{"id":17913,"date":"2007-10-02T05:30:30","date_gmt":"2007-10-02T05:30:30","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/10\/jan-burke-kidnapped\/"},"modified":"2022-06-15T13:34:35","modified_gmt":"2022-06-15T11:34:35","slug":"jan-burke-kidnapped","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/10\/jan-burke-kidnapped\/","title":{"rendered":"Jan Burke: Kidnapped"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Zentrum von \u201eKidnapped\u201c von Jan Burke steht der Clan der Familie Fletcher. Die Gro\u00dfeltern und \u201eGr\u00fcnder\u201c des Clans, beide aus reichen H\u00e4usern stammend, konnten selber keine Kinder bekommen und adoptierten deshalb \u00fcber die Zeit 21 Kinder. Diese sind nun erwachsen und haben selber (eigene oder adoptierte) Kinder. Eine Sippe mit einem ausgepr\u00e4gten Corpsgeist und fast so verzweigt wie die Forsythes, der auch ein Kindergarten und sogar eine eigene Schule geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Drum herum dreht sich alles im Buch um verschwundene Kinder. Irene Keller, Protagonistin und Icherz\u00e4hlerin ist Journalistin und hat f\u00fcr ihre Zeitung einen Artikel \u00fcber Kinder geschrieben, die von nicht erziehungsberechtigten Eltern oder von Dritten verschleppt werden und wird anschlie\u00dfend von betroffenen Eltern bedr\u00e4ngt, \u00fcber ihre Kinder zu schreiben. Richard Fletcher, eines der Kinder der ersten Generation der Fletchers, war vor f\u00fcnf Jahren umgebracht worden. Zeitgleich verschwand auch seine kleine Tochter. Sein unehelicher Sohn wurde f\u00fcr den Mord verurteilt; und allein sein j\u00fcngerer Bruder ist fest von seiner Unschuld \u00fcberzeugt. Und die Leiche eines Mannes wird gefunden, der vor zwei Jahren mit seinem Sohn untergetaucht sein soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den verschiedenen Erz\u00e4hlstr\u00e4ngen wechselt auch die Perspektive. Hatte es mich im vorausgegangenen Buch, \u201eBloodlines\u201c (deutsch \u201eTotenruhe\u201c), noch etwas irritiert, dass da die Erz\u00e4hlung zwischen erster und dritter Person wechselte, habe ich mich nun anscheinend daran gew\u00f6hnt. Keller selber nimmt nur noch einen relativ kleinen Teil der Erz\u00e4hlung ein. Viel mehr sind wir bei den jeweils Handelnden, seien es T\u00e4ter, Kinder oder Spurensucher. Im Verlauf bildet sich ein wahres Gestr\u00fcpp an Handlungsstr\u00e4ngen, die nat\u00fcrlich, da sich am Ende ja alles aufl\u00f6sen soll, mehr und mehr zusammenwachsen. Dabei gelingen Burke immer wieder \u00fcberraschende Wendungen und immer wenn man meint, dass sie an einer Stelle zu viel aufgel\u00f6st h\u00e4tte, geht es woanders weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie schon in \u201eBloodlines\u201c brilliert Jan Burke in \u201eKidnapped\u201c auch wieder mit einer komplexen, vielschichtigen Geschichte, die jederzeit spannend ist und unangestrengt vorgetragen wird. Angesichts des hohen Niveaus, auf dem sich die Autorin bewegt, ist mir die mangelnde Resonanz durch die deutsche Rezensentenkaste nicht ganz verst\u00e4ndlich; den Lesern jedoch scheinen die B\u00fccher zu gefallen, denn Jan Burke geh\u00f6rt zu den wenigen US-amerikanischen Autoren, deren B\u00fccher recht zeitnah \u00fcbersetzt vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Unterhaltung m\u00f6chte, ohne vielleicht auch mal zur\u00fcckbl\u00e4ttern zu m\u00fcssen (ein Vorwurf, den man \u00fcber die B\u00fccher Burkes gelegentlich lesen konnte), sollte besser seine Finger von diesen B\u00fcchern lassen, allen anderen bietet Burke intelligente Unterhaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Jan Burke: Kidnapped. <br \/>Simon &amp; Schuster 2007 , 400 Seiten. 8,45 \u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zentrum von \u201eKidnapped\u201c von Jan Burke steht der Clan der Familie Fletcher. Die Gro\u00dfeltern und \u201eGr\u00fcnder\u201c des Clans, beide aus reichen H\u00e4usern stammend, konnten selber keine Kinder bekommen und adoptierten deshalb \u00fcber die Zeit 21 Kinder. Diese sind nun erwachsen und haben selber (eigene oder adoptierte) Kinder. Eine Sippe mit einem ausgepr\u00e4gten Corpsgeist und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":42,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[397,474],"class_list":["post-17913","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives","tag-buchkritik","tag-krimi"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Bernd Kochanowski","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/bernd-kochanowski\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17913"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17913\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}