{"id":17910,"date":"2007-10-01T05:26:31","date_gmt":"2007-10-01T05:26:31","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/10\/kapitel-xx-ende\/"},"modified":"2022-06-06T21:55:30","modified_gmt":"2022-06-06T19:55:30","slug":"kapitel-xx-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/10\/kapitel-xx-ende\/","title":{"rendered":"Kapitel XX (Ende)"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2007\/cover\/wickius_forts_cover_2.jpg\" alt=\"wickius_forts_cover_2.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Was bisher geschah: Raphael W\u00fcnsch ist der T\u00e4ter! Er, der eigentliche Chefredakteur der verbrecherischen Internetillustrierten HINTERNET, kann f\u00fcr alles verantwortlich gemacht werden! Und jetzt geht es ihm an den Kragen! Hoffentlich&#8230;oder?<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\u201eSch\u00f6n Sie zu sehen, lieber Wickius. Nehmen Sie doch bitte Platz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Raphael W\u00fcnsch, einer der furchtbarsten Gesetzesbrecher der bundesrepublikanischen Geschichte, gab sich schei\u00dffreundlich. Wickius l\u00e4chelte souver\u00e4n und setzte sich auf den Stuhl vor W\u00fcnschens Schreibtisch. Er schaute seinem Gegen\u00fcber fest ins Auge und sprach mit ebenso fester Stimme:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie sind entlarvt. Machen Sie sich keine falschen Hoffnungen. Die Polizei m\u00fcsste gleich hier sein und bei einer z\u00fcnftigen Haussuchung wird sich gen\u00fcgend Beweismaterial finden, Sie f\u00fcr den Rest Ihres miserablen Lebens hinter Gitter zu bringen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcnsch kicherte und wog einen massiven Briefbeschwerer in seiner Rechten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGratulation, Wickius. Wie sind Sie mir eigentlich auf die Spur gekommen? Habe ich einen Fehler gemacht?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe lediglich eins und eins zusammengez\u00e4hlt\u201c, erkl\u00e4rte Wickius, \u201eund das Ergebnis war \u2013 zwei.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie Teufel!\u201c zischte W\u00fcnsch und sah auf den Briefbeschwerer. Das Telefon klingelte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa?\u201c, meldete sich W\u00fcnsch. \u201eHerr Gysi? Sie haben die Nummer von Herrn Lafontaine? Ach so. Einen Krimi? Spionage? Hochinteressant! &#8212; Nat\u00fcrlich werden wir einen Weg finden, ihn&#8230; nein, nicht Graham Green. Dieser Strohmann f\u00fcr das OEuvre Erich Honeckers lebt leider auch nicht mehr. Aber ich k\u00f6nnte Ihnen eine s\u00fc\u00dfe deutschkanadische Gerichtsmedizinerin anbieten &#8212; doch, doch, lieber Herr Gysi, das passt schon. \u00dcberlegen Sie mal: Kanada, Frau und Spionage! Das war noch nie da! Das verkauft sich wie &#8212; politische Gefangene an die BRD, hahaha! Sie werden \u201edas Kapital\u201c nicht nur lesen, nein, Sie werden es auch anlegen k\u00f6nnen! &#8212; In Ordnung. Schicken Sie mir das Manuskript. Wir finden gewiss einen Weg. Wiederschauen, Herr Gysi!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er legte auf.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Gesch\u00e4fte scheinen pr\u00e4chtig zu florieren\u201c, nickte Wickius nachdenklich, \u201eaber nicht mehr lange.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcnsch grinste. \u201eGlauben Sie wirklich, dass Sie mir schaden k\u00f6nnten, bester Wickius? Hinter mir steht die geballte Macht dieses Staates, ach, was sage ich \u2013 der Welt! Ich wei\u00df alles und selbst, wenn ich einem \u201eUnfall\u201c zum Opfer fiele, k\u00e4me dieses Alles ans Tageslicht. Daf\u00fcr habe ich gesorgt. Schlie\u00dflich bin ich das Genie des Verbrechens!