsanw\u00e4ltin ermitteln. Svea Lundstr\u00f6m Duval, dunkelh\u00e4utiges Produkt einer karibischen Urlaubsliaison ihrer Mutter, bekommt es in der nordschwedischen Provinz mit etlichen merkw\u00fcrdigen Todes- und Unf\u00e4llen sowie Sabotageakten zu tun. H\u00e4ngt alles zusammen? Und wie? Da sich auch das Privatleben der Protagonistin in einigen Turbulenzen befindet, braucht es seine Zeit, bis sich die F\u00e4den entwirren und ein beunruhigendes Muster sichtbar wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das w\u00e4re nun eigentlich Schwedenkrimi wie \u00fcblich, da s\u00e4mtliche Steilvorlagen (Rassismus, Polizeiwillk\u00fcr etc.) vorhanden sind. Doch erfreulicherweise entwickelt Klackenberg einen eher unaufgeregten, nur gegen Ende mit einigem Aktionismus aufwartenden Krimi, in dessen Mittelpunkt sich allm\u00e4hlich ein bislang kaum beachtetes Thema schiebt: die Situation der nordschwedischen Ureinwohner (Lappen, Samen) und ihre historischen Wurzeln. Nicht gerade nervenzerfetzende Hochspannung, aber ein interessanter und fundiert entwickelter Einblick in die Abgr\u00fcnde schwedischer Geschichte, solide genreverpackt.<\/p>\n\n\n\n<p>Teilweise in Nordschweden resp. Norwegen spielt auch Thomas Kangers \u201eDer Sonntagsmann\u201c. Kommissarin Wiik gr\u00e4bt einen mysteri\u00f6sen Fall aus, der sich vor knapp 25 Jahren ereignet hat und nun zu verj\u00e4hren droht. Wer ermordete die junge Ylva Malmberg und was geschah mit ihrer f\u00fcnf Monate alten Tochter? Die Zeit dr\u00e4ngt, neue Spuren gibt es nicht \u2013 ein scheinbar hoffnungsloses Unterfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kanger bedient sich eines gelungenen dramaturgischen Kniffs. W\u00e4hrend Wiik sich in den Fall einliest und alte Spuren noch einmal \u00fcberpr\u00fcft, begleiten wir die inzwischen 25j\u00e4hrige Tochter der Ermordeten bei ihrer eigenen Suche nach der Wahrheit. Sie n\u00e4mlich, als Adoptivkind auf den Lofoten aufgewachsen, hat sich mit einem Freund aufgemacht, um vor Ort ihre wirklichen Eltern zu finden. Ein sch\u00f6ner Nebeneffekt dieses Verfahrens: Der Leser lernt aus dem Charakter der Tochter den der Mutter kennen und ist der eigentlichen Ermittlerin damit immer eine Nasenl\u00e4nge voraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Spannungsb\u00f6gen hat Kanger souver\u00e4n durch den Text gezogen, am Ende spitzen sich die Ereignisse zu, der Fall wird logisch und dennoch \u00fcberraschend gekl\u00e4rt, die \u00fcblichen Versatzst\u00fccke bleiben, wie schon bei Klackenberg, erfreulich im Hintergrund. Empfehlenswert.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Tove Klackenberg: Selbstjustiz. <br \/>Piper (Nordiska) 2007 <br \/>(Original: \u201eSj\u00e4lvt\u00e4kt\u201c, \u00fcbersetzt von Beate Schirrmacher). <br \/>332 Seiten. 19,90 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Thomas Kanger: Der Sonntagsmann. <br \/>Btb 2007 <br \/>(Original: \u201eS\u00f6ndagsmannen\u201c, \u00fcbersetzt von Lotta Ruegger und Holger Wolandt). <br \/>346 Seiten. 9,00 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Schwedenkrimischelte en g\u00e9n\u00e9rale et en d\u00e9tail, wie sie in letzter Zeit hier zu lesen war, heute zwei erfreulichere Exempel aus dem Legoland der Kriminalliteratur.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-17615","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17615","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17615"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17615\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17615"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17615"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17615"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}