{"id":20882,"date":"2008-01-08T05:10:15","date_gmt":"2008-01-08T05:10:15","guid":{"rendered":"http:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/01\/louise-penny-still-life\/"},"modified":"2022-06-08T00:23:03","modified_gmt":"2022-06-07T22:23:03","slug":"louise-penny-still-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hinternet.de\/blog\/2008\/01\/louise-penny-still-life\/","title":{"rendered":"Louise Penny: Still Life"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Louise-Penny-Still-Life.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Louise-Penny-Still-Life.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-24944\" width=\"175\" srcset=\"https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Louise-Penny-Still-Life.jpg 656w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Louise-Penny-Still-Life-368x600.jpg 368w, https:\/\/hinternet.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Louise-Penny-Still-Life-92x150.jpg 92w\" sizes=\"(max-width: 656px) 100vw, 656px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Three Pine ist ein kleiner geschaulicher Ort im Umland von Quebec, Kanada. Hier lebt man, weil man hier schon immer gelebt hat oder weil man sich zur\u00fcckziehen m\u00f6chte vom Lebenskampf der Gro\u00dfstadt. Jane Neal zum Beispiel. Sie ist im Ort geboren und hatte jahrelang in der \u00f6rtlichen Schule unterrichtet, bis diese geschlossen wurde. Nun ist sie pensioniert, dilettiert als Malerin und ist Teil eines Freundeskreises von K\u00fcnstlern und Kunstsinnigen.<br \/>Eines Tages wird Jane von einem Jagdpfeil get\u00f6tet aufgefunden. Und w\u00e4hrend in der kleinen Ortschaft die Betroffenheit noch gro\u00df ist, r\u00fcckt Chefinspektor Armand Gamache von der Surete du Quebec mit seinem Stab an und l\u00e4sst sich im \u00f6rtlichen Gasthaus nieder. Es entwickelt sich ein etwas eigenartiges Schauspiel. W\u00e4hrend der Leser aufgrund der ganzen Anlage des Romanes (es handelt sich um einen Cozy) davon ausgehen d\u00fcrfte, dass es sich bei dem Tod Janes um einen Mord handelt und dass der T\u00e4ter im Freundeskreis zu suchen ist, scheint der gute Chefinspektor von einem Jagdunfall auszugehen und versucht den verantwortlichen Ungl\u00fccksraben ausfindig zu machen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit dem Inspektor und seinem Team ist Louise Penny ein guter Griff gelungen. Der elegante Herr, der eher wie Fred Vargas\u2019 Adamsberg der intuitiven Schule angeh\u00f6rt, kommt gut und stimmig &#8218;r\u00fcber, auch wenn er (noch) nicht die Pr\u00e4senz von Adamsberg hat. Auch seine Mannschaft ist interessant, Teamarbeit wird hier gro\u00df geschrieben und die junge Kandidatin, die zur Probe in der Abteilung mitarbeitet, ist bald beim Chef unten durch, da sie zwar intelligent ist, aber vollkommen teamundienlich arbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Ort und seine Bewohner sind atmosph\u00e4risch gelungen gezeichnet. Die unterschiedlichen Personen mit ihren zum Teil skurrilen Eigenarten wirken glaubw\u00fcrdig und doch liebenswert, und auch Themen wie der Sprachenkonflikt und das \u201ebelgische Dilemma\u201c Quebecs werden nicht ausgespart. Insgesamt ein unterhaltsames Buch also, nicht schwergewichtig, aber gut geschriebene Unterhaltung, dabei mit Anthony, Barry, New Blood Dagger und Arthur Ellis (kanadischer Krimipreis) hoch dekoriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Man merkt dem Buch allerdings ein wenig den Cozy an. So wird Gamache suspendiert, da er sich weigert einen Verd\u00e4chtigen zu verhaften, der sich selbst bezichtigt, da er an dessen Schuld nicht glaubt. Diese Suspension bereitet Gamache Pein, zumindest erz\u00e4hlt Penny das, &#8218;r\u00fcber kommen diese Gef\u00fchle nicht so richtig (ausf\u00fchrlicher hierzu und zu Cozys <a href=\"http:\/\/krimileser.wordpress.com\/2008\/01\/07\/353\/\">-&gt; hier <\/a>). Da ich kein Erbsenz\u00e4hler bin, will mich auch die (antizipierte) Irre, in die Penny ihren Gamache schickt, nicht allzu sehr st\u00f6ren, aber eigenartig ist es schon. Typisches Element eines Cozy ist die Tatsache, dass die Person die sp\u00e4ter als T\u00e4ter identifiziert wird, schon fr\u00fch dem Leser bekannt ist und aus der n\u00e4heren Umgebung des Opfers stammt. Letztendlich folgt das Buch dieser Regel, auch wenn die Polizei zwischenzeitlich so tut, als k\u00f6nne sie hier eine wilde Verbrecherjagd aufziehen. So sitzt man als Leser die ganze Zeit da und wartet, dass es endlich los geht und ein Indizienregen niederprasselt. Entweder hat sich Penny mit dieser Erwartungshaltung routinierter Leser nicht auseinander gesetzt oder sie nimmt ihre Leser nicht ernst.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bernd Kochanowski<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Louise Penny: Still Life. <br \/>St. Martin's Minotaur 2007. 336 Seiten. 5,98 \u20ac <br \/>(Denn alle tragen Schuld. Blanvalet 2008 (deutsch von Andrea Stumpf). 380 Seiten. 7,95 \u20ac)<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Three Pine ist ein kleiner geschaulicher Ort im Umland von Quebec, Kanada. Hier lebt man, weil man hier schon immer gelebt hat oder weil man sich zur\u00fcckziehen m\u00f6chte vom Lebenskampf der Gro\u00dfstadt. Jane Neal zum Beispiel. Sie ist im Ort geboren und hatte jahrelang in der \u00f6rtlichen Schule unterrichtet, bis diese geschlossen wurde. 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