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er legte eine kleine rhetorische Pause ein und \u00f6ffnete die Schreibtischschublade.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAber ich m\u00f6chte auf Nummer Sicher gehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er streckte die leere Hand in die Schublade und zog sie mit einer kurzen abges\u00e4gten Schrotflinte wieder heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie werden also leider selbst einen kleinen \u201eUnfall\u201c erleiden. Haben hier herumgeschn\u00fcffelt und die Schrotflinte entdeckt, f\u00fcr die ich nat\u00fcrlich als alter Waidmann einen Waffenschein besitze. Haben ein wenig rumgespielt \u2013 und p\u00e4ng!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam erhob sich Wickius und ging r\u00fcckw\u00e4rts zur T\u00fcr. W\u00fcnsch sprang auf und versperrte den Fluchtweg.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie sitzen in der Falle, Wickius!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Grinsen des Verbrechers war d\u00e4monisch, ja, es war der Ausdruck jener D\u00e4monen, die in ihm w\u00fcteten. W\u00fcnsch setzte die Waffe auf Wickiussens Brust.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAdieu, mein genialer Ermittler!\u201c murmelte er nicht ohne Wehmut und \u2013 wollte abdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau in diesem Augenblick wurde indes die B\u00fcrot\u00fcr aufgesto\u00dfen, landete voll in W\u00fcnschens R\u00fccken und brachte den Verbrecher aus dem Gleichgewicht. Geistesgegenw\u00e4rtig fasste Wickius den Flintenlauf und entwandt den H\u00e4nden des Monsters die ebenso monstr\u00f6se Waffe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDa sind zwei Tussis, die dich sprechen wollen!\u201c, sagte Walter Mitty, denn niemand anders hatte die T\u00fcr ge\u00f6ffnet. \u201eOh, Entschuldigung, Raphael, das wollte ich nicht!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcnsch, der noch immer am Boden lag und den Fu\u00df Wickiussens im Genick sp\u00fcrte, murmelte einige weniger sch\u00f6ne Worte, die Mitty jedoch nicht mehr erreichten. Denn zwei resolute Frauen hatten ihn l\u00e4ngst beiseite gefegt und waren ins B\u00fcro gest\u00fcrmt, die Beller mit gezogener Dienstwaffe, Claudine Schrunz in einem wundervoll erotischen Nichts von Kleid aus dem Hause Dior, einen knallgelben S\u00fcdwester auf dem Kopf, denn drau\u00dfen hatte es zu regnen begonnen und die Frisur musste vor dem Ruin gerettet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWickius!\u201c bellte die Beller. \u201eSie mit Ihren Alleing\u00e4ngen! Das h\u00e4tte ins Auge gehen k\u00f6nnen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wickius nickte schuldbewusst. \u201eLegen Sie ihm Handschellen an, Frau Kommissarin, tun Sie Ihre Pflicht. Veranlassen Sie eine Haussuchung. Verhaften Sie diesen T\u00f6lpel Mitty gleich mit, Menschen mit solchen Fressen sind automatisch \u00dcbelt\u00e4ter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr k\u00f6nnt mir gar nichts!\u201c lachte W\u00fcnsch, als ihn die Beller schlie\u00dflich abf\u00fchrte. Wickius, der Claudines Kleid bewunderte und es sich nicht mehr am K\u00f6rper des englischen Wesens vorstellte, sondern irgendwo in einem stimmungsvoll ausgeleuchteten Schlafzimmer, achtlos zusammengekn\u00fcllt \u00fcber eine Stuhllehne geworfen, Wickius also nickte bitter. Das war das Ende. Aber war es auch gut?