{"id":20848,"date":"2007-11-26T05:32:02","date_gmt":"2007-11-26T05:32:02","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/11\/sittengeschichte\/"},"modified":"2022-06-13T15:40:39","modified_gmt":"2022-06-13T13:40:39","slug":"sittengeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/11\/sittengeschichte\/","title":{"rendered":"Sittengeschichte"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2007\/cover\/Sittengeschichte.jpg\" alt=\"Sittengeschichte.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Von einem lobenswerten und h\u00f6chst \u00fcberf\u00e4lligen Projekt ist zu berichten. Ab Januar 2008 wird Frank G\u00f6hre bei der \u2192<a href=\"http:\/\/www.peterfaecke.de\/inhalt\/neuerscheinungen.html\">Edition K\u00f6ln<\/a> eine &#8222;kriminelle Sittengeschichte Deutschlands in zehn B\u00e4nden&#8220; herausgeben. Dahinter verbirgt sich nun kein Kraftakt in soziologischer Theorie, sondern schlicht die Wiederauflage von zehn exemplarischen Kriminalromanen aus dem Zeitraum 1957 &#8211; 1993.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nun sind Krimis zwar niemals &#8222;mehr als Krimi&#8220;, aber, wenn sie wirklich gut sind, eben immer mehr als Thrill und Raterei. Unter anderem Indikatoren f\u00fcr die Befindlichkeit einer Gesellschaft. Aneinandergereiht ergeben sie also eine Geschichte, was allerdings voraussetzt, dass man der Kriminalliteratur &#8211; speziell hierzulande &#8211; eine Geschichte zubilligt.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00f6hres Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem langen und steinigen Weg zu einer anerkannten Geschichte der deutschen Kriminalliteratur. Es beginnt mit \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2006\/08\/egon-eis-duell-im-dunkel.php\">&#8222;Duell im Dunkel&#8220;<\/a> von Egon Eis, einem beinahe v\u00f6llig vergessenen Roman, den aufmerksame Leserinnen und Leser dieses Blogs allerdings schon kennen, ebenso Helga Riedels \u2192<a href=\"http:\/\/www.hinternet.de\/weblog\/2007\/03\/helga-riedel-einer-muss-tot.php\">&#8222;Einer mu\u00df tot&#8220;<\/a>. Zwar deutscherkrimipreisw\u00fcrdig, aber, wie so vieles andere, von den kreischenden Lokomotiven der Krimihochkonjunktur l\u00e4ngst wieder ins Vergessen gedr\u00e4ngt. Hier nun wird im Rahmen eines konzeptionell anspruchsvollen Projekts widerdie bei Krimis immer wieder zu beklagende Ex-und-Hopp-Mentalit\u00e4t gehandelt. Das dies nicht von den &#8222;Gro\u00dfen&#8220; der Branche ausgeht, sondern einem eher kleineren Verlag \u00fcberlassen bleibt, ist symptomatisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zehn B\u00e4nde &#8211; als letzter ist Robert Bracks &#8222;Psychofieber&#8220; aus dem Jahr 1993 vorgesehen &#8211; verraten auch einiges \u00fcber die Entwicklung des Genres hinsichtlich seiner Dramaturgie, die immer in Abh\u00e4ngigkeit zur Intention gesehen werden sollte. Riedels Roman etwa ist weit entfernt von den Spannungsanforderungen, die heutige Leser an Kriminalliteratur stellen. Auch hier geht es also um Geschichte, denn sie verr\u00e4t uns u.a. einiges \u00fcber die Konsumenten von Krimis.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden dieses Projekt im n\u00e4chsten Jahr aufmerksam verfolgen. Zu w\u00fcnschen w\u00e4re nat\u00fcrlich eine Ausweitung, ein Zur\u00fcck zu den Wurzeln deutschen Krimischaffens im 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert. Ob wir darauf hoffen d\u00fcrfen? Ich jedenfalls verrate hier noch nichts&#8230;aber freut euch schon mal und reserviert 30-40 Zentimeter Regalplatz!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von einem lobenswerten und h\u00f6chst \u00fcberf\u00e4lligen Projekt ist zu berichten. Ab Januar 2008 wird Frank G\u00f6hre bei der \u2192Edition K\u00f6ln eine &#8222;kriminelle Sittengeschichte Deutschlands in zehn B\u00e4nden&#8220; herausgeben. 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