{"id":17627,"date":"2007-05-08T07:09:33","date_gmt":"2007-05-08T07:09:33","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/05\/joseph-finder-company-man\/"},"modified":"2022-06-15T01:24:19","modified_gmt":"2022-06-14T23:24:19","slug":"joseph-finder-company-man","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/05\/joseph-finder-company-man\/","title":{"rendered":"Joseph Finder: Company Man"},"content":{"rendered":"\n<p>Obwohl die B\u00fccher des amerikanischen Autors Joseph Finder regelm\u00e4\u00dfig in Deutsche \u00fcbersetzt werden (demnach wohl ihre Leser haben), finden sie kaum die Aufmerksamkeit der hochverm\u00f6genden Krimikritik. Mit \u201eCompany Man\u201c, im Jahre 2006 immerhin Gewinner des \u201eBarry Award\u201c, hat der Autor auch qualitativ einen Schritt nach vorne gemacht. Dieses als Wirtschaftsthriller zu bezeichnende Buch gewinnt seinen besonderen Reiz aus dem Wechselspiel zwischen den spannenden Verwicklungen, in welche die eine Hauptperson des Buches ger\u00e4t, und der gewissenhaften detektivischen Arbeit der anderen Hauptperson, die sich zunehmend auf die erste Person richtet.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nick Conover ist Vorstandvorsitzender eines gr\u00f6\u00dferen Unternehmens, welches vor wenigen Jahren noch 10.000 Mitarbeiter hatte. Mittlerweile musste er die H\u00e4lfte der Mitarbeiter entlassen. In dem kleinen Ort, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, gibt es kaum eine Familie, bei der nicht ein Mitglied Opfer dieser Entlassungen wurde. Kein Wunder also, dass Conover die meistgehasste Person im Ort ist. Kaum ein Restaurantbesuch oder Einkauf bei dem er nicht zu sp\u00fcren bekommt, wie unbeliebt er ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Monaten ist ein Stalker auf seinen Fersen und eines Tages wird der Hund der Familie get\u00f6tet. Auch sonst entwickelt sich Conovers Leben definitiv zum Albtraum. Seine Frau ist vor einem Jahr bei einem Autounfall zu Tode kommen und nicht nur er selber, sondern auch die beiden Kinder kommen mit dem Verlust nicht zurecht. Und im Unternehmen scheinen sich Vorg\u00e4nge abzuspielen, von denen er keine Ahnung hat, die aber m\u00f6glicherweise dessen Fortbestand gef\u00e4hrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Nachts erschie\u00dft er einen Mann, den er f\u00fcr den Stalker h\u00e4lt. Der Sicherheitschef des Unternehmens hilft ihm beim Beseitigen der Spuren. Als die Leiche des Mannes aufgefunden wird, scheinen die Umst\u00e4nde eine Tat im Drogenmilieu nahe zulegen. Die Polizistin Audrey Rhimes wird beauftragt den Fall aufzuklaren. Anfangs sind es nur kleine Ungereimtheiten, aber St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck lassen Sie die gefundenen Hinweise zunehmend an der Milieuthese zweifeln und dann r\u00fcckt pl\u00f6tzlich Conover in ihr Blickfeld.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph Finder arbeitet mit glaubw\u00fcrdigen Personen, kaum eine der Thrillerstereotypen, die entweder vor Kraft kaum L\u00e4cheln k\u00f6nnen oder mit boshafter Lust die Welt in die Luft sprengen wollen, findet sich in diesem Buch. Exemplarisch sei die kleine Tochter Conovers genannt, die normaler wirkt, als die meisten der \u201eSuperkids\u201c, welche die B\u00fccher dieser Welt bev\u00f6lkern.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis das packende Ende den Leser mit sich fortrei\u00dft, f\u00fchrt ihn Finder immer wieder in Szenen, die zum Verweilen einladen. Sowohl Conover als auch Rhimes f\u00fchren Leben, die realistisch scheinen. Familie und Beruf schaffen f\u00fcr beide Konflikte, die der Geschichte Komplexit\u00e4t und W\u00fcrze geben; dabei greifen die verschiedenen Str\u00e4nge der Erz\u00e4hlung gut ineinander. Schmuckst\u00fcck das Buches ist aber ohne Zweifel die Konfrontation zwischen den beiden Hauptpersonen. Rhimes ist eine Polizistin die unaufgeregt ihrer Arbeit nachgeht und &#8211; soweit ihr alkoholkranker und (da er auch entlassen wurde) arbeitsloser Mann es ihr erlaubt &#8211; die auch den kleineren Spuren die n\u00f6tige Aufmerksamkeit schenkt; solide Detektivarbeit also. Bei Conover selber taucht hingegen die Frage auf, wie er denn \u00fcberhaupt in den Position gelangt ist, die er inne hat. Die Aura eines knallharten Sanierers zumindest verstr\u00f6mt er nicht. Konsequent wechselt die Perspektive zwischen Beiden. W\u00e4hrend Conover mit den D\u00e4monen k\u00e4mpft, die sein gewohntes Leben bedrohen, r\u00fcckt Rhimes ihm immer n\u00e4her auf den Leib.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Joseph Finder: Company Man. <br \/>Holzbrinck Publishers 2006, 592 Seiten. 6,58 \u20ac <br \/>(deutsch: \u201cJobkiller\u201d, Goldmann Verlag 2006. 624 Seiten. 12 \u20ac)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl die B\u00fccher des amerikanischen Autors Joseph Finder regelm\u00e4\u00dfig in Deutsche \u00fcbersetzt werden (demnach wohl ihre Leser haben), finden sie kaum die Aufmerksamkeit der hochverm\u00f6genden Krimikritik. Mit \u201eCompany Man\u201c, im Jahre 2006 immerhin Gewinner des \u201eBarry Award\u201c, hat der Autor auch qualitativ einen Schritt nach vorne gemacht. 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