<\/p>\n\n\n\n<p>***<\/p>\n\n\n\n<p>Vier Monate sp\u00e4ter wurde Raphael W\u00fcnsch trotz erdr\u00fcckender Beweise f\u00fcr seine Schuld von fast allen Vorw\u00fcrfen freigesprochen. Nur wegen Dauerfalschparkens erhielt er eine Geldbu\u00dfe in H\u00f6he von 2000 Euro, welche er bar bezahlte, nachdem er die ihm zugesprochene Haftentsch\u00e4digung in H\u00f6he von 23.984 Euro kassiert hatte. Man h\u00e4tte, f\u00fchrten die Anw\u00e4lte des Angeklagten aus, W\u00fcnschens Haus niemals durchsuchen d\u00fcrfen, denn die entsprechende Anweisung habe einen falsch gesetzten Apostroph beinhaltet. Das Gericht folgte diesem Argument. Nat\u00fcrlich war der Prozess aus \u201eGr\u00fcnden, die niemanden etwas angehen\u201c nicht \u00f6ffentlich gewesen, der ganze Kasus gelangte mithin auch nicht in die Presse. Raphael W\u00fcnsch trat in den Schuldienst ein und betreibt sein dreckiges Nebengewerbe weiterhin. Walter Mitty hingegen wurde wegen Hochstapelei \u2013 schlie\u00dflich war er niemals Chefredakteur gewesen! \u2013 zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die amerikanische Geheimagentin Claudine Schrunz kehrte, von Wickius n\u00e4chtelang beweint, in ihre Heimat zur\u00fcck. Aber nicht allein. Dpr sa\u00df neben ihr im Flugzeug, bewunderte das Kleid von Dior und stellte sich vor&#8230;etcpp.<\/p>\n\n\n\n<p>Ludger Menke \u00fcberlebte wie durch ein Wunder den Untergang der k\u00fcnstlichen S\u00fcdseeinsel IDIOT und gelangte auf odyseeischen Umwegen zur\u00fcck nach Hamburg, wo er seither weiterhin versucht, eine Art Krimiblog zu unterhalten. Wir w\u00fcnschen ihm viel Erfolg bei diesem hoffnungslosen Unterfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kriminalschriftstellerin Anobella, Schwester der Gr\u00fcnen-Vorsitzenden Claudia Roth, trat in die CSU ein und kandidiert in wenigen Wochen f\u00fcr einen Landratsposten. Ihre Chancen stehen gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Astrid Paprotta kehrte unbeschadet nach Deutschland zur\u00fcck. Da sie, wie W\u00fcnsch es ausdr\u00fcckte, \u201eals Strohfrau f\u00fcr Angela Merkel verbrannt\u201c war, widmete sie sich fortan dem Genre des Arztromans und re\u00fcssierte mit der neuen Erfolgsreiche \u201eMachen Sie sich frei, Madame \u2013 Dr. Frank Furts mammographische Abenteuer\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wickius lebt wieder in platonischer Wohngemeinschaft mit Kommissarin Anna Beller, die ihre Neigung, sich beim Gedenken an Helden der Kriminalliteratur ihrer s\u00e4mtlichen Kleidung zu entledigen, beibehalten hat. Gemeinsam warten sie auf neue Abenteuer. Raphael W\u00fcnsch hat ihnen schon angeboten, diese unter dem Namen DPR (Autor eines wundervollen Krimis, erscheint im Juli 2008 als KLAPPENbroschur) der \u00d6ffentlichkeit bekannt zu machen. Die Beller ist sehr daf\u00fcr, Wickius \u00fcberlegt noch.<\/p>\n\n\n\n<p>ENDE!!!<\/p>\n\n\n\n<p>dpr<br \/>*wischt sich den Schwei\u00df von der Stirn<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was bisher geschah: Raphael W\u00fcnsch ist der T\u00e4ter! Er, der eigentliche Chefredakteur der verbrecherischen Internetillustrierten HINTERNET, kann f\u00fcr alles verantwortlich gemacht werden! Und jetzt geht es ihm an den Kragen! Hoffentlich&#8230;oder?<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[],"class_list":["post-17910","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"dpr","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/dpr\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17910","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17910"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17910\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17910"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17910"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17910"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}