{"id":20853,"date":"2007-11-30T05:34:14","date_gmt":"2007-11-30T05:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/11\/krimijahr-2007-kurzer-blick-zurueck\/"},"modified":"2022-06-10T00:01:09","modified_gmt":"2022-06-09T22:01:09","slug":"krimijahr-2007-kurzer-blick-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2007\/11\/krimijahr-2007-kurzer-blick-zurueck\/","title":{"rendered":"Krimijahr 2007: Kurzer Blick zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Kaum ist das \u201eKrimijahrbuch 2007\u201c aus der SPIEGEL-Bestsellerliste verschwunden, rotiert man gedanklich auch schon um die Ernte f\u00fcr das n\u00e4chste Kompendium. Besonders die \u00dcberblicksartikel verlangen gute Vorbereitung. Was aus dem deutschen und internationalen Krimischaffen verdient der Erw\u00e4hnung? Und warum? Gibt es Trends?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Schaue ich auf meine diesj\u00e4hrige Leseliste, sehe ich nur einen Trend, der aber, genau betrachtet, wohl keiner ist: der triumphale Auftritt der Alten. Petros Markaris, John Harvey, Elmore Leonard, James Crumley, Rick DeMarinis, James Sallis \u2026 Gegenbeweise der These, auch im Krimigewerbe sei mit Jugendwahn eine Art Qualit\u00e4tssteigerung zu erzielen. Dass Peter J. Kraus weiterhin von deutschen Verlagen ignoriert wird, sei zum wiederholten Male angeprangert. Und Willi Voss, der nach langen Jahren ein Comeback versucht, viel Gl\u00fcck gew\u00fcnscht. \u00dcber den trotz allem weiterhin zu bejammernden Zustand des Nichtexistierens gro\u00dfer Namen des Hardboiled auf dem deutschen Krimimarkt wird Jochen K\u00f6nig im KJB 2008 noch das N\u00f6tige zu sagen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Betrachten meiner Liste f\u00e4llt mir weiterhin auf, wie viel schlechte bis mittelm\u00e4\u00dfige so genannte \u201ehistorische Krimis\u201c ich dieses Jahr zu lesen gezwungen war (ist schlie\u00dflich einer der Schwerpunkte des neuen Jahrbuches). Im Trend: die Jahre der Weimarer Republik. Hier einzig gelungen: Marek Krajewskis \u201eGespenster in Breslau\u201c. Der Rest: \u00f6des Faktenhubern im Gewand moderner 0815-Plots. Ebenfalls den Daumen nach oben f\u00fcr Dieter K\u00fchns \u201eGeheimagent Marlowe\u201c und, auch hier wiederhole ich mich gerne, Jens Luckwaldts nun endlich in einem \u201erichtigen Verlag\u201c (Bebra) aufgelegten \u201eTod in Arkadien\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass letzterer fast v\u00f6llig unbeachtet von der Kritik geblieben ist, mag ich hingegen nicht als einen \u201eTrend\u201c sehen. Dennoch, ganz offen, ist er einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr meine in diesem Jahr zu beobachtende schleichende Entfremdung von der KrimiWelt-Bestenliste. Auf der auch Mechtild Borrmanns hervorragendes \u201eMorgen ist der Tag nach gestern\u201c nicht aufgetaucht ist. Ganz zu schweigen vom schon erw\u00e4hnten Dieter K\u00fchn oder Wolfgang Brenners \u201eBollinger und die Friseuse\u201c. Stattdessen: die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen, manchmal ein bemerkenswerter Deb\u00fctroman wie \u201eGrafeneck\u201c von Rainer Gross.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist jetzt keine allgemeine Kritik an der Bestenliste, sondern die einfache Begr\u00fcndung, warum sie MICH momentan nicht mehr interessiert. Man darf das gerne anders sehen und wird es auch wohl. Ich hoffe auf ein anderes Urteil am Ende des n\u00e4chsten Jahres.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun denn. Ich habe hinter jeden Titel auf meiner Liste ein Plus- oder ein Minuszeichen gesetzt (was das wohl bedeutet?) und siehe, es gibt weit mehr Plus als Minus. Auffallend ungn\u00e4dig war ich mit den Elaboraten so genannter Hochliteraten wie Titus Keller oder Gert Heidenreich. Sehr angetan, wie so oft, von einigen B\u00e4nden der Metro-Reihe, die uns in diesem Jahr die gewiss schlechteste Nachricht lieferte. Es wird sie bald nicht mehr geben. Mit Pablo DeSantis und \u201eDie sechste Laterne\u201c hat sie mir immerhin noch einmal meinen Krimi des Jahres beschert. Was aber die Tr\u00e4nen auch nicht zu trocknen vermag.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ist das \u201eKrimijahrbuch 2007\u201c aus der SPIEGEL-Bestsellerliste verschwunden, rotiert man gedanklich auch schon um die Ernte f\u00fcr das n\u00e4chste Kompendium. Besonders die \u00dcberblicksartikel verlangen gute Vorbereitung. Was aus dem deutschen und internationalen Krimischaffen verdient der Erw\u00e4hnung? Und warum? 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