{"id":17928,"date":"2007-10-16T05:31:31","date_gmt":"2007-10-16T05:31:31","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/10\/robert-ward-four-kinds-of-rain\/"},"modified":"2022-06-15T13:35:04","modified_gmt":"2022-06-15T11:35:04","slug":"robert-ward-four-kinds-of-rain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/10\/robert-ward-four-kinds-of-rain\/","title":{"rendered":"Robert Ward: Four Kinds of Rain"},"content":{"rendered":"\n<p>Dr. Bob Wells ist Psychotherapeut und ein richtig guter Mensch: F\u00fcr wenig Geld behandelt er die Psychopathen und Gestrandeten von Downtown Baltimore. W\u00e4hrend Freunde und Bekannte aus Studententagen und aus der Zeit des politischern Aktivismus mittlerweile l\u00e4ngst mit Frau und Kindern in die Vororte gezogen sind, bleibt er sich treu und lebt immer noch mitten drin in der Stadt.<br \/>Gl\u00fccklich ist er aber l\u00e4ngst nicht mehr. 52 Jahre alt, die Frau zu einem Kollegen abgehauen und seiner Praxis geht es schlecht: Das Leben, so scheint es, hat Wells nur noch wenig zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die einzige Freude, die ihm bleibt, ist die Rockband. Einmal pro Woche treten sie in der \u00f6rtlichen Kneipe auf. Ein(e) gescheite(r) S\u00e4nger(in) fehlt, man sucht und findet &#8230; und er trifft sie: Eine Frau zum Verlieben, eine tolle S\u00e4ngerin, die perfekt mit ihm musikalisch harmoniert. Wenn da nicht die Sache mit dem Geld w\u00e4r\u2019. So, meint er, hat er keine Chance &#8230; eine deutlich j\u00fcngere Frau und er ohne Geld. Also denkt er sich etwas aus. Nicht so ganz legal und nicht so ganz vereinbar mit seinen Prinzipien, aber was soll\u2019s, jetzt ist er auch einmal dran.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Geschichte entwickelt sich, die an Charlie Hustons \u2192<a href=\" http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/08\/charlie-huston-six-bad-things.php \"> Hank Thomson-Trilogie <\/a><br \/>erinnert. Auch hier geht im Verlauf manches schief und entwickeln sich die Dinge anders als geplant. Immer wieder, wenn Wells denkt, nun h\u00e4tte er alle Probleme bew\u00e4ltigt und sie beg\u00e4nnen nun, die goldenen Zeiten, stolpert er \u00fcberraschend \u00fcber ein neues. Der Unterschied ist, dass sowohl Robert Ward als auch Bob Wells \u00e4lter sind, es geht deshalb in \u201eFour Kinds of Rain\u201c nicht ganz so \u00fcberdreht und sinnfrei zu. Wells ist schlie\u00dflich Psychotherapeut, ein gebildeter Mensch also, der \u00fcber sich und seine Umwelt gedeihlich philosophieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist ein Mensch mit Werten, sein Leben belegt es. \u201eFour Kinds of Rain\u201c zeigt, wie er mit diesen Werten ringt, an ihnen festhalten und doch gegen sie handeln will. Das Buch l\u00e4sst sich aber auch als Bestandsaufnahme der amerikanischen Gegenwartsgesellschaft lesen, denn Wells verzweifelt auch an der amerikanischen Gesellschaft, die den ehemaligen Kollegen, mit seiner oberfl\u00e4chlichen und sinnfreien \u201ePsychoberatungssendung\u201c im Radio, mehr zu sch\u00e4tzen wei\u00df als Wells und seine Streetworker-Qualit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ein humorvolles und intelligentes Buch. Sein Humor resultiert nicht aus dem zwanghaften Bed\u00fcrfnis nach Unterhaltung, sondern ist Folge von klugen Beobachtungen und liebevoll zusammen montierten Szenen; sprachlich knapp und souver\u00e4n, geht es mit seiner Klugheit nicht demonstrativ hausieren.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Robert Ward: Four Kinds of Rain. <br \/>St. Martin\u2019s Minotaur 2007. 288 Seiten. 11,50\u20ac <br \/>(noch keine deutsche \u00dcbersetzung)<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Bob Wells ist Psychotherapeut und ein richtig guter Mensch: F\u00fcr wenig Geld behandelt er die Psychopathen und Gestrandeten von Downtown Baltimore. W\u00e4hrend Freunde und Bekannte aus Studententagen und aus der Zeit des politischern Aktivismus mittlerweile l\u00e4ngst mit Frau und Kindern in die Vororte gezogen sind, bleibt er sich treu und lebt immer noch mitten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":42,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ub_ctt_via":"","footnotes":""},"categories":[1070],"tags":[397,474],"class_list":["post-17928","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-watching-the-detectives","tag-buchkritik","tag-krimi"],"featured_image_src":null,"author_info":{"display_name":"Bernd Kochanowski","author_link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/author\/bernd-kochanowski\/"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17928","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17928"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17928\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17928"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17928"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17928"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}