{"id":17899,"date":"2007-09-21T05:33:11","date_gmt":"2007-09-21T05:33:11","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/09\/kann-man-lesen-aber\/"},"modified":"2022-06-15T21:06:31","modified_gmt":"2022-06-15T19:06:31","slug":"kann-man-lesen-aber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/09\/kann-man-lesen-aber\/","title":{"rendered":"Kann man lesen; aber"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2007\/cover\/hei.jpg\" alt=\"hei.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nicht alles, was ich so lese, wird hier auch besprochen. Manches ist so belanglos, dass einem nichts dazu einf\u00e4llt au\u00dfer eben &#8211; Belanglosigkeiten. Bisschen wenig f\u00fcr eine Rezension. Dann gibt es B\u00fccher, die zwar nicht belanglos sind, sondern solides Zeug, aber eben auch nur das: solide. Zwei davon seien kurz vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Veit Heinichen gilt gemeinhin als der Prototyp des distinguierten, beinahe &#8222;literarischen&#8220; Krimiautors. Seine Serie um den Commissario Laurenti geht mit &#8222;Totentanz&#8220; in die f\u00fcnfte Runde, einem Roman um illegale M\u00fcllentsorgung, organisiertes Verbrechen, die spezifischen Probleme der Grenzstadt Triest plus serienspezifischer Ballast (Laurenti wird von seiner Geliebten in die W\u00fcste geschickt etc.).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Geschichte, deren Plot an einer latenten Unwahrscheinlichkeit krankt. Ist es wirklich m\u00f6glich, dass man Menschen gesichtschirurgisch so ver\u00e4ndern kann, dass sie selbst von guten Bekannten nicht mehr zu identifizieren sind? Hm, ich wei\u00df nicht. Aber davon einmal abgesehen: Heinichen spult das bew\u00e4hrte M\u00fcllmafia-Programm ab. Das mag alles stimmen, ist aber nicht mehr als ein Muster, das wir so schon kennen oder immer zu kennen glaubten. Irgendwo sitzen die B\u00f6sen, irgendwo die Korrupten, und am Ende schl\u00e4gt auch ihnen das St\u00fcndlein, wenn nicht heute, dann wohl im siebten oder achten Band der Reihe. Sch\u00f6n. Und weiter? Nichts weiter. Das Lesen tut nicht weh, hindert einen aber nicht daran, den Inhalt schleunigst wieder zu vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich geht es bei Bernadette Calonegos \u201eUnter dunklen Wassern\u201c. Eine Frau macht sich auf nach Kanada, um zwei Geheimnisse zu l\u00fcften. Das eine betrifft den verungl\u00fcckten Mann der Frau, das andere eine deutsche Lyrikerin, die vor Jahrzehnten nach Kanada auswanderte. H\u00e4ufiger Schauplatzwechsel, doch von wirklicher Rasanz keine Spur. Auch hier reichlich Unwahrscheinliches, wie mit dem Plotmesser zurechtgeschnitzte Begegnungen etc. Das Ende: vorhersagbar. Der Effekt: siehe Heinichen. Beh\u00e4big reisen wir durch die kanadische Wildnis, immer kurz vorm Einschlafen. Wenn wir wieder aufwachen, haben wir auch dieses Buch gn\u00e4dig vergessen.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Veit Heinichen: Totentanz.<br \/>Zsolnay 2007. 320 Seiten. 19,90 \u20ac<\/pre>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Bernadette Calonego: \u201eUnter dunklen Wassern\u201c. <br \/>Bloomsbury 2007. 384 Seiten. 19,90 \u20ac<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht alles, was ich so lese, wird hier auch besprochen. Manches ist so belanglos, dass einem nichts dazu einf\u00e4llt au\u00dfer eben &#8211; Belanglosigkeiten. Bisschen wenig f\u00fcr eine Rezension. Dann gibt es B\u00fccher, die zwar nicht belanglos sind, sondern solides Zeug, aber eben auch nur das: solide. 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