{"id":17850,"date":"2007-08-28T05:30:40","date_gmt":"2007-08-28T05:30:40","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/08\/alan-furst-the-foreign-correspondent\/"},"modified":"2022-06-15T13:25:58","modified_gmt":"2022-06-15T11:25:58","slug":"alan-furst-the-foreign-correspondent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/08\/alan-furst-the-foreign-correspondent\/","title":{"rendered":"Alan Furst: The Foreign Correspondent"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit \u201eThe Foreign Correspondent\u201c schreibt Alan Furst seine Darstellung der Geschichte des 2. Weltkriegs fort. Wieder einmal stehen die kleinen, scheinbar unbedeutenden Figuren der Zeitgeschichte im Mittelpunkt seiner Darstellung. Eine Gruppe von italienischen Immigranten in Paris ist es diesmal. Mitten unter ihnen Carlo Weisz, Korrespondent vom Nachrichtendienst Reuter und Herausgeber der geheimen Zeitung der Gruppe, welche regelm\u00e4\u00dfig auf gef\u00e4hrlichen und verschlungenen Wegen nach Italien geschmuggelt wird.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Buch beginnt Ende 1938; die Zeit der scheinbaren Ruhe f\u00fcr die Gruppe geht vorbei. Der italienische Geheimdienst beginnt sich f\u00fcr die Zeitung und ihre Herausgeber zu interessieren. Auf Hilfe von au\u00dfen brauchen die Immigranten noch nicht zu hoffen, die Alliierten stecken noch mitten in ihrer Appeasement -Politik und versuchen gleichzeitig alles um Italien auf ihre Seite zu ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00e4ndert sich im Verlauf der ersten H\u00e4lfte des Jahres 1939. Die M\u00fcnchener Konferenz, sp\u00e4ter die Annexion der \u201eRest-Tschechei\u201c, dann der \u201eStahl-Pakt\u201c zwischen Deutschland und Italien. Zunehmend bekommen die Alliierten Interesse an der Gruppe und an Weisz und sind bereit, ihnen auch zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie eine literarische Tr\u00fcffelsau w\u00fchlt Furst im Dreck und Unrat der Zeit der sp\u00e4ten 30er Jahre und f\u00f6rdert immer neue Prachtst\u00fccke zu Tage. Immer wieder ist Paris der Ausgangspunkt der Abenteuer. Seine B\u00fccher geh\u00f6ren nicht in einer Serie verbunden zusammen und doch \u201esprechen\u201c sie miteinander. Es scheint fast so, als wenn Furst Schicht f\u00fcr Schicht die Epoche freilegen will. So taucht z.B. in \u201eThe Foreign Correspondent\u201c Nickolas Morath auf, Held des Romans \u201cKingdom of Shadows\u201d. Weisz und Morath treffen sich in einer Brasserie, zuf\u00e4llig, sprechen kaum miteinander und verbringen doch in einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe den Abend miteinander. Zuvor, so wei\u00df der Leser von \u201cKingdom of Shadows\u201d, war Morath in der Tschechoslowakei und hatte die Stellungen begutachtet, mit denen die stolze Armee des jungen Staates hoffte, die Deutsche Wehrmacht aufhalten zu k\u00f6nnen. Es sind \u00e4hnliche Stellungen, an denen sp\u00e4ter, als die Deutschen in Prag einmarschieren, Weisz vorbeikommt und diese verlassen vorfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles erz\u00e4hlt Furst, wie immer in seiner unnachahmlichen Art, die so unaufdringlich, so wenig vordergr\u00fcndig ist, den Geist und die Atmosph\u00e4re der damaligen Zeit gekonnt darstellt und die Geschichte zuweilen spannungsgeladen verdichtet. Man merkt es kaum und doch ist man pl\u00f6tzlich mitten drin in einer gef\u00e4hrlichen Szene. Die Gefahren, so vermittelt uns Furst, k\u00f6nnen in diesem undurchsichtigen Gesch\u00e4ft \u00fcberall lauern und st\u00e4ndig \u00fcber die Menschen hereinbrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Herz ist es, das Weisz, wie die meisten m\u00e4nnlichen Helden Fursts, antreibt. Dessen Verlangen ist es, was M\u00e4nner so manche \u201eDummheit\u201c begehen l\u00e4sst. Aber diese \u201eDummheiten\u201c waren es wom\u00f6glich, die in dem Meer von Terror immer wieder kleine Feuer der Hoffnung entz\u00fcndeten. Denn am Ende, so wissen wir Nachgeborenen, wird die Geschichte weitergehen &#8230; finsterer und furchtbarer als Weisz und seine Gruppe es sich in ihren schw\u00e4rzesten Tr\u00e4umen vorstellen konnten.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Alan Furst: The Foreign Correspondent. <br \/>Random House 2007. 288 Seiten. 11,50 \u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit \u201eThe Foreign Correspondent\u201c schreibt Alan Furst seine Darstellung der Geschichte des 2. Weltkriegs fort. Wieder einmal stehen die kleinen, scheinbar unbedeutenden Figuren der Zeitgeschichte im Mittelpunkt seiner Darstellung. Eine Gruppe von italienischen Immigranten in Paris ist es diesmal. 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