{"id":17896,"date":"2007-09-18T05:32:57","date_gmt":"2007-09-18T05:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/09\/julia-spencer-fleming-all-mortal-flesh\/"},"modified":"2022-06-15T13:29:57","modified_gmt":"2022-06-15T11:29:57","slug":"julia-spencer-fleming-all-mortal-flesh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/09\/julia-spencer-fleming-all-mortal-flesh\/","title":{"rendered":"Julia Spencer-Fleming: All Mortal Flesh"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt Serien, bei denen die Titelhelden kein relevantes Eigenleben haben, die einzelnen B\u00fccher stehen f\u00fcr sich alleine und die Reihenfolge, in der B\u00fccher gelesen werden, ist nicht entscheidend. Dann gibt es Serien, in denen die Helden sich zwar ein wenig \u00e4ndern, \u00b4mal einen neuen Partner finden und \u00b4mal die eine oder andere Narbe zugef\u00fcgt bekommen, aber diese Ereignisse beanspruchen auf l\u00e4ngerer Sicht keine gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit f\u00fcr sich und beeinflussen den Lauf der Serie nur unmerklich. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und dann gibt es Serien, bei denen die Rahmenhandlung ein Eigenleben entfaltet, quasi eine Geschichte um die einzelnen Geschichten bildet, sogar zum gestaltenden Element werden kann. Da sind die einzelnen B\u00fccher fast schon Teile eines Fortsetzungsromans. Neben William Kent Kruegers Serie um Cork O`Connor geh\u00f6rt auch Julia Spencer-Flemings Serie um Clare Fergusson und Russ van Alstyne zum letztgenannten Typus.<br \/>Seit dem ersten Buch, \u201eIn the Bleak Winternight\u201c, mit dem sie in den USA viel Erfolg hatte, und, abgesehen vom Edgar, die meisten der US-Krimipreise gewann, hat Spencer-Fleming die Geschichte der beiden konsequent weiter gesponnen. Clare Fergusson ist eine ehemalige Hubschrauberpilotin der US-Armee, die sich sp\u00e4t entschloss den Beruf zu wechseln und nun als Pastorin der episkopalen Kirchengemeinde im kleinen Millers Kill im Bundesstaat New York t\u00e4tig ist. Sie ist fremd und unbequem und alleine auf sich gestellt. Van Alstyne war lange Jahre Milit\u00e4rpolizist und ist sp\u00e4t nach Millers Kill, wo er aufgewachsen war, zur\u00fcckgekehrt &#8211; mittlerweile leitet er die dortige Polizei. Fergusson und van Alstyne treffen immer wieder aufeinander, wenn Verbrechen zu l\u00f6sen sind, die h\u00e4ufig nicht nur van Alstyne Erfahrung, sondern auch Fergussons Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen erfordern. Mit der Zeit kommen sie sich nahe. Zu nahe eigentlich, denn Van Alstyne ist verheiratet; zu nahe auf jeden Fall um Ger\u00fcchte zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAll Mortal Flesh\u201c lebt von der Geschichte um die beiden Protagonisten: Die Arbeit die beiden wird von den \u00fcbergeordneten Stellen angezweifelt, mit dem Ergebnis, dass sie beide fremdbestimmt werden und eine Person von au\u00dfen vorgesetzt bekommen. Fergusson erh\u00e4lt eine Diakonin, die ihr \u201ehelfen\u201c soll. Und van Alstyne &#8230; nun, seine Frau schlug eine vor\u00fcbergehende Trennung vor, er lebte wieder bei seiner Mutter. Eine gute Freundin der Ehefrau findet den Leichnam in der K\u00fcche der van Alstynes und w\u00e4hrend die Polizei mit van Alstyne an der Spitze davon ausgeht, dass der Anschlag eigentlich ihm galt, sieht die Landespolizei, dass hier jemand einen Mordfall untersucht, bei dem er oder seine mutma\u00dfliche Geliebte selber einer der Hauptverd\u00e4chtigen ist und schickt eine Beamtin, um seine Arbeit zu kontrollieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Clare Fergusson ist eine Frau, deren Berufsauffassung mit derjenigen ihrer Vorgesetzten kollidiert. Nicht, dass mich eigentlich die Sorgen und N\u00f6te einer Pastorin interessieren, aber Spencer-Fleming macht vieles richtig. Die Verlaufslinien und die Motivationen der Personen wirken stimmig, der Druck, der auf Fergusson und van Alstyne lastet, ist horrend und das Ende des Buches fulminant. Intelligent schreiben kann sie allemal, da wird es zur Nebensache, dass die eigentliche R\u00e4tsell\u00f6sung nicht so aufregend ist und die im Buch wabernde G\u00fcte wird ertr\u00e4glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Zweifel ist \u201eAll Mortal Flesh\u201c das bisher beste Buch der Serie. So ist sein gro\u00dfer Erfolg erkl\u00e4rlich und bis zu einem gewissen Grad auch verst\u00e4ndlich. Interessant und aller Ehren wert ist, dass, wie in Kent Kruegers \u201eMercy Falls\u201c, die H\u00f6lle durch welche die Autorin ihre beiden Helden schickt, mit der letzten Seite des Buches nicht beendet ist, sondern mit dem n\u00e4chsten Buch, \u201eI Shall not Want\u201c fortgesetzt werden muss.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Julia Spencer-Fleming: All Mortal Flesh. \nSt. Martin Minotaur 2006. 336 Seiten. 16,95 \u20ac \n(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Serien, bei denen die Titelhelden kein relevantes Eigenleben haben, die einzelnen B\u00fccher stehen f\u00fcr sich alleine und die Reihenfolge, in der B\u00fccher gelesen werden, ist nicht entscheidend. 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